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Nachrichten

Samstag, 12. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: In der Affäre um den von der Bundeswehr veranlassten Luftangriff im nordafghanischen Kundus sind neue Hintergründe bekannt geworden. Die "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel-online" melden unter Berufung auf einen geheimen Bericht der Afghanistan-Schutztruppe ISAF, anders als bisher behauptet habe der Angriff vom 4. September nicht in erster Linie auf die Zerstörung zweier von Taliban entführten Tankwagen gezielt. Vielmehr sollten eine Gruppe Taliban-Kämpfer und ihre Anführer getötet werden. Er wollte "die Menschen angreifen, nicht die Fahrzeuge", heiße es in dem Bericht über den für den Angriff verantwortlichen Oberst Georg Klein. In dem ISAF-Report ist laut "Süddeutscher Zeitung" von mehr als hundert Toten durch den Luftangriff die Rede. 30 bis 40 Zivilisten seien getötet oder verletzt worden,

KOPENHAGEN/ BRÜSSEL: Auf dem Weg zu einem neuen Klimaabkommen gibt es weitere konkrete Angebote. Die Europäische Union verständigte sich darauf, Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern mit jährlich 2,4 Milliarden Euro zu unterstützen. Deutschland will dafür jeweils 420 Millionen Euro aufwenden. In Kopenhagen legte eine Arbeitsgruppe der UN den Entwurf für eine Übereinkunft vor, der bis 2050 eine Verringerung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes um mindestens 50 Prozent vorsieht. Die Industrienationen sollen davon den Löwenanteil tragen. Mehrere EU-Regierungen forderten von den USA und China, sich endlich zu spürbaren Begrenzungen ihrer CO2-Emissionen zu bekennen. --- Die Verhandlungen in der dänischen Hauptstadt gehen kommende Woche in die entscheidende Runde. Dazu haben sich über 100 Staats- und Regierungschefs angesagt.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat weitere deutsche und europäische Vorleistungen zur Erreichung eines Klimaschutzabkommens bei der UN-Konferenz in Kopenhagen strikt abgelehnt. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass die EU-Staaten beim Klimaschutz vorangingen, andere Länder jedoch nichts täten und dann Arbeitsplätze mit dem Argument geringerer Kosten beim Klimaschutz abwerben wollten, sagte Merkel der Zeitung "Bild am Sonntag". Um dies zu verhindern, müsse es ein globales Klimaabkommen geben, betonte die Kanzlerin.

SYDNEY/ KOPENHAGEN: Zum Auftakt weltweiter Proteste anlässlich des Weltklimagipfels ist es in mehreren Städten Australiens zu Großdemonstrationen gekommen. Zehntausende Menschen beteiligten sich am so genannten "Marsch gegen die Erderwärmung". Am Tagungsort in Kopenhagen werden an diesem Samstag bis zu 60.000 Demonstranten aus ganz Europa erwartet. Das dänische Parlament hatte jüngst eigens für das Gipfeltreffen drastische Strafverschärfungen für gewalttätige Protestteilnehmer verabschiedet. --- Bereits am Freitag waren in Kopenhagen 75 Demonstranten festgenommen worden.

WASHINGTON: Das US-Repräsentantenhaus hat mit den Stimmen der Demokraten von Präsident Barack Obama ein Gesetzespaket zur Regulierung der Finanzmärkte verabschiedet, das Bankenkrisen wie im Herbst 2008 künftig verhindern soll. Vorgesehen ist die Schaffung mehrerer Aufsichtsorgane, die unter anderem den Handel mit riskanten Wertpapieren überwachen sollen. Zudem wird eine Behörde zum Schutz privater Kunden von Finanzinstituten eingerichtet. Der Senat wird sich Anfang 2010 mit dem Entwurf befassen.

BRÜSSEL/ ANKARA: Die Europäische Union hat sich besorgt gezeigt über das Verbot der wichtigsten Kurden-Partei in der Türkei. Auch wenn man den Kampf gegen Gewalt und Terrorismus im Blick habe, dürfe man die Auflösung politischer Parteien nur mit größter Zurückhaltung betreiben, erklärte die schwedische EU-Ratspräsidentschaft. Auch die USA mahnten zu "äußerster Vorsicht" und appellierten an die türkische Regierung, "politische Freiheiten für alle Bürger" durchzusetzen. Das türkische Verfassungsgericht hatte die einzige im Parlament vertretene Kurden-Partei, die "Partei für eine Demokratische Gesellschaft" (DTP) verboten. Als Grund wurden enge Verbindungen zu der im Untergrund operierenden Kurdischen Arbeiterpartei PKK genannt. --- Kritiker sprachen von einem Rückschlag für die jüngste Versöhnungspolitik der Regierung gegenüber der kurdischen Minderheit.

ASTANA: Der chinesische Präsident Hu Jintao ist auf der ersten Station seiner Zentralasien-Reise in der kasachischen Hauptstadt Astana eingetroffen. Sein Besuch demonstriert das wachsende strategische Interesse Chinas an der Region und dient konkret der Einweihung der neuen Gaspipeline von Turkmenistan über Usbekistan und Kasachstan in das westchinesische Xinjiang. Peking profitiert bei seiner Energiepolitik von jüngsten Verstimmungen der ehemaligen Sowjetrepubliken mit Russland und dessen Staatskonzern Gazprom. --- Die Präsidenten der vier beteiligten Staaten werden die Pipeline am Montag gemeinsam im turkmenischen Aschgabat eröffnen.

BAGDAD: Der russische Konzern Lukoil hat die Lizenz für das Riesenölfeld "West Kurma Zwei" im Süden des Irak erhalten, eines der größten unerschlossenen Ölreservoire weltweit. Entsprechende Verträge mit Lukoil und seinem norwegischen Partner Statoil bestätigte der irakische Ölminister Hussain Al Schahristani in Bagdad in der zweiten Auktionsrunde um Förderrechte. --- Am Freitag hatte ein Konsortium unter Führung des europäischen Ölgiganten Shell den Zuschlag für das nahegelegene Madschnun-Feld erhalten.

WASHINGTON: Die USA und Japan haben sich grundsätzlich darauf verständigt, bestehende Einschränkungen im Luftverkehr zwischen beiden Staaten aufzuheben. Das "Open-Skies"-Abkommen solle es den Fluggesellschaften ermöglichen, Routen und Zahl der Flüge nach eigenem Ermessen zu bestimmen, wie das US-Verkehrsministerium mitteilte. Vorteile davon dürfte vor allem auch "American Airlines" haben, die eine weitreichende Allianz mit der angeschlagenen "Japan Airlines" anstrebt. --- Ähnliche "Open-Skies"-Abkommen haben die USA auch mit der Europäischen Union und Australien geschlossen.

BERLIN: Das Vorstandsmitglied der Bundesbank, Thilo Sarrazin, hat nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung ein Kopftuchverbot für muslimische Schülerinnen gefordert. Bei einer Veranstaltung in Berlin habe Sarrazin erklärt, das Kopftuch sei kein religiöses Symbol, sondern ein Symbol des Machtanspruches des Mannes über die Frau. - Sarrazin, früher Finanzminister in Berlin, war vor Wochen in die Kritik geraten, nachdem er Türken und Arabern in der deutschen Hauptstadt fehlenden Willen zur Integration vorgeworfen hatte.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wolkenreich und immer wieder Schnee- und Regenschauer. Tagestemperaturen null bis fünf Grad Celsius.

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