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Nachrichten

Samstag, 14. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

NEW YORK: Russland und China haben neue Einwände gegen einen von den USA vorgelegten Entwurf für eine Resolution des UN-Sicherheitsrates zu dem von Nordkorea nach eigenen Angaben unternommenen Atomwaffentest. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte nach einem Treffen mit einem chinesischen Sondergesandten in Moskau, der Text enthalte Elemente, die geklärt werden müssten. - Damit ist fraglich, ob der UN-Sicherheitsrat die Resolution an diesem Samstag verabschiedet, wie dies die USA anstreben. Ihr UN-Botschafter John Bolton hatte am Freitag erklärt, es gebe eine grundsätzliche Einigung über das Papier. Der US-Entwurf sieht Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea vor, droht aber nicht mit militärischer Gewalt.

WASHINGTON: Die US-Regierung hat erstmals Hinweise darauf gefunden, dass Nordkorea tatsächlich einen Atomtest unternommen hat. Bei ersten Analysen von Luftproben sei radioaktiver Abfall aufgespürt worden, zitierte der US-Sender CNN einen Mitarbeiter des Nationalen Geheimdienstes. Ein Spezialflugzeug habe die Proben am Dienstag, einen Tag nach dem Test, eingesammelt. Zuvor waren Zweifel an den nordkoreanischen Angaben aufgekommen, weil die Sprengkraft bei dem Test sehr gering gewesen war. Nach Experteneinschätzungen könnte die Entdeckung von Radioaktivität in der Luft bedeuten, dass Nordkorea zwar einen Atomtest unternommen hat, er aber praktisch fehlschlug.

NEW YORK: Die UN-Vollversammlung hat den südkoreanischen Außenminister Ban Ki Moon zum neuen Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt. Der 62 Jahre alte Ban wird damit zu Beginn des kommenden Jahres Nachfolger von Generalsekretär Kofi Annan, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren durfte. Die südkoreanische Regierung in Seoul begrüßte die Wahl ihres Landsmannes als 'Quelle des nationalen Stolzes'. Bundespräsident Horst Köhler appellierte in einem Glückwunschschreiben an Ban, die von Annan begonnene Reform der UN fortzusetzen. Ban ist der erste Asiate an der Spitze der Vereinten Nationen seit 35 Jahren.

CHEMNITZ: Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, zeigt sich von der Politik der großen Koalition enttäuscht. Die Gewerkschaften hätten erwartet, dass sich Union und SPD nach dem Wählervotum richteten, das eine neoliberale Politik klar abgelehnt worden sei, sagte er der 'Freien Presse' in Chemnitz. Inzwischen sei festzustellen, dass bei allen Reformen die kleinen Leute abkassiert und die Großen geschont würden. Der DGB-Chef forderte von der Regierung, Unternehmen, die ihre Produktion ins Ausland verlagerten, künftig zur Kasse zu bitten. Es könne nicht sein, dass große Gewinne in Billiglohn-Ländern erzielt würden und die Allgemeinheit zu Hause für die sozialen Folgen aufzukommen habe.

AUGSBURG: Die CSU setzt ihren Parteitag fort. Wichtigster Programmpunkt ist die Rede von Parteichef Edmund Stoiber vor den rund 1.000 Delegierten in Augsburg. Dieser hatte am Vortag zusammen mit CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel die Geschlossenheit der großen Koalition nach dem Streit um die Gesundheitsreform beschworen. In einem Antrag wurde die klare Absage an einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union zu Gunsten einer so genannten priviligierten Partnerschaft beschlossen.

GAZA-STADT: Bei einem israelischen Luftangriff sind im Gazastreifen nach palästinensischen Angaben sechs Menschen getötet worden. Fünf von ihnen seien als Mitglieder der radikal-islamischen Hamas identifiziert worden, teilten palästinensische Sicherheitsbeamte mit. Etwa weitere zehn bewaffnete Palästinenser seien verwundet worden. - Zuvor hatten militante Palästinenser zwei Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Dabei wurde eine Person verletzt.

ANKARA: Der diesjährige Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk aus der Türkei hat das französische Gesetz kritisiert, das eine Leugnung des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich unter Strafe stellt. In einem Interview eines türkischen Senders sagte Pamuk, das Gesetz verstoße gegen den Grundsatz der freien Meinungsaußerung und widerspreche der Tradition kritischen Denkens in Frankreich. - Pamuk ist selbst als Kritiker der türkischen Haltung zu den Massakern an Armeniern während des 1. Weltkriegs hervorgetreten. Die offizielle Türkei nennt die Vorgänge Massenvertreibungen.

DHAKA: Tausende Bangladescher sind zum Haus des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers Mohammed Junus in Dhaka gezogen, um ihm zu der Ehrung zu gratulieren. Der Preisträger sagte der Menge, er sei geehrt, für Bangladesch gewonnen zu haben. Bangladeschs Regierungschefin Khaleda Zia sagte, die ganze Nation sei stolz auf die Auszeichnung von Junus. Dessen Programm zur Vergabe von Mikrokrediten habe Millionen von Armen in dem Land geholfen. Weltweit stieß die Entscheidung des Nobelkomitees auf große Zustimmung. Die von Junus gegründete Grameen Bank vergibt vor allem an arme Bauern Kleinstkredite, um ihnen den Weg in die Selbständigkeit zu ermöglichen. Derzeit hat sie 6,6 Millionen Kunden, davon 96 Prozent Frauen. Das Konzept wird mittlerweile in mehr als 40 Ländern kopiert.

WASHINGTON: Nach einem unerwarteten Wintereinbruch sind mehrere hunderttausend Menschen in Nordosten der USA ohne Strom. Am stärksten betroffen war der Westen des Bundesstaates New York, wo bis zu 60 Zentimeter Schnee gefallen waren. Für vier Bezirke rief Gouverneur George Pataki den Notstand aus. Nach seinen Angaben kamen drei Menschen in einem Schneesturm ums Leben. Der US-Wetterdienst meldet, es habe sich um die stärksten Schneefälle in der Region an einem Oktobertag seit 1870 gehandelt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Nebel im Süden und Westen sonnig, im Norden und Osten weitgehend trüb. Höchstwerte von 16 bis 21 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 9 Grad, neblig;
Berlin: 12 Grad, dunstig;
Dresden: 11 Grad, dunstig;
Köln/Bonn: 13 Grad, stark bewölkt;
Frankfurt am Main: 13 Grad, bewölkt und
München: 12 Grad, bedeckt.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 14.10.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/9FNf
  • Datum 14.10.2006
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