1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Samstag, 14. März 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LONDON: Die Finanzminster der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer beraten in der Nähe von London über eine gemeinsame Linie für den so genannten G-20-Gipfel Anfang April. Dabei geht es um Lösungen zur Bewältigung der weltweien Wirtschaftskrise. Der Gastgeber, Großbritanniens Finanzminster Alistair Darling, warnte angesichts der Vielzahl der Teilnehmer vor allzu großen Erwartungen. Erhebliche Differenzen herrschen zwischen Ländern wie den USA, China oder der Europäischen Union, da diese unterschiedliche Schwerpunkte im Kampf gegen die Krise setzen. Die USA etwa hatten zusätzliche Investitionsprogramme gefordert. Deutschland lehnt dies strikt ab. Zuletzt bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich gemacht, dass sie keine zusätzlichen Steuergelder ausgeben wolle. Das Thema dürfte auch bei ihrem Treffen mit dem britischen Premierminister Gordon Brown in Chequers bei Oxford zur Sprache kommen.

BRÜSSEL: Zur Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel und anderer europäischer Tochterunternehmen des US-Konzerns General Motors wollen die betroffenen EU-Länder gemeinsam vorgehen. Auf nationaler Ebene werde es keine Rettungsmaßnahmen ohne vorherige europäische Koordinierung geben, vereinbarten Spitzenvertreter von zwölf Mitgliedstaaten bei einem Treffen mit der EU-Kommission in Brüssel. Mit am Tisch saßen auch ranghohe Vertreter der GM-Geschäftsleitung. -- Der Konzern will für Opel Staatshilfen in Höhe von 3,3 Milliarden Euro. Davon soll der Großteil aus Deutschland kommen. Die Werke in Bochum und Eisenach sind laut Medienberichten durch die Schieflage von GM besonders gefährdet, ebenso die Fabrik im belgischen Antwerpen. Daneben hat GM Standorte unter anderem in Großbritannien, Polen und Spanien.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat die Verbraucher dazu aufgefordert, angesichts der Wirtschaftskrise die eigenen Konsumgewohnheiten zu überdenken. In der 'Passauer Neuen Presse' sprach sich Köhler für eine 'neue, ökologische industrielle Revolution' aus. Ein quantitatives 'Immer mehr' bringe den Menschen kein dauerhaftes Glück. Was die Gesellschaft brauche, sei ein qualitatives Wachstum. - Kritik übte der Bundespräsident erneut an Managern, die in der Finanzkrise einen Scherbenhaufen hinterlassen hätten, ohne persönlich nennenswert zu haften. Es habe eindeutig Fehlverhalten gegeben, sagte Köhler. Er forderte die Finanz-Elite auf, sich einer kritischen Selbstreflexion zu unterziehen. Der Markt brauche Regeln und Moral.

BERLIN: Nach der Kritik an den Millionen-Boni der Postbank für ihre Vorstandsmitglieder hat Postbank-Chef Wolfgang Klein Medienberichten zufolge angekündigt, in diesem Jahr auf sein Gehalt zu verzichten. Wie die 'Bild'-Zeitung berichtet, will der Firmenchef dem Aufsichtsrat anbieten, bis Ende 2009 für den symbolischen Lohn von einem Euro zu arbeiten. Damit wolle er deutlich machen, dass es ihm nur um das Wohl der Bank gehe, so Klein. - Laut dem Jahresbericht der Postbank erhielten die Vorstände 2008 trotz roter Zahlen im Zuge der Übernahme durch die Deutsche Bank einen Bonus von insgesamt rund zwölf Millionen Euro.

STUTTGART: Nach dem Amoklauf von Winnenden mit 16 Todesopfern ist die Diskussion um das Waffenrecht in Deutschland neu entbrannt. Mehrere Politiker sprachen sich dafür aus, dass Waffen, die für Freizeit- und Sportzwecke verwendet würden, nur noch in Schützenvereinsheimen aufbewahrt werden. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble erteilte jeglichen Forderungen nach einer Verschärfung des Waffenrechts eine klare Absage. Der CDU-Politiker sagte, damit wäre die Bluttat von Winnenden nicht zu verhindern gewesen. - Die Motive des Amokläufers sind weiter unklar. Die Ermittler hatten zuletzt erhebliche Zweifel an der Echtheit einer Tatankündigung im Internet geäußert. Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech wies unterdessen die Kritik zurück, er habe vorschnell die angebliche Ankündigung des Massakers bekanntgegeben.

