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Nachrichten

Samstag, 10. Dezember 2005

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

MADRID: Spanien überstellt den verhafteten mutmaßlichen kroatischen Kriegsverbrecher Ante Gotovina an das UN-Kriegsverbrechertribunal. Der am Mittwoch auf der Kanareninsel Teneriffa festgenommene Ex-General wird mit einer Militärmaschine nach Den Haag gebracht. Gotovina muss sich wegen Verbrechen während der Rückeroberung der von serbischen Aufständischen besetzten Provinz Krajina im Jahr 1995 verantworten. Dort sollen unter seinem Befehl etwa 150 serbische Zivilisten getötet und ganze Dörfer systematisch zerstört worden sein. Während seiner mehrjährigen Flucht soll er sich auch in Russland, China und Südamerika aufgehalten haben.

BERLIN: Altkanzler Gerhard Schröder hat massive Kritik geerntet für sein Engagement als Aufsichtsratsvorsitzender des neuen russisch- deutschen Konsortiums zum Bau der Ostsee-Pipeline. Schröder profitiere von einer Entscheidung, die er in seiner Amtszeit selbst vorangetrieben habe, sagte Grünen-Chef Reinhard Bütikofer. Er mache sich zudem zum westlichen Aushängeschild des Gazprom-Konzerns, der zum Kern des Moskauer Machtapparats gehöre. FDP-Politiker meinten, offenbar habe Kremlchef Wladimir Putin die jahrelange Freundschaft Schröders belohnt. Wirtschaftsminister Michael Glos -CSU- sagte hingegen dem ZDF, er halte den Vorgang für normal.

BERLIN: Die Bundesregierung bereitet laut Pressemeldungen einen umfassenden Bericht zu den CIA-Flügen über Deutschland und den Entführungfall des Deutsch-Libanesen Khaled El Masri vor. So schreibt die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", in dem Bericht solle geklärt werden, welches Mitglied des alten Kabinetts wann von welchen Vorgängen Kenntnis hatte. Außenminister Frank-Walter Steinmeier wies nochmals Vorwürfe zurück, deutsche Stellen seien in die Verschleppung El Masris durch den CIA verwickelt gewesen. Die "Süddeutsche Zeitung" meldet, der deutsche Geheimdienst überprüfe jetzt auch, ob ein deutscher Agent an den dessen Vernehmungen in Afghanistan beteiligt war. El Masri berichtet dem Blatt von einem Mann mit norddeutschem Akzent mit Decknamen "Sam", der ihn in einem Kerker in Afghanistan verhört habe.

WASHINGTON: Die USA sind nicht bereit, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz Zugang zu allen inhaftierten Terrorverdächtigen zu gewähren. Einige Häftlinge stellten eine solche Gefahr für die Sicherheit der USA dar, dass außergewöhnliche Umstände geltend gemacht werden müssten, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Washington. Diese Terroristen hätten keinen Anspruch darauf, als Kriegsgefangene zu gelten, betonte der Ministeriumssprecher.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat die israel-feindlichen Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad verurteilt. Kein UN-Mitgliedsland dürfe die staatliche Einheit und politische Unabhängigkeit eines anderen gefährden. Ahmadinedschad hatte erklärt, wenn die Europäer sich so sehr um Israel sorgten, sollten sie den Staat doch nach Deutschland und Österreich verlegen. Außerdem leugnete er das Ausmaß der Judenverfolgung während der Nazizeit. UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte, er sei schockiert über die Äußerungen. Er rief alle UN-Mitglieder auf, gegen die Leugnung der Judenverfolgung vorzugehen. Die Außenministerien in Berlin und Wien bestellten die iranischen Botschafter ein, um gegen Ahmadinedschads Äußerungen zu protestieren.

KANDAHAR: Taliban-Kämpfer haben bei Angriffen im Süden Afghanistans mehrere Polizisten getötet. Mindestens sieben Mitarbeiter der Sicherheitskräfte starben nach Angaben der örtlichen Polizei bei einem Rebellenangriff auf einen Verwaltungssitz und eine Polizeistation in der Provinz Helmand. Bei den mehrstündigen Gefechten seien auch einige der fast 90 Angreifer getötet worden. Bei einem weiteren Angriff Aufständischer im als Hochburg der Taliban geltenden Süden Afghanistans sollen zwei Polizisten getötet worden sein.

GAZA-STADT: Israelische Marinesoldaten haben vor der Küste des Gazastreifens nahe der ägyptischen Grenze mindestens einen Palästinenser erschossen. Nach Angaben der Streitkräfte wollte der Getötete gemeinsam mit einem weiteren Palästinenser schwimmend Waffen von Ägypten in den Gazastreifen schmuggeln. Nachdem die beiden der Aufforderung, sich zu ergeben, nicht gefolgt seien hätten Soldaten von einem Patrouillenboot aus auf die Männer geschossen.

MONTREAL: Kurz vor dem Abschluss der Weltklima-Konferenz sperren sich die USA weiter gegen Vorschläge zur Bekämpfung der Erderwärmung in der Zukunft. Die USA, die für ein Viertel der Treibhausgas- Emissionen verantwortlich sind, wollen keine verbindlichen Zusagen zum Klimaschutz machen. Hingegen verständigten sich im kanadischen Montreal fast alle anderen Teilnehmerstaaten darauf, bis 2008 weitere Klimaschutz-Ziele festzuschreiben. So soll unter anderem ein Nachfolge-Abkommen für das Kyoto-Protokoll auf den Weg gebracht werden. Dieses läuft im Jahr 2012 aus. - Scharfe Kritik an der Regierung in Washington übte der frühere US-Präsident Bill Clinton. Die ablehnende Haltung seines Nachfolgers George W. Bush zum Kyoto-Protokoll nannte er falsch.

LEIPZIG: Gastgeber Deutschland trifft in der Vorrunde der Fussball-Weltmeisterschaft auf Costa Rica, Polen und Ekuador. Das ergab die feierliche Gruppenauslosung in Leipzig, die weltweit von mehr als 300 Millionen TV-Zuschauern verfolgt wurde. Somit bestreiten am 9. Juni 2006 Deutschland und Costa Rica das WM-Eröffnungsspiel in München. In der wohl schwierigsten Gruppe C treffen neben der Elfenbeinküste und Serbien-Montenegro auch Argentinien und die Niederlande als Favoriten aufeinander. Auch die Gruppe E mit Italien, Tschechien, Ghana und den USA dürfte viel Brisanz bieten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und am Rhein teils heiter und sonnig. Vor allem im Norden und Osten zäher Nebel und später Regen. Temperaturen maximal minus ein bis plus sieben Grad.

  • Datum 10.12.2005
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4rQq
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