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Nachrichten

Samstag, 10. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Führende Politiker von CDU und CSU haben Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier aufgerufen, den Dalai Lama in der kommenden Woche auch zu treffen. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sowie CSU-Chef Erwin Huber sagten der 'Welt am Sonntag', sie sähen darin eine Geste der Unterstützung für den inzwischen aufgenommenen Dialog zwischen den Tibetern und China. Der Dalai Lama wird während seines Deutschland-Besuchs vom 16. bis 19. Mai von mehreren hochrangigen Politikern, darunter Bundestagspräsident Norbert Lammert, empfangen. Steinmeier hatte ein Treffen abgelehnt. Der Dalai Lama zeigte sich in einem 'Spiegel'-Interview derweil zufrieden mit dem Verlauf der Gespräche seiner Unterhändler mit Vertretern der chinesischen Regierung Anfang Mai in Shenzen. Diese hätten in angenehmer Atmosphäre stattgefunden. Es seien zudem konkrete Vorschläge für eine weitere Gesprächsrunde vereinbart worden.

RANGUN: In Birma hat eine Woche nach dem verheerenden Zyklon 'Nargis' das umstritte Referendum über eine neue Verfassung begonnen. Damit ignorierte die Militärjunta Appelle aus aller Welt, die Abstimmmung wegen der Katastrophe auszusetzen. Lediglich in den besonders schwer betroffenen Gebieten wurde die Abstimmung um zwei Wochen verschoben. Die neue Verfassung ist umstritten, weil das seit 1962 regierende Militär damit vor allem seine Macht festigen will. Unterdessen nahm das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen WFP seine Flüge mit Hilfsgütern nach Birma wieder auf, obwohl die Verteilung weiter unklar ist. Allerdings deutete Birmas UN-Botschafter Kyaw Tint Swe in New York an, dass sein Land zur Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft bereit sei. Es würde jede Hilfe akzeptiert, "woher sie auch kommen möge".

WASHINGTON: Nordkorea hat nach US-Angaben einen wichtigen Schritt zur vollständigen Offenlegung seiner nuklearen Aktivitäten getan. Die Regierung in Pjöngjang habe einer US-Delegation Dokumente über ihr Programm mit atomwaffenfähigen Plutonium übergeben, die bis in das Jahr 1986 zurückreichten, erklärte das Außenministerium in Washington. Die 18.000 Seiten umfassenden Dokumente müssten jetzt ausgewertet werden. Man erhoffe sich davon vor allem Erkenntnisse über die Produktion und die Bestände von waffentauglichem Plutonium in Nordkorea. Das kommunistische Land hatte sich 2007 nach jahrelangen Verhandlungen zur Offenlegung seines gesamten Atomprogramms bereiterklärt. Für die Deklarierung und Stilllegung seiner Atomanlagen waren umfangreiche Wirtschafts- und Energielieferungen vereinbart worden.

COLOMBO: Tamilische Rebellen in Sri Lanka haben im Hafen von Trincomalee im Norden des Landes ein Frachtschiff der Marine versenkt. Wie das Verteidigungsmininisterium mitteilte, sank das Schiff nach einer Explosion unter der Wasserlinie. Sicherheitskreise vermuten, dass die Befreiungstiger von Tamil Eelam in den Hafen eindrangen und den Sprengsatz an dem Schiff anbrachten. Knapp eine Million Menschen sind in den nördlichen und östlichen Provinzen Batticaloa, Trincomalee und Ampara zur Wahl von 37 Vertretern des östlichen Provinzrates aufgerufen. Knapp 20.000 Sicherheitskräfte bewachen die erste Wahl in dem Gebiet seit 20 Jahren.

