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Nachrichten

Samstag, 15. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

JAKARTA: Nach tagelangen zähen Verhandlungen hat die Welt-Klimakonferenz auf Bali doch noch eine Einigung erzielt. Die Vertreter aus mehr als 180 Staaten verständigten sich auf ein Abschlussdokument, das die Grundlage für einen neuen weltweiten Klimavertrag bildet. Er soll in den kommenden zwei Jahren ausgehandelt werden und das Kyoto-Protokoll von 1997 ablösen. In einer dramatischen Schlusssitzung wurde das auf Bali erzielte Verhandlungsmandat hinsichtlich der Anforderungen an die Entwicklungsländer schließlich abgeschwächt. Zuvor hatte die Konferenz wegen eines Streits über die Aufgabenverteilung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern noch einmal kurz vor dem Scheitern gestanden. Der Text enthält keine konkreten Zielvorgaben für die Absenkung von Emissionen. Er verweist aber auf die Empfehlungen im Bericht des Weltklimarats, der solche Reduktionsziele vorsieht. Ursprünglich sollte die Konferenz auf Bali bereits am Freitag enden.

JAKARTA: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat sich zufrieden über das Ergebnis der Weltklimakonferenz geäußert. Es sei "weit mehr erreicht worden, als angesichts der Interessenlagen zu erwarten" gewesen sei, sagte der SPD-Politiker in Nusa Dua auf Bali. Allerdings sei bei den harten Verhandlungen weniger herausgekommen, als sich die Europäische Union und Deutschland gewünscht hätten. Wichtig sei, dass es nun einen Verhandlungsauftrag für einen neuen Weltklimavertrag gebe, der eine stärkere Beteiligung der Industrieländer vorsehe, einschließlich der USA. Außerdem sei es ein Erfolg, dass erstmals auch die Entwicklungsländer in die Klimaschutz-Maßnahmen einbezogen würden.

ISLAMABAD: In Pakistan hat Präsident Pervez Musharraf den Anfang November verhängten Ausnahmezustand aufgehoben. Ein Regierungssprecher sagte, der Notstand gelte nicht mehr. In dem südasiatischen Land soll am 8. Januar ein neues Parlament gewählt werden. Kritiker erwarten, dass die strenge Überwachung der Medien und der Justiz auch nach einem Ende des Ausnahmezustandes anhalten wird. Damit sei ein normaler Wahlkampf kaum möglich, bemängeln sie. Musharraf hatte die Verhängung des Ausnahmezustandes vor allem mit der zunehmenden Gewalt im Land begründet. Diese hält indes an: Am Samstag starben bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe eines Armeestützpunktes zwei Soldaten und drei Zivilisten. Nach Militärangaben war der Angreifer auf einem Fahrrad unterwegs, bevor er sich in die Luft sprengte.

NÜRNBERG: Der 17-jährige Schüler Marco aus Niedersachsen ist nach acht Monaten in türkischer Haft wieder zurück in Deutschland. Ein Privatjet brachte den Jungen von Antalya nach Nürnberg. Nach seiner Ankunft wurde er, abgeschirmt von den Medien, an einen unbekannten Ort gefahren. Nach Angaben seines Anwalts soll Marco zunächst nicht in seine Heimatstadt Uelzen zurückkehren. Am Freitag hatte das Gericht im türkischen Antalya Marco aus der Untersuchungshaft entlassen. Sein Prozess wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-jährigen Britin soll im April nächsten Jahres fortgesetzt werden.

BERLIN: Die Bundesregierung will Betriebe mit finanziellen Anreizen dazu bringen, schwer vermittelbaren Jugendlichen eine Lehrstelle anzubieten. Der so genannte Ausbildungsbonus solle gezahlt werden, wenn Bewerber schon lange vergeblich nach einer Lehrstelle suchten und höchstens einen Realschulabschluss hätten, sagte Bunsdesarbeitsminister Olaf Scholz der "Welt am Sonntag". Der Bonus soll etwa die Hälfte der Ausbildungsvergütung betragen. Scholz rechnet damit, dass durch die Maßnahme in den nächsten drei Jahren rund 90.000 Altbewerber zusätzlich eine Lehrstelle erhalten.

KABUL: Bei einem Anschlag auf das Polizeihauptquartier in der afghanischen Hauptstadt sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Mindestens zwei Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Ein mit Sprengstoff und Raketen beladener Lastwagen war vor dem Polizeigebäude explodiert. Die Sprengladung sei unter Früchten versteckt gewesen. Zu der Tat bekannten sich die radikal-islamischen Taliban. Sie verüben regelmäßig Selbstmordanschläge, um Afghanistan zu destabilisieren.

WASHINGTON: Die US-Regierung will den Palästinensern bei einer Geberkonferenz am Montag in Paris Hilfen in Höhe von mehr als 500 Millionen Dollar zusagen. Dies teilte ein Regierungsvertreter in Washington mit. Mit dem Geld soll Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas im Machtkampf mit der radikal-islamischen Hamas der Rücken gestärkt werden. Die Hamas kontrolliert seit Juni den Gazastreifen, während die Fatah-Organisation von Abbas das Westjordanland regiert. Die Islamisten lehnen die im Zuge der Nahost-Konferenz von Annapolis wiederbelebten Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern ab. Zu der Geberkonferenz hat Frankreich insgesamt 69 Staaten eingeladen. Die Palästinenser rechnen mit Hilfszusagen mit einem Gesamtumfang von fünf Milliarden Dollar.

WASHINGTON: Der Irak hat dem Internationalen Währungsfonds - IWF - ein Darlehen in Höhe von 471 Millionen Dollar vorzeitig zurückgezahlt. Laut IWF hätte Bagdad bis 2009 Zeit gehabt, die Schulden zu begleichen. Der Generaldirektor des Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, erklärte dazu, die vorzeitige Rückzahlung zeuge von den starken internationalen Währungsreserven des Landes dank der hohen Ölpreise. Der Irak zählt zu den Staaten mit den größten Erdölvorkommen. Der Export wurde in den vergangenen Jahren jedoch durch Anschläge von Aufständischen gegen Pipelines behindert.

BELGRAD: Nach dem EU-Gipfel in Brüssel hat Serbiens Ministerpräsident Vojislav Kostunica die Haltung der Union im Streit um den künftigen Status des Kosovo heftig kritisiert. Serbien als Belohnung für eine Unabhängigkeit des Kosovo einen beschleunigten Beitritt zur EU anzubieten, sei beleidigend, sagte Kostunica. In Brüssel hatte unter anderem der französische Präsident Nicolas Sarkozy erklärt, Serbien habe eine Zukunft in der EU, wenn es die Unabhängigkeit des Kosovo und die Menschenrechte respektiere. Die 27 EU-Staaten beschlossen, nach der erwarteten Unabhängigkeitserklärung rund 1.800 Polizisten und Juristen in das Kosovo zu entsenden. Damit sollen dort die Sicherheit erhöht und zugleich der Aufbau von Justiz und Verwaltung unterstützt werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Südwesten sowie in Ostseenähe verbreitet sonnig, sonst meist bewölkt oder neblig-trüb, örtlich Schneegriesel. Höchstwerte minus drei bis plus vier Grad Celsius.

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