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Nachrichten

Samstag, 15. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

JERUSALEM: Auf der Suche nach entführten Soldaten zeigt Israel weiter militärische Härte. Israelische Kampfflugzeuge griffen erneut eine Reihe von Zielen im Libanon an, darunter ein Flüchtlingslager, Treibstofftanks und Brücken. Laut Augenzeugen-Berichten wurden mehrere Menschen getötet. Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte weitere Raketen auf den Norden Israels ab. Vor der libanesischen Küste wurde ein israelisches Kriegsschiff getroffen und schwer beschädigt. Vier Marinesoldaten gelten als vermisst. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte Israel am Freitag mit einem 'offenen Krieg' gedroht. Auch aus dem palästinensischen Gaza-Streifen wurden neue israelische Luftangriffe gemeldet.

DAMASKUS: Die syrische Regierung hat dem Libanon und den Palästinensern ihre Unterstützung im Widerstand gegen Israel zugesagt. Die Führung der regierenden Baath-Partei erklärte nach einem Treffen in Damaskus, Israel praktiziere mit Hilfe der USA Staatsterrorismus. Bei einer Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrates in New York warf der Libanon Israel eine - so wörtlich - "barbarische Aggression" vor und forderte das sofortige Ende der Militäroffensive.

SANKT PETERSBURG: Russland und die USA haben eine Initiative gegen den Terrorismus und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen vereinbart. Atomare, chemische und biologische Waffen stellten die größte Bedrohung für den Weltfrieden dar, erklärten die Präsidenten Wladimir Putin und George W. Bush bei einem Treffen vor dem G-8- Gipfel in Sankt Petersburg. Bei dem Gipfel, der an diesem Samstag beginnt, wollen die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen unter anderem über den Nahost-Konflikt und den Atomstreit mit dem Iran beraten. Weiteres zentrales Thema ist die weltweite Energiesicherheit.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine positive Bilanz des ersten Integrationsgipfels in Deutschland gezogen. Sie habe den festen Willen gespürt, die Probleme miteinander anzupacken, sagte Merkel nach dem Treffen mit Vertretern von Politik, Wirtschaft, Kirchen und Zuwanderer-Verbänden im Kanzleramt. Es sei ein großer Schritt gewesen, miteinander und nicht übereinander zu sprechen. Bei dem Gipfel am Freitag war vereinbart worden, dass bis Mitte 2007 ein nationaler Integrationsplan erarbeitet werden soll. Ziel ist es, Defizite der Migranten bei Sprache und Bildung abzubauen.

BELGRAD: In Serbien sind zehn Helfershelfer des als Kriegsverbrecher gesuchten bosnisch-serbischen Ex-Generals Ratko Mladic angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, dem ehemaligen Militärchef der bosnischen Serben bei seiner Flucht geholfen zu haben. Mladic wird das Massaker an bis zu 8.000 Muslimen 1995 in Srebrenica sowie der jahrelange Beschuss der Hauptstadt Sarajevo mit Hunderten Toten zur Last gelegt. Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag sucht seit über zehn Jahren nach Mladic. - Der serbische Regierungschef Vojislav Kostunica will am Montag den EU-Außenministern einen Aktionsplan vorlegen, der zur Verhaftung und Auslieferung des Ex-Generals führen soll.

BOGOTA: Im Norden Kolumbiens haben Rebellen nach Angaben der Behörden zehn Menschen getötet und etwa 170 weitere Personen entführt. Bei den Opfern handele es sich um Holzfäller und deren Familien, die bei Taparal nahe der Grenze zu Panama gearbeitet hätten. Die Regierung in Bogota macht die linksgerichteten 'Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens' für den Überfall verantwortlich. Die größte Rebellenorganisation in Kolumbien hat bereits rund 60 Politiker und Militärs in ihrer Gewalt.

PANAMA-STADT: Das Parlament in Panama hat einen umstrittenen Plan zur Erweiterung des 77 Kilometer langen Schifffahrt-Kanals durch das zentralamerikanische Land gebilligt. Nach zweiwöchiger Debatte beschlossen die Abgeordneten ein Gesetz, das einen mehr als fünf Milliarden Dollar teuren Ausbau vorsieht. Geplant sind neue und breitere Schleusen, durch die außer Container-Schiffen der neuen Generation auch große Tanker und Flugzeugträger passen. In den nächsten Monaten soll es eine Volksbefragung zu dem Projekt geben.

BERLIN: Die demographische Entwicklung mit immer weniger Kindern in Deutschland ermöglicht den Bundesländern Milliarden-Einsparungen im Bildungssystem. Das geht aus einer von der Robert-Bosch-Stiftung in Auftrag gegebenen Studie hervor. Bis zum Jahr 2020 summiere sich die so genannte 'demographische Rendite' auf 80 Milliarden Euro, heißt es in einem Vorab-Bericht der Zeitung 'Welt am Sonntag'. Mit der größten Einsparung kann Nordrhein-Westfalen rechnen, wo die Schülerzahl an stärksten zurückgehen dürfte.

DRESDEN: Mit dem größten Gentest in der deutschen Kriminalgeschichte will die Polizei in Sachsen einen Sexualstraftäter aufspüren. Ihm wird vorgeworfen, zwei Mädchen im Alter von neun und elf Jahren missbraucht zu haben. Wie das sächsische Landeskriminalamt mitteilte, sollen von diesem Samstag an in Dresden und Umgebung von bis zu 100.000 Männern Speichelproben genommen werden. An beiden Tatorten waren übereinstimmende DNA-Spuren gefunden worden.

ROM: Der Skandal um Spielmanipulationen im italienischen Profi- Fußball hat für die beteiligten Spitzenvereine harte Konsequenzen. Juventus Turin, Lazio Rom und AC Florenz wurden zum Zwangsabstieg in die Zweite Liga verurteilt. Ein Sportgericht in Rom erkannte Juventus am Freitagabend außerdem die letzten beiden Meistertitel ab. Der ebenfalls in die Affäre verwickelte AC Mailand muss nicht aus der Ersten Liga absteigen, erhält aber 15 Strafpunkte. Außerdem darf der Verein in dieser Saison an keinem europäischen Wettbewerb teilnehmen. Alle vier Klubs kündigten rechtliche Schritte gegen das Urteil an.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Fast überall sonnig und trocken. Höchstwerte zwischen 21 Grad an der Ostsee und 30 Grad im Rheinland.

Am Vormittag meldeten bei gering bewölktem Himmel:

Berlin, Hamburg, Köln/Bonn und München: 19 Grad; Frankfurt am Main: 18 Grad und Dresden: 17 Grad.

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