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Nachrichten

Samstag, 11. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Ein Aktionsplan der sieben führenden Industrienationen -G7- soll dazu beitragen, die globale Finanzkrise zu überwinden. In dem Fünf-Punkte-Programm sicherten die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten westlichen Industrieländer in Washington zu, Zusammenbrüche großer Banken zu verhindern und staatliche Mittel für Kreditströme flüssig zu machen. Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück sprach anschließend von einem klaren Signal. Er deutete an, dass auch die Bundesregierung an einem Stützungsplan für Banken arbeite. Sein US-Kollege Henry Paulson sagte nach dem Treffen, die Führung in Washington werde schon bald Anteile an gefährdeten Banken aufkaufen. Die Finanzminister und Notenbankchefs waren zusammengekommen, nachdem trotz zahlreicher Finanzspritzen verschiedener Regierungen und einer konzertierten Leitzinssenkung weiter Panik an den Märkten herrschte.

BERLIN: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten laut einem Medienbericht im nächsten Jahr einen Wachstumseinbruch in Deutschland. Wie das Magazin 'Der Spiegel' berichtet, prognostizieren die acht Institute in ihrem Herbstgutachten für 2009 nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 0,2 Prozent. In der Folge werde erstmals seit Jahren die Arbeitslosigkeit wieder steigen. Im Frühjahr hatten die Institute noch ein Wachstum von 1,4 Prozent für 2009 vorhergesagt. - Auch die Bundesregierung rechnet einem Bericht der 'Süddeutschen Zeitung' zufolge mit einer stagnierenden Wirtschaftsleistung im nächsten Jahr. Die Finanzmarktkrise und die schlechte Wirtschaftslage in den USA hätten die Erwartungen deutlich verschlechtert.

ANKARA: Die türkischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben mehrere Dutzend mutmaßliche Stellungen kurdischer Rebellen im Nordirak bombardiert. Kampfflugzeuge und Artillerie hätten die Stützpunkte in der Nacht zum Samstag angegriffen, hieß es aus Ankara. Seit den heftigen Gefechten vom vergangenen Wochenende, bei denen in der türkisch-irakischen Grenzregion 17 Soldaten getötet worden waren, hatte es bereits eine Reihe von Vergeltungseinsätzen gegen die Aufständischen gegeben.

PJÖNGJANG: Das nordkoreanische Fernsehen hat erstmals seit fast zwei Monaten wieder Fotos von Staatschef Kim Jong Il gezeigt. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, besichtigte er darauf eine Fraueneinheit der Armee. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete den Besuch, schrieb aber nicht, wann er stattgefunden habe. Kim war Anfang September nicht bei der Truppenparade zum Nationalfeiertag erschienen. Der 66-Jährige hat bislang keinen offiziellen Nachfolger ernannt und sein Gesundheitszustand ist Gegenstand ständiger Spekulationen. Zurzeit hat Nordkorea den international vereinbarten Prozess zur Einstellung seines Atomprogramms gestoppt, weil es von den USA erwartet, von der Liste der Staaten gestrichen zu werden, die den Terrorismus unterstützen. Nach letzten Berichten steht dies kurz bevor.

HARARE: Im Streit um die Vergabe der Ministerposten hat Simbabwes Präsident Robert Mugabe fast alle Schlüsselressorts einseitig an seine Partei verteilt. Nach Presseberichten erhält seine ZANU-Partei insgesamt 14 Ministerien, darunter die umkämpften Ressorts Verteidigung und Inneres. Außerdem habe sich Mugabe den Zugriff auf das Außenministerium, das Verteidigungsministerium sowie das Informationsministerium gesichert. An die 'Bewegung für demokratischen Wandel' von Oppositionsführer Morgan Tsvangirai sollen danach 13 Ministerien gehen. Dieser sprach von einem Skandal. Wie es in Harare hieß, soll der frühere südafrikanische Präsident Thabo Mbeki in der kommenden Woche erneut zwischen beiden Seiten vermitteln.

ANCHORAGE: Die Republikaner in den USA haben wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Ein Parlamentsausschuss im US-Staat Alaska wirft der Gouverneurin Sarah Palin Amtsmissbrauch vor. Ein Untersuchungsbericht kommt zu dem Schluss, dass die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin bei der Entlassung eines ranghohen Polizeibeamten ihre Macht als Gouverneurin gesetzeswidrig missbraucht habe. Die Entlassung sei zwar gesetzeskonform gewesen, doch habe sich die Gouverneurin von einem privaten Familienstreit beeinflussen lassen, heißt es. Anhänger Palins kritisierten die Ermittlungen als politisch motiviert. Sanktionen werden in dem Bericht nicht empfohlen.

NEW YORK: Die beiden angeschlagenen US-Autobauer General Motors und Chrysler verhandeln nach übereinstimmenden Presseberichten über einen Zusammenschluss oder eine Übernahme von Chrysler durch GM. Das 'Wall Street Journal' meldet, treibende Kraft sei der amerikanische Finanzinvestor Cerberus, der große Anteile an beiden von der Kreditkrise gebeutelten Autobauern hält. Der Ford-Konzern plant nach Informationen des japanischen Fernsehens unterdessen, seine Anteile an Mazda zu verkaufen. Der US-Autobauer hält mehr als 33 Prozent an seinem japanischen Konkurrenten. Im Gespräch ist ein Erlös in Höhe von 800 Millionen Dollar. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

LIMA: In Peru hat die gesamte Regierung ihren Rücktritt erklärt. Hintergrund sind Korruptionsvorwürfe gegen Ministerpräsident Jorge del Castillo. Staatspräsident Alan Garcia kündigte eine umfassende Kabinettsumbildung an. Castillo steht im Verdacht, Teil eines Korruptionsnetzwerks um die Vergabe von Öl- und Gas-Konzessionen zu sein.

KLAGENFURT: Der österreichische Rechtspopulist und Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider ist tot. Der 58-Jährige kam nach Angaben der Polizei bei einem Autounfall ums Leben. Aus noch unbekannter Ursache sei Haider in Klagenfurt mit seinem Dienstwagen von der Straße abgekommen und habe sich überschlagen. - Durch seine rechtspopulistischen Äußerungen war Haider einer der umstrittensten und international bekanntesten Politiker Österreichs. Bei der Parlamentswahl Ende September hatte er mit seiner Partei 'Bündnis Zukunft Österreich' starke Zuwächse erzielt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Nebelauflösung vielfach sonnig. Nur im östlichen Mittelgebirgsraum sowie zwischen Main und Donau länger trüb. Höchstwerte 15 bis 22 Grad.

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