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Nachrichten

Samstag, 12. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NEW YORK: Russland und China haben die vom Weltsicherheitsrat geplanten Sanktionen gegen Simbabwe verhindert. Die Resolution fand zwar das notwendige Mindestvotum, sie scheiterte aber am Veto der beiden Länder. Die westlichen Staaten wollten Präsident Robert Mugabe und 13 weitere Regierungsmitglieder wegen Unterdrückung der Opposition mit einem Reiseverbot und dem Einfrieren von Auslandskonten belegen. Außerdem war ein striktes Waffenembargo vorgesehen. Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Zalmay Khalilzad, zeigte sich verärgert. Russlands Präsident Dmitri Medwedew habe noch vor einigen Tagen beim G-8-Gipfel in Japan Sanktionsbeschlüssen zugestimmt, so dass nun Zweifel an Russlands "Glaubwürdigkeit als G-8-Partner" aufkämen. In einer Stellungnahme des chinesischen Außenministeriums heißt es, Sanktionen seien den angestrebten Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition in Simbabwe abträglich.

BERLIN: Von den drei in der Türkei von Aufständischen der verbotenen Kurdenpartei PKK entführten Deutschen gibt es weiterhin kein Lebenszeichen. Es sei weder einheimischen noch deutschen Ermittlern gelungen, Kontakt zu den Entführern aufzunehmen, hieß es aus Sicherheitskreisen in Berlin. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble lobte derweil die türkischen Behörden für ihr Verhalten. Er habe den Eindruck, dass diese sehr umsichtig vorgingen, sagte Schäuble der 'Passauer Neuen Presse'. Der CDU-Politiker bekräftigte zudem, die Bundesregierung werde auf die Forderungen der Entführer nicht eingehen. Die PKK hatte zuletzt eine Kehrtwende in der deutschen Kurdenpolitik gefordert. Die Kameraden der am Berg Ararat verschleppten Bergsteiger sind unterdessen wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt.

KÖLN: Nach dem Unfall eines Schnellzugs vom TYP ICE 3 am Mittwoch hat die Staatsanwaltschaft Köln die Ermittlungen aufgenommen. Beim Herausfahren aus dem Bahnhof Köln war der Zug wegen einer defekten Radsatzwelle entgleist. Es werde wegen des Anfangsverdachts einer Gefährdung des Bahnbetriebs ermittelt, teilte die Behörde mit. Ihr lägen mehrere Zeugenaussagen vor, wonach Fahrgäste das Bahnpersonal bereits nach Verlassen des Bahnhofs in Frankfurt am Main auf verdächtige Geräusche hingewiesen hätten. Der Zug war danach mit einer Geschwindigkeit von 300 Kilometern weitergefahren. Die Bahn rief inzwischen 61 Züge der dritten ICE-Generation zur Überprüfung in die Werkstätten. Dadurch kommt es bis Montag zu massiven Behinderungen im Fernreiseverkehr.

BERLIN: Die Energieversorgung in Deutschland wird nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf absehbare Zeit klimagerecht nicht völlig ohne Kernenergie sichergestellt werden können. Eine Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke werde sich daher spätestens in der nächsten Legislaturperiode stellen, sagte Merkel der 'Bild am Sonntag'. Die Kanzlerin lehnte zugleich das Kompromissangebot der SPD ab, im Gegenzug für längere Laufzeiten den Atomausstieg im Grundgesetz zu verankern. Die Frage der jeweiligen Energieversorgung sei keine Frage der Verfassung.

ROM: Papst Benedikt XVI. hat seine knapp zehntägige Reise nach Australien begonnen. Er soll am Sonntag in Sydney eintreffen, wo der 81-Jährige am internationalen Weltjugendtag teilnehmen wird. Das offizielle Programm beginnt am 17. Juli. Höhepunkt seines Besuchs ist eine Messe, zu der auf einer umgebauten Pferderennbahn eine halbe Million Besucher erwartet werden. Auch ein Treffen Benedikts mit Australiens Premierminister Kevin Rudd ist geplant.

