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Nachrichten

Samstag, 13.September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HOUSTON: Mit großer Kraft hat der Hurrikan 'Ike' vom Golf von Mexiko her den US-Bundesstaat Texas erreicht. Bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 170 Stundenkilometern und schweren Regenfällen wurden in Küstenorten zahlreiche Straßen überflutet. Nahe der Stadt Corpus Christi ertrank ein junger Mann. Das Zentrum des Hurrikans nähert sich weiter der Millionen-Metropole Houston. Der texanische Gouverneur Rick Perry sprach von einem 'unglaublich zerstörerischen' Wirbelsturm. Mehr als eine Million Menschen sind bereits ins Landesinnere geflohen.

TIFLIS: Russische Truppen haben nach Angaben des georgischen Innenministeriums die Hafenstadt Poti verlassen. Wie in der Hauptstadt Tiflis offiziell mitgeteilt wurde, räumten russische Soldaten zwei Kontrollposten am Stadtrand. Nach dem Fünftagekrieg wegen Südossetien im vergangenen Monat hatten die russischen Streitkräfte im georgischen Kernland mehr als zwei Dutzend Kontrollposten eingerichtet, offiziell, um die abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien zu schützen. - Mit dem Truppenabzug folgte Russland einem Zeitplan der EU. Am Montag hatte der französische Präsident und amtierende Vorsitzende des Europäischen Rates, Nicolas Sarkozy, dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew die Zusage abgerungen, die Truppen binnen eines Monats hinter die Linien vor Ausbruch der Kämpfe um Südossetien zurückzuziehen.

KABUL: Bei einem Bombenanschlag in Afghanistan ist der Gouverneur der Provinz Logar zusammen mit drei Leibwächtern getötet worden. Abdullah Wardak hielt sich nahe Kabul in der Nähe seines Hauses auf, als die Bombe detonierte. Aufständische in Afghanistan haben schon häufig tödliche Anschläge auf Regierungsmitglieder der 34 Provinzen des Landes verübt. Wardak war zeitweise auch Mitglied des Kabinetts von Präsident Hamid Karsai. Die NATO-Schutztruppe ISAF teilte mit, im Süden Afghanistans sei beim Angriff auf eine Patrouille ein Soldat getötet worden.

BERLIN: Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, hat in einem Zeitungsinterview Bund und Länder zu erheblich größeren Anstrengungen bei der Polizeiausbildung in Afghanistan aufgefordert. Es sei unverantwortlich, diese Aufgabe vor allem der Bundeswehr mit ihren Feldjägern zu überlassen. Manche Länder wie Bayern hätten bisher nicht einen einzigen Polizisten nach Afghanistan entsandt. Bundesländer, die sich weigerten, in Afghanistan zu helfen, ließen damit auch die deutschen Soldaten am Hindukusch im Stich. Deutschland habe die führende Rolle für die Ausbildung der Polizisten inne, betonte Gertz. Das Ergebnis nach rund vier Jahren sei jedoch katastrophal. Er wies darauf hin, dass nach Kroatien und Bosnien wesentlich mehr deutsche Polizisten geschickt worden seien. Der Bundeswehrverband vertritt die Interessen von Soldaten.

LA PAZ: Wegen anhaltender Ausschreitungen in Bolivien hat die Regierung in der nördlichen Provinz Pando den Ausnahmezustand verhängt. Damit reagierte Präsident Evo Morales auch auf den gewaltsamen Tod von etwa zehn Bauern in der Region. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich besorgt über die Zunahme der Gewalt in Bolivien. Dies sei ungeeignet, um politische Ziele durchzusetzen, erklärte Ban in New York. Wegen der Unruhen in Bolivien nahm auch der diplomatische Konflikt zwischen den USA und linksgerichteten Regierungen Südamerikas an Schärfe zu. Bolivien und Venezuela einerseits sowie die USA wiesen gegenseitig ihre Botschafter aus. Das mittelamerikanische Honduras verschob die Akkreditierung des US-Botschafters auf unbestimmte Zeit. Der Konflikt in Bolivien dreht sich um den Versuch von Morales, eine Verfassungsreform zugunsten der armen Regionen mit indigener Bevölkerungsmehrheit durchzusetzen. Die reichen Regionen lehnen dies ab.

RIO DE JANEIRO: Brasilien plant in den kommenden 50 Jahren nach Regierungsangaben den Bau von fast 60 Atomkraftwerken. Es gebe ein entsprechendes Programm, das dem Nationalen Rat für Energiepolitik vorgelegt werden solle, teilte der brasilianische Energieminister Edson Lobao mit. Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva hatte im vergangenen Jahr die Wiederbelebung des brasilianischen Atomprogramms beschlossen. Derzeit stammt der größte Teil des in Brasilien erzeugten Stroms noch aus Wasserkraftwerken.

PARIS: Papst Benedikt XVI. hat am zweiten Tag seines Besuchs in Frankreich eine Messe vor dem Pariser Invalidendom mit rund 200.000 Teilnehmern gefeiert. Dabei verurteilte er einen Lebensstil, der die Gier nach Geld in den Mittelpunkt stellt. Am Freitag war das Oberhaupt der katholischen Kirche mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy im Élysée-Palast zusammengetroffen. In einer Rede vor etwa 700 Intellektuellen sprach er über die christlichen Wurzeln der europäischen Kultur und beklagte die "Gottlosigkeit" der Gesellschaft. Anlass der Reise ist die 150-Jahr-Feier der Marienerscheinungen in Lourdes. Dort wird der Papst noch an diesem Samstag erwartet.

LOS ANGELES: Bei einem schweren Zugunglück im US-Bundesstaat Kalifornien sind mindestens zehn Menschen getötet und etwa 100 verletzt worden. Wie die Behörden mitteilten, waren nördlich von Los Angeles ein Pendler- und ein Güterzug aus noch ungeklärter Ursache frontal zusammengestoßen. Einige Waggons entgleisten und gerieten in Brand. Zahlreiche Fahrgäste wurden in den Trümmern eingeschlossen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nordöstlich der Mittelgebirge zeitweise sonnig und meist trocken. Nach Südwesten und Westen hin dichtere Wolken und zeitweise Regen. Höchsttemperaturen zwölf bis 20 Grad Celsius.

Am Morgen meldeten:
Hamburg: 9 Grad, wolkenlos;
Berlin und Dresden: 7 Grad, wolkenlos;
Köln/Bonn: 14 Grad, Regen sowie
Frankfurt am Main und München: 13 Grad, Nieselregen.

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