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Nachrichten

Samstag, 11. Juli 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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ACCRA: US-Präsident Barack Obama ist zum ersten Besuch in Schwarzafrika seit seinem Amtsantritt nach Ghana gereist. Bei seiner Ankunft am Flughafen der Hauptstadt Accra bereiteten tausende Menschen dem ersten US-Präsidenten mit afrikanischen Vorfahren einen begeisterten Empfang. Geplant sind eine Unterredung mit dem ghanaischen Präsidenten John Atta Mills sowie eine Rede Obamas vor dem Parlament in Accra, in der er die neue Afrika-Politik der USA erläutern will. Auf dem Programm steht auch ein Besuch des Forts Cape Coast Castle, das einst Ausgangspunkt für die Verschiffung von Sklaven von Afrika nach Amerika war. Seine Entscheidung für Ghana als Reiseziel hatte Obama kürzlich mit der Stabilität des westafrikanischen Landes begründet. Aber auch wirtschaftliche Interessen der USA dürften die Entscheidung mit beeinflusst haben.

PEKING: Die Angaben über die Zahl der seit Beginn der Unruhen in der chinesischen Provinz Xinjiang Getöteten liegen weit auseinander. Die staatlichen Medien sprechen von 184 Toten. Erstmals wird dabei von offizieller Seite eine nach Volksgruppen unterteilte Opferbilanz vorgelegt. Danach sollen 137 Tote Angehörige der chinesischen Bevölkerungsmehrheit und 46 Uiguren ums Leben gekommen sein. Nach Angaben von Exil-Uiguren kamen bei den Unruhen bis zu 800 Menschen ums Leben. Zahlreiche Opfer der uigurischen Minderheit seien von der Polizei erschossen oder erschlagen worden. Die größtenteils muslimischen und turksprachigen Uiguren klagen über Einschränkungen bei der Religionsausübung und die politische Dominanz der Han-Chinesen.

L'AQUILA: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine positive Bilanz des G8-Gipfels in Italien gezogen. Es sei sicherlich in einigen Feldern Bewegung in die Sache gekommen, sagte Merkel zum Abschluss des dreitägigen Treffens in L'Aquila. Die G8 behalte ihre wichtige Rolle als Gremium der Industrieländer. Das künftig entscheidende Forum sehe sie allerdings in der G20, also der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, erklärte die Kanzlerin. Am Freitag hatten die führenden Industrienationen eine Neuausrichtung ihrer Entwicklungshilfepolitik beschlossen. Mit Finanzhilfen von insgesamt bis zu 20 Milliarden Dollar soll die Landwirtschaft in den ärmsten Staaten der Welt wieder wettbewerbsfähig gemacht werden. Das Geld soll in den kommenden drei Jahren fließen.

ISLAMABAD: Bei einem amerikanischen Raketenangriff in den pakistanischen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Nach Angaben lokaler Behörden und Sicherheitskräfte handelt es sich bei den Opfern vermutlich um Taliban-Kämpfer. Ziel des Angriffs der US-Drohnen war demnach ein Gebäudekomplex in Süd-Wasiristan, der radikalen Islamisten als Kommunikationszentrum gedient haben soll. - Die USA flogen in den vergangenen Monaten immer wieder Angriffe mit unbemannten Flugzeugen gegen mutmaßliche Taliban-Verstecke in Pakistan.

LONDON: Im Süden Afghanistans sind fünf britische Soldaten bei zwei Bombenexplosionen getötet worden. Das teilte die Regierung in London mit. Es ist einer der folgenschwersten Anschläge auf die britischen Truppen seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes 2001. Mit den jüngsten Todesopfern stieg die Zahl der in Afghanistan gefallenen Briten auf 184.