HAVANNA: In Kuba hat Präsident Raúl Castro seine Landsleute auf wirtschaftlich schwierigere Zeiten vorbereitet. Vor der Nationalversammlung in Havanna machte der Bruder und Nachfolger von Revolutionsführer Fidel Castro die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise dafür verantwortlich, dass eine allgemeine Anhebung der Löhne vorerst nicht möglich sei. Der durchschnittliche Monatsverdienst liegt in Kuba bei umgerechnet 13 Euro. Castro kündigte zugleich an, dass bald die Verteilung von Land an diejenigen beginnen solle, die es auch bearbeiten wollten. Vor allem von dieser Reform verspricht sich die kommunistische Regierung eine Wiederbelebung der eigenen landwirtschaftlichen Produktion.

LOS ANGELES: Im Zuge der Immobilienkrise ist erneut eine Bank in den USA zusammengebrochen. Wegen akuter Liquiditätslücken wurde die kalifornische Indymac-Bank der Kontrolle des staatlichen Einlagenversicherungsfonds unterstellt. Die Schließung war durch einen schlagartigen Vertrauensverlust der Kunden mitverursacht worden. Diese hatten seit Juni 1,3 Milliarden Dollar an Einlagen zurückgefordert. Von einer Pleite bedroht sind auch die beiden US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Nachdem beide am Freitag einen Kurssturz an der Börse verzeichneten, sagte die Regierung in Washington den Finanzinstituten Unterstützung zu. Als weitere Maßnahme, die Krise einzudämmen, beschloss der Senat eine Gesetzesvorlage mit staatlichen Garantien im Wert von rund 300 Milliarden Dollar für Immobilienkredite. Damit können verschuldete Eigenheimbesitzer neue Hypotheken aufnehmen und eine eventuell drohende Zwangsvollstreckung verhindern. Der Gesetzentwurf muss nun mit dem Repräsentantenhaus abgestimmt werden. Danach ist die Unterschrift von US-Präsident George W. Bush erforderlich.

LOS ANGELES: Durch die verheerenden Waldbrände in Kalifornien ist ein weiterer Mensch ums Leben gekommen. Es handelt sich um einen Bewohner der Ortschaft Concow. Vermutlich war er der Anordnung zur Evakuierung nicht nachgekommen. Im gesamten Bundesstaat wüten immer noch mehr als 300 Brände. Zur Unterstützung der Feuerwehrleute ordnete Gouverneur Arnold Schwarzenegger den Einsatz von weiteren 2.000 Mann der Nationalgarde an. Zudem hätten Mexiko, Kanada, Australien und Neuseeland Helfer und Gerätschaft zugesagt.

ZUM SPORT: Die diesjährige Tour de France hat ihren ersten Doping-Fall. Der Spanier Manuel Beltran wurde nach Angaben der französischen Anti-Doping-Agentur positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet und umgehend von seinem italienischen Rennstall suspendiert. Mit dem Luxemburger Kim Kirchen im Gelben Trikot und dem Deutschen Stefan Schumacher geht die Rundfahrt an diesem Samstag auf die achte Etappe von Figeac nach Toulouse.

Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa hat in Rom einen neuen Weltrekord aufgestellt. Die 26-jährige Russin steigerte ihre eigene Bestmarke um 2 Zentimeter auf 5 Meter 03.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich der Donau stark bewölkt mit Regen. Sonst sonst wechselnd bewölkt mit sonnigen Abschnitten aber auch Schauern. Höchsttemperaturen zwischen 18 und 26 Grad.

Am Morgen meldeten:
Hamburg: 18°, stark bewölkt;
Berlin: 20°, wolkig;
Dresden: 19°, stark bewölkt;
Köln/Bonn: 17°, wolkig;
Frankfurt Am Main: 18°, wolkig und
München: 19°, stark bewölkt.

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