1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Samstag, 12. August 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat einstimmig eine Resolution zum Libanon-Konflikt verabschiedet, in der das höchste UN-Gremium zu einem Ende der Gewalt aufruft. In der Resolution ist vorgesehen, dass die UN-Truppe im Südlibanon von derzeit etwa 2.000 auf bis zu 15.000 Soldaten aufgestockt wird. Zusammen mit 15.000 libanesischen Soldaten soll die UN-Truppe künftig Israel vor Angriffen der Hisbollah-Miliz schützen. Israel wird in der Resolution aufgefordert, seine Soldaten aus dem Libanon zurückzuziehen. Die israelische und die libanesische Regierung signalisierten Zustimmung. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, nun komme es darauf an, die Resolution schnell und konsequent umzusetzen.

BEIRUT: Ungeachtet aller Friedensbemühungen hat die israelische Armee ihre Bodenoffensive gegen die Hisbollah-Miliz im Südlibanon ausgeweitet. Nach Angaben eines Militärsprechers rücken Bodentruppen in Richtung Litani-Fluss vor, der bis zu 30 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze verläuft. Ministerpräsident Ehud Olmert hatte zuvor grünes Licht für die bereits am Mittwoch beschlossene Ausweitung der Offensive gegeben. - Bei neuen israelischen Luftangriffen auf Ziele im Libanon gab es wieder Tote und Verletzte. Unter Beschuss geriet auch ein Flüchtlingskonvoi.

BERLIN: Die Bundeswehr wäre nach Ansicht von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan personell dazu in der Lage, sich an einem internationalen Libanon-Einsatz zu beteiligen. Noch seien nicht in allen Waffengattungen die Kräfte bis zum Anschlag in Einsätzen gebunden, sagte Schneiderhan der "Berliner Zeitung". Die Bundeswehr sei nicht nur auf Stabilisierungs- sondern auch auf Kampfeinsätze im Ausland vorbereitet. Zunächst müsse aber das Mandat für eine internationale Truppe abgewartet werden. Aus der CDU hatte es geheißen, die Bundeswehr sei mit ihren Auslandseinsätzen bereits so weit ausgelastet, dass sie nicht im Nahen Osten eingesetzt werden könne.

LONDON/BERLIN: Zwei Tage nach der Aufdeckung der Anschlagspläne auf Passagierflugzeuge gilt in Großbritannien weiter die höchste Alarmstufe. Die wichtigsten Verdächtigen seien festgenommen worden, Mitverschwörer könnten jedoch noch auf freiem Fuß sein, teilte die Regierung in London mit. Mehrere europäische Länder verschärften ihre Sicherheitsbestimmungen. In Deutschland dürfen bei Flugreisen demnächst keine Flüssigkeiten mehr im Handgepäck mitgenommen werden. Die Gefährdung durch Flüssigkeiten sei bisher unterschätzt worden, sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. - Er schlug eine baldige Sicherheitskonferenz auf EU-Ebene vor, um einheitliche Regelungen zu finden. Die in London ausgehobene Islamistengruppe hatte angeblich Flugzeuge mit flüssigem Sprengstoff in der Luft zerstören wollen.

BAGDAD: Bei einer Razzia während einer Trauerfeier hat die US-Armee im Irak nach eigenen Angaben 60 mutmaßliche Extremisten festgenommen. Sie sollen Verbindungen zu einer Terrorzelle haben, die für eine Serie von Autobomben-Anschlägen in der irakischen Hauptstadt Bagdad verantwortlich gemacht wird. Die Verdächtigen wurden nach Militär-Angaben im südlichen Stadtteil Arab Dschabur aufgegriffen, der als Hochburg sunnitischer Aufständischer gilt.

KABUL: Bei Gefechten mit Aufständischen im Nordosten Afghanistans sind drei Soldaten der US-geführten Koalitionstruppen getötet worden. Das bestätigte ein amerikanischer Militärsprecher. Im Süden Afghanistans wurde ein kanadischer Nato-Soldat bei einem Selbstmord- Anschlag getötet. Der Attentäter hatte mit einem Auto einen Militärkonvoi gerammt und eine Bombe gezündet.

COLOMBO: Die Gefechte zwischen tamilischen Rebellen und Regierungstruppen in Sri Lanka nehmen kein Ende. Neue Kämpfe wurden aus dem Norden und dem Nordosten des Landes gemeldet. Dort hätten die Rebellen Stützpunkte der Marine und der Luftwaffe angegriffen, verlautete aus Militärkreisen. In den vergangenen Wochen ist der offiziell noch nicht aufgekündigte Waffenstillstand faktisch zusammengebrochen. Nach UN-Schätzungen sind 50.000 Menschen vor den Kämpfen auf der Flucht.

FRANKFURT AM MAIN: Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass war nach eigenen Angaben im Zweiten Weltkrieg Mitglied der Waffen-SS. Bisher war nur bekannt, dass der Schriftsteller gegen Ende des Krieges Flakhelfer war. Jetzt gestand Grass in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ein, er sei 1944 als 17-Jähriger zur Waffen-SS einberufen worden. Damals habe er keine Schuldgefühle gehabt. Erst in späteren Jahren habe er diese Zeit als Schande und Makel empfunden, sagte Grass. In seiner im Herbst erscheinenden Autobiografie greife er das Thema auf.

KOUROU: Eine Ariane-Fünf-Rakete ist von Kourou in Französisch- Guayana in den Weltraum gestartet und hat erfolgreich zwei Satelliten in die Umlaufbahn gebracht. Bei einem der Satelliten handelt es sich um einen Militärsatelliten, der die französische Armee bei Einsätzen in der ganzen Welt mit abhörsicheren Frequenzen unterstützen soll. Nach Angaben aus Paris sollen auch die NATO sowie die deutschen und belgischen Streitkräfte den Satelliten nutzen. Mit der Ariane wurde auch ein japanischer Telekomunikations-Satellit ins All gebracht.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet Schauer und Gewitter. Nur im äußersten Osten meist trocken. Höchstwerte 14 bis 22 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 15 Grad, stark bewölkt;
Berlin: 16 Grad, wolkig;
Dresden: 14 Grad, leicht bewölkt;
Köln/Bonn: 12 Grad, wolkig;
Frankfurt am Main: 13 Grad, Schauer und
München: 11 Grad, stark bewölkt.

Audio und Video zum Thema