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Nachrichten

Samstag, 13. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

POSEN: In Polen ist die UN-Weltklimakonferenz in der Frage nach mehr Geld für ärmere Länder gescheitert. Die Europäische Union und andere Staaten lehnten eine Forderung der Entwicklungsländer ab, eine Steuer in Höhe von zwei Prozent auf alle Transaktionen auf dem Kohlenstoffmarkt zu erheben. Damit hätte der Hilfsfonds zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels aufgestockt werden sollen. Konkrete Vereinbarungen zur Verringerung der klimaschädlichen Treibhausgase gab es nicht. Umweltschutzorganisationen zogen eine negative Bilanz.Der World Wildlife Fund erklärte, der Gipfel sei eine Zeitverschwendung gewesen. Die UN-Konferenz in Polen sollte die Grundlagen für ein globales Klimaabkommen legen, das Ende 2009 in Kopenhagen fertiggestellt werden und 2013 in Kraft treten soll.

BERLIN: Deutsche Umweltschutzorganisationen und Politiker haben die Beschlüsse des EU-Gipfels zum Klimaschutz und die Rolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert. Die Vize-Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion Bärbel Höhn sagte, das EU-Klimapaket sei ein Rückschritt. Die Kanzlerin habe einen Kniefall vor der Industrie vollführt. Der Greenpeace-Experte Karsten Smid erklärte, bei den erneuerbaren Energien sei das Paket zufriedenstellend, letztlich habe sich aber die Industrie durchgesetzt. Merkel habe sich zum verlängerten Arm der Energieindustrie machen lassen. Der Gipfel in Brüssel hatte am Freitag beim Klimaschutz unter anderem zahlreiche Ausnahmen für Energie-intensive Industrien und veraltete Kraftwerke in Osteuropa beschlossen.

BERLIN: Der mutmaßliche Verlust zehntausender Kreditkarten-Daten der Berliner Landesbank stellt nach Ansicht des Datenschützers Thilo Weichert eine neue Dimension des Missbrauchs von Kundeninformationen dar. Der Chef des schlewsig-holsteinischen Landeszentrums für Datenschutz sagte, der Fall stelle alle bisherigen Datenskandale in den Schatten. Vor allem die Qualität der Daten, die in unbefugte Hände geraten seien, sei besorgniserregend. Gravierend sei, dass auch die Geheimnummern (PIN) abhanden gekommen seien. Damit könnten Konten bis zum maximalen Kreditrahmen leergeräumt werden. Der "Frankfurter Rundschau" waren nach eigenen Angaben detaillierte Kreditkartenabrechnungen von zehntausenden Bankkunden zugespielt worden.

TOKIO: Japan will mit China und Südkorea zur Überwindung der globalen Finanzkrise zusammenarbeiten. Darauf verständigte sich Japans Ministerpräsident Taro Aso in bilateralen Gesprächen mit seinem chinesischen Amtskollegen Wen Jiabao sowie mit Südkoreas Präsident Lee Myung Bak. Die drei asiatischen Führer kamen anschließend in der südjapanischen Stadt Fukuoka erstmals zu einem gemeinsamen Gipfeltreffen zusammen. Bei dem Dreier-Treffen stand neben der globalen Krise auch der Streit um Nordkoreas Atomwaffenprogramm auf der Tagesordnung. Dabei bedauerten alle Beteiligten die mangelnde Kooperation Nordkoreas, Inspektionen seiner Atomanlagen zuzulassen.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat den amerikanischen Autobauern den Zugang zum 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket für die Finanzbranche in Aussicht gestellt. Damit scheint die akute Gefahr einer baldigen Insolvenz des Opel-Mutterkonzerns General Motors vorerst abgewendet. Sofortkredite in Höhe von 14 Milliarden Dollar für die drei großen Autobauer GM, Ford und Chrysler waren am Freitag am Widerstand der Republikaner im US-Senat gescheitert. General Motors kündigte unterdessen an, im ersten Quartal 2009 fast ein Drittel seiner Kapazitäten in den USA, Kanada und Mexiko zeitweise stilllegen zu wollen.

BERLIN: Die Bundesregierung steht trotz des Scheiterns der US-Rettungspläne für den amerikanischen Autokonzern General Motors zu ihrem Hilfsangebot für die deutsche Tochtergesellschaft Opel. Sollte der Rüsselsheimer Autobauer offiziell eine staatliche Bürgschaft beantragen, könne die Regierung schnell und zügig handeln, verlautete offiziell aus Berlin. Voraussetzung bleibe aber, dass die Hilfe bei den Opel-Standorten in Deutschland mit ihren rund 25.000 Beschäftigten ankomme und nicht beim US-Konzern General Motors wirkungslos versickere.

ATHEN: Nach tagelangen Krawallen hat sich die Lage in der griechischen Hauptstadt zuletzt wieder beruhigt. Unbekannte hatten lediglich in der Nacht zum Samstag auf insgesamt fünf Bankfilialen in einer Athener Vorstadt Brandanschläge verübt. Auch aus anderen Städten des Landes wurden nach Berichten örtlicher Medien keine weiteren Zwischenfälle gemeldet. Die Studenten und Schüler wollen ihre Proteste nach eigenen Angaben erst am Montag wieder fortsetzen. Die mehrtägigen Unruhen waren durch den Tod eines Jugendlichen ausgelöst worden. Der Junge war vor einer Woche durch die Kugel eines Polizisten getötet worden.

NEW YORK: Die Vereinten Nationen haben Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo vorgeworfen, einen Stellvertreterkrieg zu führen. Ruanda unterstütze die Tutsi-Rebellen von Laurent Nkunda im Kampf gegen die kongolesische Regierung, heißt es in einem jetzt dem UN-Sicherheitsrat vorgelegten Untersuchungsbericht. Umgekehrt arbeiteten die kongolesischen Streitkräfte mit den gegen die ruandische Regierung kämpfenden Hutu-Rebellen zusammen.

WASHINGTON: Ein heftiger Wintereinbruch mit Schnee und Eisregen hat im Nordosten der USA mehrere Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. In den Staaten New Hampshire und Massachusetts erklärten die Gouverneure den Notstand. Von Stromausfällen betroffen waren auch die Staaten Maine, Vermont und Pennsylvania.

NEW YORK: Hollywood-Schauspieler Van Johnson ist tot. Der Star aus Filmen wie 'Kampf in den Wolken' und 'Dreißig Sekunden über Tokio' starb im Alter von 92 Jahren in einem Altersheim. Das berichtete die New York Times. In den 40er und 50er Jahren war der Amerikaner oft neben Stars wie Esther Williams und Elizabeth Taylor aufgetreten.

DÜSSELDORF: Der israelische Autor Amos Oz ist mit dem Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet worden. Die Jury erklärte, in seinem Werk vereine der 69-Jährige "literarische Kreativität, politische Sensibilität und humanistisches Engagement in einer Weise, die an Heine erinnert." Oz werde auch als Brückenbauer zwischen Israelis und Palästinensern gewürdigt. Oz ist Mitbegründer der israelischen Friedensbewegung. Der Heine-Preis ist mit einem Preisgeld von 50.000 Euro verbunden und gehört damit zu den höchst dotierten deutschen Literaturauszeichnungen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Osthälfte wolkenreich oder trübe. Im Nordosten Nieselregen, sonst meist trocken. Nach Westen und an den Alpen Aufheiterungen. Höchstwerte zwischen minus zwei und vier Grad.

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