VADUZ/BERLIN: Das Fürstentum Liechtenstein und Deutschland haben sich auf einen Informationsaustausch in Verdachtsfällen bei Steuerhinterziehung verständigt. Beide Länder paraphierten ein entsprechendes Abkommen, wie das Presseamt in Vaduz mitteilte. Das Abkommen müsse nun noch in beiden Ländern ratifiziert werden. In Kraft treten solle es für das Steuerjahr 2010. Der Vertrag folge dem Musterabkommen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Liechtenstein hatte sich im März auf Druck zahlreicher Länder zur internationalen Kooperation in Steuerfragen bereit erklärt. Dazu lockerte das Fürstentum auch sein seit Jahrzehnten gehütetes Bankgeheimnis.

TORONTO: Ein kanadisches Berufungsgericht hat eine Beschwerde des früheren Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber gegen seine drohende Auslieferung nach Deutschland zurückgewiesen. Damit könnte der 75-Jährige schon in wenigen Wochen der deutschen Justiz überstellt werden. Die Staatsanwaltschaft Augsburg wirft Schreiber unter anderem Bestechung und Steuerhinterziehung vor. Zudem gilt er als Schlüsselfigur der Parteispenden-Affäre, die die deutschen Christdemokraten 1999 in eine schwere Krise stürzte.

BERLIN: Mit seiner Kritik an der Rentengarantie stößt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) weiter auf eine breite Front der Ablehnung. Die Chefin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, warnte davor, die Generationen gegeneinander auszuspielen. Auch die Juso-Chefin Franziska Drohsel bestritt die Existenz eines Generationenkonflikts. Vielmehr sei es eine "soziale Frage, ob auch ältere Menschen in dieser Gesellschaft menschenwürdig leben können". Der CDU-Sozialexperte Gerald Weiß betonte, die Rentengarantie bringe "Sicherheit für die Bürger". Steinbrück hatte bezweifelt, dass die von Bundestag und Bundesrat beschlossene Rentengarantie der Generationengerechtigkeit diene. Der jetzigen Rentnergeneration gehe es "so gut wie niemals einer zuvor". Während andere Menschen um ihre Stelle bangen müssten, stiegen die Renten so stark wie seit drei, vier Jahren nicht.

LANDAU: Trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise ist der Stellenabbau in der Metall- und Elektroindustrie deutlich niedriger ausgefallen als zunächst befürchtet. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, sagte der "Rheinpfalz am Sonntag", obwohl die Kapazitätsauslastungen auf einem historischen Tiefstand lägen, sei die Beschäftigtenzahl im Vergleich zum Vorjahr nur um moderate 2,5 Prozent gesunken, Eine Entlassungswelle sei bisher ausgeblieben. Dies sei auch der Kurzarbeit zu verdanken, erläuterte Kannegiesser. Er warnte aber, Kurzarbeit könne nur ein Überbrückungsinstrument sein und eine Anpassung an die Kapazität auf Dauer nicht ersetzen.

SARAJEVO: In Bosnien-Herzegowina wird an diesem Samstag mit Gedenkveranstaltungen an den 14. Jahrestag des Massakers von Srebrenica erinnert. Auf dem Friedhof Potocari am Rande der ostbosnischen Stadt sollen weitere 534 identifizierte Opfer beigesetzt werden. Nach der Einnahme der von UN-Soldaten geschützten Enklave Srebrenica durch Truppen der bosnischen Serben gegen Ende des Bosnienkriegs waren dort im Juli 1995 rund 8.000 muslimische Männer und Jungen getötet und ihre Leichen in Massengräbern verscharrt worden. Tausende Kinder, Frauen und Greise wurden vertrieben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordhälfte dichte Wolken mit Schauern. Sonst zeitweise Aufheiterungen, später örtlich Schauer. Südlich der Donau meist trocken. Höchstwerte 15 bis 22 Grad.


Am Vormittag meldeten:


Hamburg: 13 Grad, stark bewölkt;
Berlin: 13 Grad, wolkig;
Dresden: 13 Grad, wolkig;
Köln/Bonn: 14 Grad, stark bewölkt;
Frankfurt am Main: 14 Grad, stark bewölkt und
München: 16 Grad, leicht bewölkt.


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