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Nachrichten

Samstag, 12. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TAIPEH: In Taiwan ist ein neues Parlament gewählt worden. Laut Umfragen wird eine klare Mehrheit für die oppositionelle Nationalpartei Kuomintang erwartet, die sich für eine Wiedervereinigung mit der Volksrepublik China einsetzt. Die regierende Fortschrittspartei von Präsident Chen Shui-bian dürfte nur auf 40 Prozent der Sitze im neuen Parlament kommen. Als Gründe gelten die Unzufriedenheit über die wirtschaftliche Entwicklung, mehrere Korruptionsskandale und die Spannungen mit China. Der künftige Kurs Taiwans im Umgang mit der Volksrepublik wird sich weiter klären, wenn im März Präsidentschaftswahlen abgehalten werden. Obwohl Taiwan seit 1949 faktisch von der Volksrepublik getrennt ist, betrachtet Peking die Inselrepublik als abtrünnige Provinz.

KUWAIT-STADT: US-Präsident George W. Bush ist zu Gesprächen über die weitere Stabilität des Irak nach Kuwait gereist. Nach der Verstärkung der amerikanischen Truppen im Irak vor einem Jahr sei dort die Hoffnung auf Frieden zurückgekehrt, sagte Bush beim Besuch eines US-Stützpunktes in Kuwait. Zugleich kündigte er an, das Engagement der USA im Irak werde auch über seine Amtszeit hinaus bestehen bleiben. Der langfristige Erfolg im Irak sei von größter Bedeutung für die Stabilität in der gesamten Region. Syrien und den Iran forderte Bush auf, den Terrorismus im Irak zu unterbinden. Bush hatte zuvor Israel und die Palästinensergebiete besucht, wo er sich über den Fortgang der israelisch-palästinensischen Verhandlungen informierte.

NAIROBI: Im Konflikt um die umstrittene Wiederwahl des kenianischen Präsidenten Mwai Kibaki vermittelt jetzt der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan. In einer Erklärung fordert Annan beide politischen Seiten dazu auf, sich um eine friedliche Lösung der Krise zu bemühen. Die zweitägigen Vermittlungsversuche des Präsidenten Ghanas und Vorsitzenden der Afrikanischen Union, John Kufuor, waren zuvor gescheitert. Seit der umstrittenen Präsidentenwahl Ende Dezember wurden bei Unruhen in Kenia mindestens 600 Menschen getötet. Oppositionsführer Raila Odinga wirft Kibaki Wahlbetrug vor. Für die nächste Woche rief die Opposition zu mehrtägigen Massenprotesten auf.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat den Angriff sudanesischer Truppen vom Montag auf einen Hilfskonvoi der UN und Afrikanischer Union in Darfur scharf verurteilt. In einer einstimmig angenommen Erklärung der 15 Ratsmitglieder heißt es, jeder der versuche, die Bemühungen um Frieden in der westsudanesischen Krisenregion zu torpedieren, müsse mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen. Diplomaten erläuterten anschließend, die UN schlössen auch neue wirtschaftliche, politische oder militärische Sanktionen gegen die Regierung in Khartum nicht aus.

TIFLIS: Mit großer Mehrheit haben sich die Georgier für den Beitritt ihres Landes zur NATO ausgesprochen. Nach Angaben der Wahlkommission stimmten 72,5 Prozent der Berechtigten parallel zur Präsidentenwahl am vergangenen Samstag dafür. Der amtierende Staatschef Michail Saakaschwili strebt eine baldige Mitgliedschaft in dem westlichen Bündnis an, um Georgien weiter dem Einfluss Russlands zu entziehen. Das Ergebnis der Volksabstimmung hat aber nur einen empfehlenden Charakter. - Das amtliche Endergebnis der Präsidentenwahl soll am Sonntag mitgeteilt werden. Dessen ungeachtet wurde Saakaschwili bereits zum Sieger erklärt. Die Opposition spricht von Betrug und fordert eine zweite Wahlrunde.

BERLIN: Nach den Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden hat nun auch der Deutsche Gewerkschaftsbund die Bundesregierung aufgefordert, die Gesundheitsreform zu stoppen. Die große Koalition müsse den Gesundheitsfonds aussetzen und eine echte Finanzreform des Gesundheitswesens in Angriff nehmen, forderte DGB-Chef Michael Sommer in einem Interview der 'Bild am Sonntag'. So stellten die geplanten Zusatzbeiträge vor allem für Geringverdiener eine unzumutbare Belastung dar. Ein weiterer Beweis für die missglückte Reform sei, dass mit Rekordbeiträgen für die Krankenkassen beim Start des Fonds 2009 gerechnet werde. Sommer verlangte stattdessen die schrittweise Einführung einer Bürgerversicherung unter Einbeziehung der Privatversicherten.

ROM: Von Neapel nach Sardinien verfrachtete Müllberge haben gewalttätige Proteste auf der italienischen Mittelmeerinsel ausgelöst. In der sardischen Hauptstadt Cagliari kam es in der Nacht zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Gegner der Müllverschiffung bewarfen Polizisten mit Abfall, Steinen und Flaschen. Die Polizei setzte dagegen Tränengas und Schlagstöcke ein. Der Protest hatten begonnen, nachdem ein erstes Schiff mit 1.500 Tonnen Müll aus Neapel Mitte der Woche Kurs auf Sardinien genommen hatte. Fehlende oder überfüllte Deponien in der süditalienischen Region Kampanien haben dazu geführt, dass sich vor allem in und um Neapel seit Weihnachten der Müll in den Straßen türmt.

LONDON: In der englischen Hafenstadt Liverpool haben die Feiern anläßlich des Titels Europäische Kulturhauptstadt 2008 begonnen. Den Startschuss lieferte eine Show vor 50.000 Zuschauern mit Feuerwerk, Tanz und Akrobatik. Mehr als 300 kulturelle Events werden über das Jahr verteilt folgen. Liverpool erhofft sich dadurch ein besseres Image. Denn die 460.000 Einwohner zählende Hafenstadt hatte seit dem Niedergang der traditionellen Industrie in den 70er und 80er Jahren vor allem mit Arbeitslosigkeit und Armut von sich reden gemacht. Den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt teilt sich Liverpool mit der norwegischen Hafenstadt Stavanger. Dort soll im Lauf des Tages ebenfalls ein Festprogramm eröffnet werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten ein Mix aus Sonne und Wolken. Sonst wechselnd bis stark bewölkt und etwas Regen, vor allem an den Alpen. Die Höchsttemperaturen reichen von zwei bis acht Grad.

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