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Nachrichten

Samstag, 11. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag

BERLIN: Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder gehen an diesem Samstag weiter. In der Nacht hatten der Chef der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, und der Verhandlungsführer der Länder, Hartmut Möllring, die Gespräche unterbrochen. Sie sollen, wie verlautete, zeitweilig kurz vor dem Scheitern gestanden haben. Hauptstreitpunkte sind weiter die geplante Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich sowie die Kürzungen von Weihnachts- und Urlaubsgeld. Belastet wurden die Verhandlungen offenbar auch durch Uneinigkeit im Arbeitgeberlager. Vertreter der CDU/CSU-regierten Länder seien weniger kompromissbereit gewesen als die der SPD-regierten Länder.

BERLIN: Die Debatte um Korrekturen an der Föderalismusreform, die Bundestag und Bundesrat am Freitag auf den Weg gebracht haben, hält an. Kritikpunkte sind vor allem die Bereiche Bildung und Umwelt. FDP-Chef Guido Westerwelle kündigte Änderungsanträge im Bildungsbereich an, damit unter anderem Hochschulen mehr Autonomie erhielten. Der Vorsitzende des Sachverständigenrates für Umweltfragen, Hans-Joachim Koch, kritisierte die vorgesehene Kompetenzordnung zwischen Bund und Ländern als unklar, unsystematisch und hochgradig konfliktanfällig. Die Föderalismusreform soll spätestens Anfang 2007 in Kraft treten. Zunächst werden die mehr als 20 Verfassungsänderungen in den Ausschüssen beraten.

BERLIN: Deutschland wird sich nach Angaben von Verteidigungsminister Franz Josef Jung nicht leichtfertig in ein Engagement in der Demokratischen Republik Kongo hineindrängen lassen. Der 'Bild am Sonntag' sagte Jung, es werde sorgfältig geprüft, ob die als absolut notwendig angesehenen fünf Bedingungen für den Bundeswehr-Einsatz erfüllt seien. Diese seien das Einverständnis der kongolesischen Regierung, die räumliche Begrenzung auf die Hauptstadt Kinshasa sowie die zeitliche auf vier Monate, ein UN-Mandat und die Beteiligung mehrerer EU-Staaten. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana werde demnächst nach Kinshasa reisen, um diese Vorbedingungen zu klären.

NEW YORK: Die Afrikanische Union (AU) verlängert ihren Friedenseinsatz in der sudanesischen Krisenregion Darfur bis Ende September. Das bestätigte UN-Generalsekretär Kofi Annan. Damit will die AU Zeit gewinnen, die Regierung des Sudan vom geplanten Einsatz von UN-Friedenstruppen zu überzeugen. Die Vereinten Nationen wollen 10.000 Soldaten in den Sudan schicken, um dort die Einhaltung eines Friedensvertages zu überwachen.

WASHINGTON: Ein im November verschleppter Amerikaner ist im Irak getötet worden. Das US-Außenministerium teilte mit, dass es sich bei der am Freitagmorgen aufgefundenen Leiche um die des 54 Jahre alten Tom Fox handele. Er war einer von vier christlichen Friedensaktivisten, die am 26. November in Bagdad verschleppt wurden. Über das Schicksal der drei weiteren Geiseln - zwei Kanadier und ein Brite - sei nichts bekannt, sagte Ministeriumssprecher Noel Clay. Er wisse auch noch nicht, auf welche Weise Fox umgebracht worden sei.

NEW YORK/SALZBURG: Der Weltsicherheitsrat will den Iran kommende Woche dazu aufrufen, alle Forderungen der Internationalen Atomenergie-Behörde unverzüglich zu erfüllen. Sollte die Regierung in Teheran sich dem verweigern, verstärke dies die Dringlichkeit weiterer Schritte seitens der UN, heißt es in einem Entwurf des Weltsicherheitsrates zum Atomstreit.

SALZBURG: Die Außenminister der 25 EU-Staaten setzen an diesem Samstag ihr informelles Treffen mit Beratungen über das künftige Verhältnis zu den Balkan-Staaten fort. Dazu treffen die Minister ihre Amtskollegen aus Albanien, Serbien-Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Mazedonien. Zudem wird der türkische Außenminister Abdullah Gül ein Forum über den Dialog der Kulturen leiten. Nach dem Streit über die Mohammed-Karikaturen soll erörtert werden, wie das Verhältnis zwischen der westlichen und islamischen Welt verbessert werden kann.

PARIS: Die französische Polizei hat Tränengas gegen Studenten eingesetzt, die aus Protest gegen die Arbeitsmarktpolitik der Regierung die Pariser Universität Sorbonne besetzt hatten. Die Studenten demonstrierten gegen eine neue Art von Arbeitsverträgen, die so genannten CPE. Damit können Unternehmen Jugendliche unter 26 Jahren mit einer zweijährigen Probezeit einstellen, bevor sie unbefristet beschäftigt werden.

LONDON: Die Londoner Börse sieht sich wieder mit einer Übernahme-Offerte konfrontiert. Die zweitgrößte US-Börse Nasdaq bietet 2,4 Milliarden Dollar in bar. Man wolle damit die erste transatlantische Börse schaffen, hieß es von Seiten der Nasdaq. Die Führung der Londoner Börse lehnte das Übernahmeangebot als unzureichend ab. Es war innerhalb von 15 Monaten bereits die dritte ausländische Offerte. Sowohl die der Deutschen Börse 2004 als auch die der australischen Macquarie Bank vom August 2005 waren zurückgewiesen worden.

BERLIN: Bundeskanzlerin Merkel trifft heute in Berlin Ägyptens Präsident Mubarak. Bei dem Gespräch geht es auch um den Konflikt um das iranische Atomprogramm. Ein weiteres Thema ist der Nahost-Friedensprozess nach dem Wahlsieg der radikal-islamischen Hamas in den Palästinenser-Gebieten.

NEW YORK: Die US-Opernsängerin Anna Moffo ist tot. Sie starb im Alter von 73 Jahren in New York. Moffo hatte ihre ersten großen Auftritte Mitte der 50-er Jahre in Italien. Erfolge feierte sie zwei Jahrzehnte an der New Yorker Metropolitan Opera. In Deutschland gelang ihr bei einer Konzertournee 1979 ein Comeback. 1987 spielte Moffo in der elfteiligen Fernsehserie 'Lorentz und Söhne' die Rolle einer italienischen Gräfin.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, gebietsweise etwas Schnee oder Schneeregen. Tageswerte zwischen minus zwei und plus acht Grad.