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Nachrichten

Samstag, 10. Juni 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag

MÜNCHEN: Fröhlich und ohne größere Zwischenfälle haben mehr als eine Million Menschen den Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland und den ersten Sieg des Gastgebers gefeiert. Bis in die Nacht waren die Fan-Meilen in vielen deutschen Städten bevölkert. Mit Auto-Corsos durch die Innenstädte, Hupkonzerten und Gesängen zeigten Tausende ihre Freude über den Auftaktsieg der deutschen Mannschaft. Diese hatte in München gegen Costa Rica mit 4:2 gewonnen. In Gelsenkirchen verlor Polen überraschend mit 0:2 gegen Ecuador. Zum größten Fan-Fest in Berlin kamen mehr als 300.000 Zuschauer. In Stuttgart versammelten sich 80.000 Menschen auf dem Schlossplatz. Nach kleineren Rangeleien zwischen Fangruppen gab es in mehreren Städten Festnahmen. Aus Sicherheitsgründen war die Polizei landesweit mit einem Großaufgebot im Einsatz.

ST. PETERSBURG: Die Finanzminister der sieben führenden Industrieländer und Russlands (G-8) haben sich auf ihrem Treffen besorgt über die hohen und stark schwankenden Energiepreise geäußert. Im Entwurf für das Abschlusskommuniqué des Treffens im russischen St. Petersburg heißt es, die Energiepreise seien ein Risiko für das weltweite Wirtschaftswachstum. Vor allem die ärmeren Länder seien hiervon betroffen. Die Finanzminister bereiten den eigentlichen G-8-Gipfel der Staats- und Regierungschefs vor, der Mitte Juli ebenfalls in St. Petersburg stattfindet. Russland hat 2006 erstmals den G-8-Vorsitz übernommen.

GAZA-STADT: Die radikal-islamische Hamas hat ihre vor mehr als einem Jahr ausgerufene Waffenruhe aufgekündigt und das israelische Territorium vom Gazastreifen aus mit Raketen beschossen. Damit reagierte die Hamas auf einen Angriff der israelischen Armee auf einen Strand des Gazastreifens, bei dem nach palästinensischen Angaben sieben Zivilisten getötet wurden, darunter auch drei Kinder. Die Hamas drohte weitere Angriffe an. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach von einem Massaker und rief eine dreitägige Trauer aus. UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte eine Untersuchung der Vorfälle.

JERUSALEM: Israels Ministerpräsident Ehud Olmert sieht in den Volksbefragungs-Plänen von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas keinen Beitrag zur Lösung des Nahost-Konflikts. Olmert sagte in einem Interview britischer Zeitungen, das Referendum sei lediglich ein internes Spiel zweier palästinensischer Interessengruppen. Die Hamas-geführte palästinensische Regierung forderte Präsident Mahmud Abbas abermals auf, die geplante Volksabstimmung über eine Zwei-Staaten-Lösung nicht abzuhalten. Das Referendum verstoße gegen die Verfassung, schrieb Regierungschef Ismail Hanija in einem Brief an Abbas. Die Hamas ist dagegen, einen eigenen Palästinenserstaat zu fordern und zugleich das Existenzrecht Israels anzuerkennen.

ISLAMABAD: Pakistanische Sicherheitskräfte haben im Grenzgebiet zu Afghanistan mindestens 15 militante Islamisten getötet. Ein Militärsprecher teilte mit, die Sicherheitskräfte hätten ein Ausbildungslager der Extremisten im Gebiet von Nord-Wasiristan angegriffen. In das halbautonome Stammesgebiet sind nach dem Sturz der Taliban in Afghanistan Ende 2001 zahlreiche radikal-islamische Rebellen geflüchtet. Dort kommt es immer wieder zu Kämpfen und Anschlägen auf die Armee.

BAGDAD: Bei einem neuerlichen Bombenanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind nach Angaben der Polizei mindestens drei Menschen getötet und 28 verletzt worden. Der Sprengsatz sei in einem Restaurant gezündet worden, teilte das irakische Innenministerium mit. Am Freitag war aus Angst vor Anschlägen nach der Tötung des Al-Kaida-Anführers im Irak, Abu Mussab al-Sarkaui, zeitweise ein Fahrverbot für Bagdad und Bakuba verhängt worden.

RANGUN: Die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist wegen einer Magenerkrankung im Krankenhaus behandelt worden. Ein Sprecher ihrer Nationalen Liga für Demokratie sagte, die Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 1991 sei inzwischen wieder nach Hause zurückgekehrt. Sie steht weiter unter Hausarrest. Die USA und auch Großbritannien äußerten sich besorgt über den Zustand Suu Kyis und forderten die birmanische Regierung auf, ihr alle notwendige medizinische Unterstützung zukommen zu lassen. Suu Kyi hat zehn der vergangenen 17 Jahre in Gewahrsam verbracht; die meiste Zeit stand sie unter Hausarrest.

WIEN: Im Streit um eine Verfassung für die Europäische Union hat der amtierende Ratspräsident, der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, eine Volksabstimmung in allen Mitgliedstaaten ins Gespräch gebracht. Wenige Tage vor dem EU-Gipfel in Brüssel sagte Schüssel der Zeitung 'Bild am Sonntag', er könne sich solch ein Referendum gut vorstellen. Angenommen wäre die Verfassung, wenn die Mehrheit der europäischen Bevölkerung und die Mehrheit der Staaten zustimme. Die Verfassung liegt seit den gescheiterten Referenden in Frankreich und den Niederlanden vor einem Jahr auf Eis.

BREMEN: Die Lage von Gewaltopfern hat sich nach Darstellung der Hilfsorganisation Weißer Ring in den vergangenen drei Jahrzehnten in Deutschland substanziell verbessert. Der Bundesvorsitzende der Organisation, Reinhard Böttcher, sagte der Nachrichtenagentur dpa, der Fortschritt seit 1976 sei unübersehbar. Der Weiße Ring habe daran einen großen Anteil. So seien Opfer-, Zeugen- und Gewaltschutzgesetze in Kraft getreten. Zum 30-jährigen Bestehen des Vereins beklagte Böttcher aber auch Defizite bei der Akzeptanz von Opferrechten. Hier gebe es leider noch zu viele Wissenslücken, auch bei Polizei und Justiz.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Sonniges und warmes Sommerwetter. Nur in Südostbayern Schauer. Höchstwerte zwischen 20 Grad an der See und 30 Grad am Rhein.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 16 Grad, fast wolkenlos;
Berlin: 16 Grad, fast wolkenlos;
Dresden: 14 Grad, leicht bewölkt;
Köln/Bonn: 16 Grad, leicht bewölkt;
Frankfurt am Main: 17 Grad, wolkig und
München: 12 Grad, leicht bewölkt.