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Nachrichten

Samstag, 15.September 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

GÖTTINGEN: Die Grünen beraten auf einem Sonderparteitag in Göttingen über den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan. Die rund 800 Delegierten wollen festlegen, wie sich die Partei bei den bevorstehenden Abstimmungen im Bundestag über eine Verlängerung der Mandate verhalten will. Als sicher gilt, dass eine breite Mehrheit die Mission der internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF befürwortet und die US-geführte Anti-Terror-Operation 'Enduring Freedom' ablehnt. Heftig umstritten sind in der Partei die Aufklärungsflüge deutscher Tornados. Über die ISAF-Mission und den Tornado-Einsatz wird im Bundestag zusammen abgestimmt. Nach einem Vorschlag des Bundesvorstands der Grünen soll bei der Entscheidung der Fraktionszwang aufgehoben werden.

BERLIN: Die Bundeswehr wird nach den Worten von Verteidigungsminister Franz Josef Jung weiterhin keine Soldaten im umkämpften Süden Afghanistans einsetzen - auch dann nicht, wenn sich Deutschland künftig verstärkt in der Ausbildung afghanischer Soldaten engagiere. Die ausgebildeten Kräfte würden auch im Norden des Landes zur Terror- und Drogenbekämpfung benötigt, sagte Jung dem Magazin 'Focus'. In Notlagen werde die Bundeswehr aber wie bisher mit Logistik oder Fernmeldern auch im Süden helfen, fügte er hinzu.

KÖLN: Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat mit Äußerungen zum Verhältnis von Religion und Kunst heftige Proteste hervorgerufen. Bei einer Rede im Kölner Dom sprach Meisner von "entarteter" Kultur, die dann entstehe, wenn Kunst und Kultur von der Gottesverehrung abgekoppelt würden. Der nordrhein-westfälische Kultur-Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff -CDU- kritisierte die Wortwahl Meisners. Der von den Nationalsozialisten geprägte Begriff "entartete Kunst" stehe für eines der schlimmsten Kapitel der deutschen Geschichte. Dass Meisner sich zu einem solchen Sprachgebrauch hinreißen lasse, sei erschreckend und zeige, dass er keinerlei Zugang zu Kunst und Kultur habe.

WASHINGTON: Bei einer günstigen Entwicklung im Irak hält US-Verteidigungsminister Robert Gates eine Truppenreduzierung auf 100.000 US-Soldaten zur Jahreswende 2008/2009 für möglich. Er hoffe, dass nach dem für März erwarteten Lagebericht des US-Oberfehlshabers David Petraeus die nun geplante Truppenreduzierung im gleichen Maße fortgesetzt werden könne, sagte Gates in Washington. US-Präsident George W. Bush hatte zuvor angekündigt, er wolle bis Mitte 2008 mehr als 20.000 Soldaten der Kampftruppen aus dem Irak abziehen. Zugleich stellte er klar, dass der Einsatz über das Ende seiner Amtszeit in 16 Monaten hinausreichen werde.

BAGDAD: Die Terrororganisation El Kaida im Irak hat mit der Ermordung weiterer sunnitischer Stammesführer gedroht. Wer mit den USA oder der irakischen Regierung kooperiere, werde getötet, hieß es in einer im Internet veröffentlichten Erklärung. Zugleich bekannte sich die Organisation zum Attentat auf den sunnitischen Klanchef Abdul Sattar Abu Rischa. Abu Rischa hatte im Kampf gegen die Extremisten mit den USA zusammengearbeitet und war am Donnerstag ermordet worden.

WIEN: In Österreich ist einer von drei Terrorverdächtigen wieder auf freiem Fuß. Über zwei Verdächtige, die im Zusammenhang mit einem im März veröffentlichten islamistischen Drohvideo gegen Österreich und Deutschland festgenommen worden waren, wurde Untersuchungshaft verhängt. Der 22-jährige Hauptverdächtige und seine 20-jährige Ehefrau müssen sich demnach wegen des Verdachtes der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten, wofür ihnen im Fall einer Verurteilung ein bis zehn Jahre Haft drohen. Ein weiterer Verdächtiger wurde in Kanada festgenommen.

PORTO: Die Finanzminister der Europäischen Union beraten am zweiten Tag ihres Treffens in Portugal über Grundsätze bei grenzüberschreitenden Bankenkrisen und die Reform des Internationalen Währungsfonds. Die Ressortchefs wollen sich Berichten zufolge mehrheitlich in Porto dafür aussprechen, öffentliche Finanzspritzen für notleidende Kreditinstitute auf ein Minimum zu beschränken. Die deutsche Seite lehnt indessen Vorfestlegungen für Krisenfälle bei Kreditinstituten ab. Die Bundesregierung fordert stattdessen Entscheidungen von Fall zu Fall.

TOKIO: In Japan kommt es nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Shinzo Abe zu einer Kampfabstimmung um seine Nachfolge. Wie die regierende Liberaldemokratische Partei mitteilte, werden der ehemalige Außenminister Taro Aso und der Politiker Yasuo Fukuda, ein scharfer Kritiker Abes, zur Wahl um den Parteivorsitz antreten. Die Liberaldemokraten bestimmen ihren neuen Vorsitzenden und damit zugleich den künftigen Regierungschef am 23. September. Abe hatte am Mittwoch nach nur einjähriger Amtszeit seinen Rücktritt erklärt.

PEKING: Nach drei Jahren Haft ist ein chinesischer Mitarbeiter der 'New York Times' wieder frei. Zhao Yans Anwalt teilte mit, sein Mandant sei ohne Auflagen aus dem Gefängnis entlassen worden. Zhao war 2004 verhaftet und 2006 in einem der spektakulärsten Journalisten-Prozesse in der Volksrepublik wegen Betrugs zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Freigesprochen wurde er von dem Vorwurf, Staatsgeheimnisse verraten zu haben. Nach Ansicht von Beobachtern wurden ihm regierungskritische Berichte zum Verhängnis. Der Fall zog internationale Aufmerksamkeit auf sich. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte sich für Zhao eingesetzt und das Urteil als unangemessen bezeichnet.

JAKARTA: Nach dem schweren Erdbeben in Indonesien vom Mittwoch und einer Reihe heftiger Nachbeben – auch am Freitag - ist die Zahl der Toten auf 17 gestiegen. Nach einer neuen offiziellen Bilanz wurden fast 90 Menschen verletzt. Die meisten Todesopfer gab es in der am stärksten von den Beben betroffenen Ortschaft Bengkulu im Süden der Insel Sumatra. Rettungshelfer suchen weiter nach möglichen Verschütteten unter den Trümmern eingestürzter Häuser. Wissenschaftler erwarten in naher Zukunft weitere schwere Beben in der Region.

FRANKFURT AM MAIN: Die Automobilmesse IAA hat an diesem Samstag ihre Tore für das allgemeine Publikum geöffnet. Mehr als 1.000 Aussteller informieren über Neuheiten und Trends aus der Fahrzeugbranche. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr schadstoffarme Autos und umweltfreundliche Antriebstechnik. Bis zum 23. September erwarten die Veranstalter rund eine Million Besucher.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt mit längeren sonnigen Abschnitten. Dabei bleibt es weitgehend trocken. Höchstwerte 15 bis 21 Grad.

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