NEW YORK: In Afghanistan hat sich die Sicherheitslage nach Einschätzung der Vereinten Nationen verschlechtert und könnte sich in diesem Jahr weiter verschärfen. 2009 werde ein kritisches Jahr, heißt es in einem in New York veröffentlichten Bericht von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon für den Weltsicherheitsrat. Dennoch gibt es Ban zufolge mittelfristig auch Grund für Optimismus. So könne die Aufstockung der internationalen Truppen das Land während der bevorstehenden Wahlen sicherer machen, heißt es in dem Papier. Es wird erwartet, dass der Sicherheitsrat das Mandat für die UN-Mission in Afghanistan noch im März verlängert. - Die Gewalt in Afghanistan ist derzeit auf dem höchsten Stand seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban 2001.

WASHINGTON: Die US-Regierung von Präsident Barack Obama will in dem umstrittenen Gefangenenlager Guantanamo keine Gefangenen mehr als "feindliche Kämpfer" festhalten. Damit werde ihnen eine Behandlung als Kriegsgefangene gemäß der Genfer Konvention ermöglicht, teilte US-Justizminister Eric Holder mit. Die Entscheidung sei Teil einer Überarbeitung der Haftregeln im Zusammenhang mit der geplanten Schließung des Lagers auf Kuba. Unter den neuen Vorgaben seien nur noch Gefangene festzuhalten, die das El-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden oder die Taliban "wesentlich" unterstützt hätten. Obama hatte kurz nach seinem Amtsantritt im Januar die Schließung des Lagers Guantanamo bis Januar 2010 angeordnet. Ungeklärt ist die Frage nach dem Verbleib der Häftlinge, die wegen drohender Folter nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können.

KHARTUM: Drei ausländische Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, die in der sudanesischen Krisenregion Darfur verschleppt wurden, sind entgegen anderslautenden Berichten doch noch in der Hand ihrer Kidnapper. Das italienische Außenministerium in Rom räumte ein, die am Freitag unter Berufung auf die sudanesische Regierung vermeldete Freilassung nicht bestätigen zu können. Die aus Italien, Frankreich und Kanada stammenden Helfer waren am Mittwoch verschleppt worden.

SEOUL: In Nordkorea sitzen erneut Hunderte von Südkoreanern fest, weil das kommunistische Regime zum zweiten Mal in dieser Woche die Ein- und Ausreise zu dem gemeinsamen Industriepark in der Grenzstadt Kaesong blockiert hat. Die Regierung in Seoul rief den Norden auf, den Grenzübergang wieder zu öffnen. Der Industriepark, in dem Güter für den südkoreanischen Markt gefertigt werden, war 2005 als Zeichen der Versöhnung zwischen beiden Ländern eröffent worden. Aus Protest gegen ein Militärmanöver der US-Streitkräfte mit Südkorea hatte Nodkorea bereits Anfang der Woche vorübergehend den Grenzverkehr blockiert.

BRISBANE: Nach der Havarie eines Containerschiffs bedroht ein Ölteppich Naturreservate und Strände im Osten Australiens. Der Schaden ist nach Angaben der Regierung schlimmer als bisher angenommen. Einige der bei Touristen besonders beliebten Sandstrände der so genannten "Sonnenscheinküste" in Queensland wurden auf einer Länge von bis zu 60 Kilometern verseucht. Bedroht sind Seevögel sowie die Kolonien von Delfinen und Schildkröten. --- Der Frachter aus Hongkong hatte in einem Tropensturm Schweröl und Container mit Düngemitteln verloren.

ZUM FUSSBALL: Wolfsburg setzt seine Siegesserie fort und ist zunächst auf Platz zwei hinter Hertha BSC vorgerückt. Der VfL schlug im Freitagsspiel der Bundesliga Schalke 04 mit 4:3. Im krisengeschüttelten Gelsenkirchen dürfte damit der Druck auf Trainer Fred Rutten noch weiter zunehmen. --- Manager Andreas Müller hatte bereits seinen Hut nehmen müssen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst meist wolkig mit Aufheiterungen. Im Tagesverlauf von Nordwesten her aufkommender Regen. Tageswerte frühlingshaft mild bei sieben bis 15 Grad.

Audio und Video zum Thema