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Nachrichten

Samstag, 11. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten vom Samstag.

KOPENHAGEN: Nach gewalttätigen Protesten gegen die Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen hat Dänemark alle diplomatischen Vertreter aus Syrien abgezogen. Ausschlaggebend seien Sicherheitsbedenken gewesen, teilte das Außenministerium in Kopenhagen mit. Vor einer Woche war die dänische Botschaft in Damaskus gestürmt und in Brand gesetzt worden. Dänemarks Regierung legte bei den syrischen Behörden offiziell Protest wegen unzureichender Sicherheitsmaßnahmen ein. - Am Freitag hatten aufgebrachte Moslems in der iranischen Hauptstadt Teheran die Botschaft Frankreichs attackiert. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen.

HAMBURG: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein türkischer Kollege Abdullah Gül haben sich besorgt über die zunehmenden Spannungen zwischen dem Westen und der islamischen Welt geäußert. Angesichts des Streits um die Mohammed-Karikaturen riefen beide Christen und Moslems zu wechselseitigem Respekt und zu Toleranz auf. Der Appell wurde von der 'Bild'-Zeitung und der türkischen Zeitung 'Hürriyet' veröffentlicht. Darin äußern Steinmeier und Gül die Sorge, dass sich der Graben zwischen dem Westen und der islamischen Welt immer weiter zu öffnen scheine. Steinmeier und Gül betonten zugleich die Bedeutung von Meinungs- und Pressefreiheit als tragende Säulen der Demokratie.

JERUSALEM: Der Zustand des schwerkranken israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon hat sich deutlich verschlechtert. Nach Angaben des Jerusalemer Hadassah-Krankenhauses musste der 77-Jährige ein weiteres Mal notoperiert werden, nachdem ernsthafte Schäden an seinem Verdauungssystem diagnostiziert worden waren. Der israelische Rundfunk meldet, die Ärzte fürchteten um Scharons Leben. Der Regierungschef liegt seit einem schweren Schlaganfall Anfang Januar im Koma.

GAZA-STADT: Zwei Tage nach seiner Entführung im Gazastreifen ist ein Diplomat aus Ägypten wieder freigelassen worden. Der Militär-Attache sei unversehrt, teilten die Behörden mit. Zu der Entführung hatte sich eine bisher unbekannte Palästinesergruppe namens "Al-Ahrar- Brigaden" bekannt. Sie wollte nach eigenen Angaben auf das Schicksal palästinensischer Gefangener in Ägypten aufmerksam machen.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die radikal-islamische Hamas aufgerufen, als künftige palästinensische Regierungspartei den internationalen Nahost-Friedensplan anzuerkennen. Die Staatengemeinschaft werde genau darauf achten, wie die neue Palästinenser-Regierung auf die Herausforderungen reagiere, sagte Annan.

BAGDAD: Im Irak hat sich die Schiiten-Allianz angeblich auf einen Kandidaten für das Amt des Regierungschefs geeinigt. Wie es heißt, soll der bisherige Vizepräsident Adel Abdul Mahdi für den Posten nominiert werden. Eine Entscheidung dürfte noch an diesem Samstag fallen. Am Freitag hatte die Wahlkommission in Bagdad die endgültigen Ergebnisse der Parlamentswahl von Mitte Dezember verkündet. Dabei wurde der klare Sieg der Schiiten-Allianz bestätigt.

MOSKAU: Die Finanzminister der acht führenden Industrieländer -G8- beraten in Moskau über die weltweite Energieversorgung. Das Treffen steht erstmals unter russischem Vorsitz und soll den Gipfel der Gruppe Mitte Juli in St. Petersburg vorbereiten. Nach Agenturberichten wurde in der Ministerrunde der Wunsch Russlands positiv aufgenommen, seine Schulden gegenüber den Ländern des Pariser Clubs vorzeitig zurückzuzahlen.

BERLIN: Die Bundesregierung plant einheitliche Einbürgerungskurse für Ausländer, die deutsche Staatsbürger werden wollen. Die Integrationsbeauftragte der Regierung, Maria Böhmer, sagte der 'Welt am Sonntag', sie bereite ein entsprechendes Konzept vor. Einbürgerung sei schließlich Bundessache und nicht Angelegenheit der Länder. In den geplanten Kursen sollten Ausländer die Gelegenheit bekommen, sich mit der deutschen Verfassung, der Geschichte und den Werten zu beschäftigen. Mehrere Bundesländer hatten vergangene Woche angekündigt, sie würden gegebenenfalls eigene Regelungen einführen.

WOLFSBURG: Europas größter Autobauer Volkswagen will trotz eines kräftigen Gewinnsprungs in den deutschen Werken nochmals den Rotstift ansetzen. Das kündigte Konzernchef Bernd Pischetsrieder in Wolfsburg an. Davon könnten in den nächsten drei Jahren bis zu 20.000 Mitarbeiter betroffen sein. Das bedeute aber nicht, dass diese Stellen wegfielen, so Pischetsrieder weiter. Man müsse aber die Produktivität an den traditionellen Standorten auf das internationale Maß bringen. Das Ergebnis der Kernmarke VW sei völlig unbefriedigend. IG Metall und Betriebsrat zeigten sich gesprächsbereit. -Betriebsbedingte Kündigungen sind durch den geltenden Tarifvertrag bis 2011 ausgeschlossen.

MÜNCHEN: In den ostbayerischen Krisengebieten sind die Helfer weiter im Einsatz, um einsturzgefährdete Dächer von der Schneelast zu befreien. Die Situation sei trotz nachlassenden Schneefalls immer noch ernst, sagte ein Sprecher des Krisenstabs im Landkreis Freyung-Grafenau. Einige Häuser seien dort noch von der Außenwelt abgeschnitten. Ganz langsam entspanne sich die Lage aber. Dennoch herrscht in mehreren Landkreisen in Ostbayern weiter Katastrophenalarm. In Bischofsgrün im Landkreis Bayreuth stürzten Teile vom Dach einer Tennishalle vermutlich unter der Last der Schneemassen ein. Verletzt wurde niemand. In den vergangenen Tagen waren fünf Menschen durch wetterbedingte Unfälle ums Leben gekommen.

TURIN: Die 20. Olympischen Winterspiele sind eröffnet. Umrahmt von einer bunten Show aus Musik, Lichtspielen, Tanz und Akrobatik gab der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi am Freitagabend den offiziellen Startschuss. Die ehemalige italienische Skilangläuferin Stefania Belmondo entzündete das Olympische Feuer. 35.000 Zuschauer im Turiner Stadio Olimpico, darunter Bundespräsident Horst Köhler, und etwa zwei Milliarden Menschen weltweit vor den Fernsehschirmen verfolgten das Spektakel. Die Spiele beginnen an diesem Samstag mit dem Einzelwettbewerb in der Nordischen Kombination. Die erste Entscheidung fällt im Biathlon-Rennen der Männer über 20 Kilometer. In beiden Disziplinen rechnen sich auch die deutschen Sportler Medaillenchancen aus.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zumeist trüb, teils auch freundlich. Zwischen Berchtesgadener Land und Sachsen etwas Schnee. Im Bergland Dauerfrost, sonst ein bis vier Grad.

  • Datum 11.02.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/7yGq
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