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Nachrichten

Samstag, 15. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LHASA: Die von China dominierte Regionalregierung in Tibet hat den an den antichinesischen Ausschreitungen in Lhasa Beteiligten eine Frist bis Montag um Mitternacht gesetzt, sich der Polizei zu stellen. Wer sich ergebe, könne mit Strafminderung rechnen, so die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Nach offiziellen Angaben kamen bei den Unruhen mindestens zehn Menschen ums Leben. Die tibetische Exilregierung berichtet von mindestens 100 Toten. Über die Hauptstadt Lhasa sei das Kriegsrecht verhängt worden. Panzer seien aufgefahren, Teile des Stadtzentrums abgeriegelt. Das chinesische Fernsehen zeigte erstmals Bilder von den Ausschreitungen. Die Europäische Union mahnte China zur Zurückhaltung. Der EU-Gipfel appellierte an die Führung in Peking, mit den Repräsentanten der Tibeter das Gespräch zu suchen und den Konflikt friedlich beizulegen. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour, forderte China auf, den Tibetern das Recht auf friedlichen Protest zu gewähren.

NEU DEHLI: In Indien haben erneut Exil-Tibeter gegen die chinesische Besetzung Tibets protestiert. In Neu Delhi wurden etwa fünfzig Demonstranten bei dem Versuch festgenommen, die chinesische Botschaft zu stürmen, wie die Polizei mitteilte. Unter den Festgenommenen waren nach Augenzeugenberichten buddhistische Mönche und Frauen. In der nordindischen Stadt Dehra haben dutzende Exil-Tibeter ihren Demonstrationszug in Richtung Tibet wiederaufgenommen. Der Protestmarsch hatte am Montag begonnen, dem 49. Jahrestag des Aufstandes gegen die chinesische Herrschaft in Tibet.

PEKING: Chinas Staatschef Hu Jintao ist vom Nationalen Volkskongress für fünf weitere Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Fast 100 Prozent der knapp 3.000 Delegierten stimmten erwartungsgemäß für den 65-jährigen Chef der Kommunistischen Partei. Ebenfalls mit nur wenigen Gegenstimmen wurde der KP-Chef von Shanghai, Xi Jinping, zum Vize-Präsidenten gewählt. Dem 54-Jährigen werden gute Chancen eingeräumt, in fünf Jahren Nachfolger von Staats- und Parteichef Hu zu werden. Xi gilt als Mann der traditionellen Parteielite der Kommunisten. Der Volkskongress billigte außerdem eine Umstrukturierung der Regierung.

TEHERAN: Bei der Parlamentswahl im Iran zeichnet sich wie erwartet eine hohe Unterstützung für den konservativen Block um Präsident Mahmud Ahmadinedschad ab. Wie die halbstaatliche Nachrichtenagentur Fars meldete, können die Konservativen mit 70 Prozent der Parlamentssitze rechnen. Deutlich mehr als die Hälfte der reformorientierten Kandidaten waren wegen angeblich unislamischer Gesinnung nicht zur Wahl zugelassen worden. Dennoch erhoffen sich die Reformer Erfolge vor allem in den Großstädten. Die Wahl am Freitag war von internationalen Protesten gegen undemokratische Verhältnisse begleitet worden. Erste aussagekräftige Ergebnisse aus den Provinzen werden im Laufe dieses Samstags erwartet.

ANKARA: Der türkische Generalstaatsanwalt hat beim Verfassungsgericht ein Verbot der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan beantragt. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu wirft der oberste Ankläger der AKP vor, sie sei das Zentrum von Aktivitäten gegen den säkularen Staat. Auf deren Initiative hatte das Parlament im Februar die Verfassung geändert, um das Tragen des Kopftuches an Hochschulen zu erlauben. Kritiker fürchten eine schleichende Islamisierung des Landes. --- Präsident Abdullah Gül mahnte zur Besonnenheit. Schließlich habe die AKP die Mehrheit im Parlament.

DAKAR: Spitzenvertreter der muslimischen Staaten haben Extremismus und Terrorismus als unvereinbar mit dem Islam verurteilt und einen Dialog mit der christlichen Welt befürwortet. Die von der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) verabschiedete neue Charta fordert zudem erstmals von den 57 Mitgliedsstaaten, sich für Demokratie, Menschenrechte und einen Rechtsstaat einzusetzen. --- Der Kampf der Palästinenser wurde zum Abschluss des Treffens im Senegal als "legitimer Widerstand" gegen die israelische Besatzungsmacht unterstützt. Israel begehe fortgesetzt "Kriegsverbrechen" und verletze mit der "kollektiven Bestrafung von Zivilisten" internationales Recht, heißt es in der "Dakar-Erklärung".

KHARTUM/ DAKAR: Tschadische Rebellen haben das jüngste Friedensabkommen zwischen den Präsidenten des Tschad und des Sudan als unbedeutend und wirkungslos zurückgewiesen. Man werde weiter für den Sturz von Staatschef Idriss Deby kämpfen, der an einem Dialog nicht interessiert sei, erklärte die Nationale Allianz, die im Februar mit anderen Rebellengruppen bis zur tschadischen Hauptstadt N'Djamena vorgestoßen war. Noch am Mittwoch waren wieder Rebellen über die sudanesische Grenze in den Tschad eingedrungen.

HERNE/SAARBRÜCKEN: Der Aufsichtsrat der "RAG Deutsche Steinkohle" hat sich auf ein Ende des Bergbaus im Saarland im Jahr 2012 verständigt. Das Gremium habe die Unternehmensführung ermächtigt, entsprechende Pläne zu erarbeiten, teite der saarländische Innenminister Klaus Meiser nach der Sitzung in Herne mit. Damit reagierte die RAG auf das starke Grubenbeben im Saarland am 23. Februar. Seitdem sind alle Arbeiten unter Tage gestoppt. Bis 2012 soll der Bergbau nur noch in verringertem Umfang weitergeführt werden. Meiser sprach von maximal 35 Prozent der bisherigen Fördermenge.

FRANKFURT AM MAIN: Im festgefahrenen Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes beginnt an diesem Samstag die Schlichtung. Die Schlichtungskommission leiten der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Lothar Späth (CDU), und Hannovers Ex-Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD). Als Hauptstreitpunkt gilt die Arbeitszeit der 1,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Die Arbeitgeber boten zuletzt eine Entgelterhöhung um fünf Prozent, verteilt über zwei Jahre. Im Gegenzug fordern sie aber eine Verlängerung der Arbeitszeit auf bundesweit 40 Wochenstunden. Dies lehnen die Gewerkschaften entschieden ab. Sie fordern acht Prozent mehr Lohn und Gehalt.

BERLIN: In der Affäre um massenhafte Steuerhinterziehung über Liechtenstein verfügen nordrhein-westfälische Fahnder über weitere Daten. Anders als bisher bekannt hätten die Ermittler nicht nur eine, sondern vier DVDs aus dem Fürstentum, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Auf den Datenträgern befänden sich umfangreiche Nachweise über liechtensteinische Stiftungen etwa von Österreichern, Spaniern und Franzosen. Einige hätten auf diese Weise zweistellige Millionensummen angelegt, schreibt die "Süddeutsche" weiter. Auf den DVDs gebe es zudem Daten diverser Bankhäuser in mehreren Ländern. Insbesondere in Österreich werde es einige Überraschungen geben, wird ein Ermittler zitiert.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, gebietsweise Auflockerungen und meist trocken. Tageswerte zwischen acht und bis zu 20 Grad am Oberrhein.

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