HARARE: Simbabwes Oppositionschef Morgan Tsvangirai hat sich zur Teilnahme an einer Stichwahl um die Präsidentschaft gegen Amtsinhaber Robert Mugabe bereit erklärt. Das Volk sei bereit für einen Wechsel, deshalb werde er trotz Bedenken an der Wahl teilnehmen, erklärte der Kandidat der 'Bewegung für einen Demokratischen Wandel' MDC in Südafrikas Hauptstadt Pretoria. Tsvangirai hatte nach Angaben der staatlichen Wahlkommission den ersten Wahlgang mit 47,9 Prozent gegen Mugabe gewonnen, der 43,2 Prozent erreichte. Da Tsvangirai die absolute Mehrheit jedoch verfehlte, war eine Stichwahl nötig geworden. Die MDC hatte bisher behauptet, ihr Kandidat habe bereits bei der Wahl am 29. März mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht. Die parallel stattfindende Parlamentswahl hatte die MDC klar gewonnen.

BRÜSSEL: Die Europäische Union und die USA haben den Gewaltausbruch im Libanon scharf verurteilt. Zudem betonten sie ihre Unterstützung für die westlich-orientierte Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora. EU-Chefdiplomat Javier Solana erklärte in Brüssel, er habe mit Siniora über die Lage gesprochen und sei besorgt. Die US-Regierung forderte Syrien und den Iran auf, ihre Unterstützung für die schiitischen Milizen einzustellen. Die pro-iranische Hisbollah und die schiitische Amal-Bewegung hatten am Freitag mehrere Stadtviertel der libanesischen Hauptstadt Beirut unter ihre Kontrolle gebracht. Auslöser der jüngsten Gewalt war die Ankündigung der Regierung, das illegale Telefonnetz der Hisbollah abzuschalten. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte dies als Kriegserklärung gegen seine Organisation bezeichnet.

NIKOSIA: Der französische Ministerpräsident François Fillon hat sich in der zyprischen Hauptstadt für eine 'privilegierte Partnerschaft' der EU mit der Türkei ausgesprochen. Frankreich könne nicht dem Beitritt eines Landes zur EU zustimmen, das Besatzungstruppen in einem anderen EU-Mitgliedsland unterhalte, sagte Fillon nach einem Treffen mit dem zyprischen Präsidenten Dimitris Christofias. Nach den Worten des französischen Premierministers wird sich Paris als ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrates in den kommenden Monaten intensiv für die Überwindung der Teilung Zyperns einsetzen. Die Mittelmeerinsel ist seit Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union.

BRÜSSEL: Der US-Konzern Microsoft geht gerichtlich gegen das von der EU-Kommission verhängte Bußgeld in Höhe von fast 900 Millionen Euro vor. Ein Konzern-Sprecher teilte mit, man habe vor dem EU-Gerichtshof Erster Instanz Berufung eingelegt. Die im Februar verhängte Strafe war die höchste, die die Brüsseler Wettbewerbshüter jemals gegen ein einzelnes Unternehmen erlassen haben. Die Kommission warf Microsoft vor, für die Bereitstellung technischer Informationen an seine Konkurrenten jahrelang überhöhte Preise verlangt zu haben. Ein EU-Sprecher sagte, die Kommission sei überzeugt, dass die Geldbuße rechtens sei.

BERLIN: Zum 75. Jahrestag der Bücherverbrennung durch die Nazis wird an diesem Samstag der verfolgten Schriftsteller und ihrer Werke gedacht. Unter anderem soll es in Berlin auf dem Bebelplatz eine Gedenkveranstaltung geben, bei der auch aus den Werken wenig bekannter Autoren gelesen werden soll. Auf dem einstigen Opernplatz waren am 10. Mai 1933 die Werke von Heinrich Mann, Berthold Brecht, Franz Kafka, Karl Marx, Kurt Tucholsky und Sigmund Freud und vielen anderen ins Feuer geworfen worden. Bundespräsident Horst Köhler hatte am Freitag bei einer Gedenkstunde erklärt, damals habe sich ein barbarischer Ungeist entfaltet. Köhler rief dazu auf, die Freiheit des Wortes und der Kunst weltweit zu verteidigen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Weiter sonnig und warm bei Temperaturen zwischen 20 und 26 Grad, an der Küste etwas kühler.

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