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Nachrichten

Samstag, 12. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Mit einer besseren Kontrolle der Geldmärkte wollen die sieben großen Industriestaaten (G-7) künftige Finanzkrisen und neue milliardenschwere Verluste vermeiden. Bei ihrem Treffen in Washington billigten die G-7-Finanzminister einen Entwurf, der Banken und andere Finanzunternehmen zu mehr Transparenz verpflichtet und die globale Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden verbessern soll. Als vertrauenbildenden Schritt forderten die Minister Großbanken auf, in den nächsten 100 Tagen ihre erwarteten Verluste offenzulegen. Die G-7-Minister und Notenbankchefs kommen an diesem Wochenende mit Vertretern des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank zusammen. Auch auf dieser Frühjahrstagung geht es vorrangig um die noch immer andauernde Finanzkrise, die durch faule Hypotheken in den USA ausgelöst worden war.

WASHINGTON/ DARESALAAM: Deutschland und die USA drängen China zum Dialog mit dem Dalai Lama. Die kommunistische Führung in Peking solle das Gespräch mit denjenigen Vertretern Tibets suchen, die Gewalt ablehnten und keine Loslösung von der Volksrepublik verlangten, hieß es nach einem Treffen von US-Außenministerin Condoleezza Rice mit ihrem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier in Washington. Der chinesische Präsident Hu Jintao erklärte, bei diesem Konflikt gehe es im Kern um die nationale Einheit und nicht um ethnische oder religiöse Fragen oder gar die Menschenrechte. Der Dalai Lama müsse dem Separatismus abschwören und aufhören, die Bewegung gegen die Olympischen Spiele zu unterstützen, zitieren die amtlichen Agenturen den Staatschef. --- Das olympische Feuer wird nun auf den afrikanischen Kontinent gebracht, zunächst nach Tansania. Anders als in London, Paris und San Francisco war es in Buenos Aires nur zu vereinzelten und zu friedlichen Protesten gegen China gekommen.

BAGDAD: Die US-Armee hat in der irakischen Hauptstadt nach eigenen Angaben mindestens 13 schiitische Milizionäre getötet. Die Soldaten hätten auf Angriffe gegen ihre Konvois reagiert, die Kriminelle von Gebäudedächern aus verübt hätten, heißt es in einer Erklärung der amerikanischen Armee. Im Bagdader Stadtteil Sadr-City liefern sich schiitische Milizen seit Wochen schwere Kämpfe mit irakischen Regierungstruppen und der US-Armee. Nach der Ermordung eines engen Vertrauten des radikalen Schiitenpredigers Moktada Sadr hatten sich die Gefechte verschärft. US-Hubschrauber und Kampfflugzeuge kreisten über Sadr-City, wo etwa zwei Millionen Menschen leben.

KABUL: Im Süden Afghanistans hat es nach Behördenangaben neue Kämpfe zwischen der Nato-geführten Friedenstruppe und Taliban-Milizen gegeben. Dabei sollen mehr als 20 Rebellen getötet worden sein. In der Provinz Nimros starben zwei indische Bauingenieure, als ein Selbstmordattentäter eine Bombe zündete. In der Hauptstadt Kabul traf inzwischen Frankreichs Außenminister Bernhard Kouchner ein. Frankreich hat zugesichert, seine Truppen in Afghanistan aufzustocken. Statt derzeit 1.600 will Frankreich 3.000 Soldaten stationieren.

HARARE: Unmittelbar vor Beginn eines Krisengipfels zu Simbabwe wird Südafrikas Präsident Thabo Mbeki zu Gesprächen in Harare erwartet. Mbeki werde mit seinem Amtskollegen Robert Mugabe zusammenkommen, bestätigten simbabwische Regierungsvertreter. Mit der Lage in Simbabwe, wo zwei Wochen nach der Präsidentenwahl noch immer keine Ergebnisse vorliegen und die Spannungen wachsen, befasst sich an diesem Samstag in Sambia die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft. Mugabe hat angekündigt, dem Treffen fernzubleiben und sich vertreten zu lassen. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel will dagegen zu dem Gipfel reisen.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat sich nach Informationen der 'Bild'-Zeitung zur Kandidatur für eine zweite Amtszeit entschlossen. Das berichtet das Blatt unter Berufung auf Regierungs- und Parteikreise. Köhler habe in den letzten Wochen bei mehreren Gesprächen mit den Parteichefs breite Unterstützung von CDU/CSU, FDP und SPD erhalten. Mit dieser parteiübergreifenden Unterstützung ist eine zentrale Bedingung erfüllt, die sich Köhler selbst für eine zweite Amtszeit ab Mai 2009 gesetzt hatte.

BERLIN: In der deutschen Hauptstadt wird an diesem Samstag mit Kundgebungen an die Deportationen mit der Reichsbahn in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur erinnert. Zu einer Veranstaltung am Brandenburger Tor werden Vertreter der Jüdischen Gemeinde und des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma erwartet. Ein Schweigemarsch führt zur Bahn-Konzernzentrale. Nach Angaben der Initiative "Zug der Erinnerung" wurden allein in Berlin mehr als 4.600 Kinder und Jugendliche mit der Reichsbahn in Vernichtungslager transportiert. --- Nach massivem Streit mit der Deutschen Bahn wird die mobile Ausstellung der Initiative am Sonntag nicht im Hauptbahnhof, sondern im Ostbahnhof Station machen.

BERLIN: Der Bundestag hat mit klarer Mehrheit die Vorschriften für die Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen in Deutschland gelockert. Wissenschaftler dürfen jetzt Zell-Linien aus dem Ausland einführen, die vor dem ersten Mai 2007 entstanden sind. Bisher war die Forschung nur an Stammzellen erlaubt, die vor dem 1. Januar 2002 im Ausland gewonnen worden waren. Wissenschaftler hoffen, dadurch bessere Heilmethoden für schwere Krankheiten zu finden. Bundesforschungsministerin Anette Schavan sprach von einem guten Signal für den Lebensschutz und die Wissenschaft. Scharfe Kritik kam von der katholischen Kirche. Für die Änderung des Stichtags votierten 346 Abgeordnete, 228 stimmten dagegen. Sechs Parlamentarier enthielten sich.

ZUM FUSSBALL: Die Bundesliga-Begegnung zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem VfL Wolfsburg zum Auftakt des 28. Spieltages ist nach sintflutartigem Regen wegen Unbespielbarkeit des Platzes nach der ersten Halbzeit abgebrochen worden. Die Franken hatten zu dem Zeitpunkt 1:0 geführt. --- Es war der erste Spielabbruch seit 32 Jahren und der sechste in der Bundesliga-Geschichte überhaupt. -- Zuletzt war 1976 ein Punktspiel abgebrochen worden. Grund waren damals bei der Begegnung zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Fortuna Düsseldorf Flaschenwürfe von den Zuschauerrängen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechsel von Sonne und Wolken, vor allem in der Westhälfte einzelne Schauer möglich. Maximal sieben bis 15 Grad.

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