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Nachrichten

Samstag, 16. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: Nach der Unterzeichnung einer Waffenstillstandsvereinbarung für den Kaukasus durch Georgien hat auch Russland deren Einhaltung zugesichert. Sein Land werde das durch die EU vermittelte Abkommen in Kürze ebenfalls unterzeichnen und umsetzen, sagte Russlands Staatschef Dmitri Medwedew in einem Telefonat mit seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy. Dabei habe Medwedew versichert, sämtliche Verpflichtungen aus dem Abkommen einzuhalten, teilte das französische Präsidialamt mit. Während des Besuchs der amerikanischen Außenministerin Condoleezza Rice in Tiflis hatte Georgiens Staatschef Michail Saakaschwili das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet.

MOSKAU: Bei ihrem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Abzug der russischen Truppen aus Georgien gefordert. Ausgangspunkt für eine politische Lösung im Kaukasus-Konflikt müsse die territoriale Integrität Georgiens sein, sagte Merkel nach dem Treffen am Freitag in Sotschi. Dabei kritisierte sie den Militäreinsatz Moskaus als "unverhältnismäßig". Medwedew verteidigte die Militäraktion. Außerdem stellte er erstmals die Grenzen Georgiens in Frage. Nachdem was geschehen sei, werde es für Abchasen und Osseten kaum möglich sein, mit Georgiern zusammen in einem Land zu leben, sagte der russische Präsident.

BERLIN: Unmittelbar vor der Tagung der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC an diesem Samstag hat Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul die Entmachtung des Präsidenten Simbabwes, Robert Mugabe, gefordert. Wieczorek-Zeul sagte in Berlin, die südafrikanischen Nachbarstaaten seien aufgerufen, Mugabe in aller Deutlichkeit klar zu machen, dass eine neue Regierung in Simbabwe notwendig sei. Die Menschen dort litten unter der katastrophalen Versorgungslage, in die Mugabe das Land geführt habe. Die Krise in Simbabwe ist auch Thema bei den Beratungen der SADC-Staaten in Johannesburg. Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, der in dem Konflikt zwischen Mugabe und der Opposition vermittelt, will auf dem Treffen einen ersten Bericht vorlegen. Der Präsident von Botsuana, Seretse Khama, kündigte an, den Gipfel bei einer Teilnahme Mugabes boykottieren zu wollen.

BAGDAD: Bei einem weiteren Anschlag auf schiitische Pilger sind im Irak mindestens neun Menschen getötet und 40 verletzt worden. Nach Polizeiangaben war eine Autobombe an einem Busbahnhof in Balad -rund 80 Kilometer nördlich von Bagdad- explodiert, einem Anlaufpunkt für reisende Pilger. Am Donnerstag waren bei einem Selbstmordanschlag in der Stadt Iskandarija 18 Pilger ums Leben gekommen. Schiitische Gläubige gedenken am Sonntag in Kerbela südlich von Bagdad eines hohen geistlichen Führers aus dem 9. Jahrhundert.

PHNOM PENH: Thailand und Kambodscha haben ihren Grenzstreit um einen Tempel aus dem 11. Jahrhundert beigelegt. Nach gut vierwöchiger Konfrontation zögen beide Seiten ihre Soldaten aus dem Gebiet um den Tempel wieder ab, teilte ein kambodschanischer Behördensprecher mit. Beide Länder beanspruchen den historischen Gebäudekomplex für sich. Der Internationale Gerichtshofs in Den Haag erkannte ihn 1962 Kambodscha zu, wogegen sich thailändische Nationalisten nach wie vor wehren. Die jüngste Auseinandersetzung begann am 15. Juli, nachdem die UNESCO die Aufnahme des Tempelkomplexes in die Liste des Weltkulturerbes beschlossen hatte. Rund 800 kambodschanische und 400 thailändische Soldaten standen sich seitdem dort gegenüber.

BONN: Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar fordert eine drastische Verschärfung der Strafen für Verstöße gegen den Datenschutz. In einem Interview sagte Schaar, nicht nur geringfügige Bußgelder seien nötig, sondern massive Strafen in Millionenhöhe. Im Skandal um die unerlaubte Weitergabe von rund 17.000 vertraulichen Bankdaten hatte sich zuvor der mutmaßliche Daten-Dieb der Polizei gestellt. Nach Medienberichten arbeitete der Mann zwölf Jahre lang im Geschäft mit Telefonwerbung. Er habe vor zwei Jahren Kundendaten der Süddeutschen Klassenlotterie auf CD gebrannt und mehrfach verkauft. Bei zahlreichen auf der CD aufgeführten Konto-Besitzern waren illegal Gelder abgebucht worden.

BUENOS AIRES: Im Zusammenhang mit der Schmiergeld-Affäre bei Siemens ist die argentinische Niederlassung des Technologiekonzerns durchsucht worden. Nach Justizangaben wurde die Aktion in Buenos Aires angeordnet, um nach Beweisen für die Zahlung von Bestechungsgeldern an den früheren argentinischen Präsidenten Carlos Menem zu suchen. Neben Menem, der von 1989 bis 1999 regierte, stehen demnach zwei seiner früheren Mitarbeiter unter Verdacht. Das Magazin 'Der Spiegel' hatte berichtet, Menems Regierung habe 1998 mit Siemens einen Vertrag über den Aufbau eines elektronischen Passsystems unterzeichnet und dafür von dem Unternehmen Schmiergeld kassiert.

JAKARTA: Bei einem Zugunglück In Indonesien sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen und 60 verletzt worden. Nach Angaben der Polizei waren auf der Insel Sumatra ein Personen- und ein Güterzug im Bahnhof der Provinzhauptstadt Bandar Lampung zusammengestoßen. Viele der Verletzten befanden sich den Angaben zufolge in kritischem Zustand. Die Unglücksursache ist unklar.

ZUM SPORT: Bei den Olympischen Spielen in Peking haben die deutschen Sportschützen zwei Medaillen im Wettkampf mit der Schnellfeuerpistole gewonnen. Der dreimalige Olympiasieger Ralf Schumann aus Stockheim belegte den zweiten Platz hinter dem Ukrainer Oleksander Petriv und holte damit Silber. Bronze ging an Weltrekordler Christian Reitz aus Kriftel. Zuvor hatte US-Schwimmstar Michael Phelps über 100 Meter Schmetterling seine siebte Goldmedaille in Peking gewonnen. Damit stellte der 23-Jährige den Rekord seines Landsmanns Mark Spitz ein, der 1972 in München ebenfalls sieben Mal Gold im Schwimmen gewann.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Norden ein Mix aus Sonne und Wolken. In der Südosthälfte weiterhin regnerisch. Höchsttemperaturen zwischen 15 und 24 Grad.

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