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Nachrichten

Samstag, 1. September 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Verteidigungsminister Franz Josef Jung will nach Presseinformationen weniger deutsche Soldaten beim Anti-Terror-Kampf 'Enduring Freedom' einsetzen. In einer Kabinettsvorlage habe Jung vorgeschlagen, die Obergrenze der Truppenstärke um 400 Soldaten auf 1.400 zu verringern, heißt es in einem Vorabbericht der 'Welt am Sonntag'. Der CDU-Politiker wolle damit der SPD erleichtern, der zum Teil umstrittenen Verlängerung der Einsätze zuzustimmen. Das Mandat umfasst derzeit die Beteiligung von bis zu 100 KSK-Elitesoldaten am Antiterrorkampf in Afghanistan und die Einsätze deutscher Kriegsschiffe am Horn von Afrika und im östlichen Mittelmeer.

SEOUL: Südkorea hat sein eigenständiges Verhandeln mit den radikal-islamischen Taliban in der Geiselkrise verteidigt. Außenminister Song Min Soon sagte, lange habe man versucht, eine Balance zu halten zwischen den internationalen Normen und der Priorität, Menschenleben zu retten. Angesichts von 19 Menschenleben auf der Waagschale habe die Regierung aber keine andere Wahl gehabt. Südkorea war international wegen seiner direkten Verhandlungen zur Freilassung der zuletzt noch 19 Geiseln kritisiert worden. Die Taliban wollen nach eigenen Angaben - entgegen eines Dementis Südkoreas - 20 Millionen Dollar Lösegeld erhalten haben. Für das Geld sollten Waffen gekauft werden, so ein Sprecher.

BOGOTA: Venezuelas Präsident Hugo Chavez vermittelt in der kolumbianischen Geiselaffäre. Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe nahm ein entsprechendes Angebot von Chavez bei dessen Besuch in Bogota an. Dieser will sich mit Vertretern der linksgerichteten FARC-Rebellen in Caracas treffen, um über die Freilassung von etwa 45 Geiseln zu verhandeln, die die Rebellen teilweise seit mehreren Jahren festhalten. Unter ihnen ist auch die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Wann das Treffen stattfinden soll, ist noch nicht klar. Uribe hatte im Juni 150 Rebellen aus der Haft entlassen, unter ihnen auch einen der FARC-Führer. Die Rebellen ließen ihrerseits jedoch - anders als von Uribe erhofft - keine ihrer Geiseln frei.

GENF: Die USA und Nordkorea haben in Genf Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm begonnen. Die Vertreter beider Staaten wollen unter anderem darüber sprechen, wie die Atomanlagen technisch umgerüstet werden müssen, damit sie nicht mehr zum Bau von Atomwaffen genutzt werden können. Das zweitägigeTreffen ist Bestandteil einer Reihe von sechs vereinbarten Arbeitsrunden. Ziel ist, ein Grundlagenpapier zu erarbeiten, über das dann alle sechs an den Abrüstungsgesprächen beteiligten Staaten verhandeln können. Nordkorea hatte sich im Februar zum Stopp seines Atomprogramms bereiterklärt; der Reaktor Yongbyon wurde bereits abgeschaltet. Im Gegenzug erhält das kommunistische Land Wirtschafts- und Finanzhilfe aus dem Ausland.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat ein Maßnahmenpaket angekündigt, um in Finanznot geratenen Eigenheimbesitzern zu helfen. So sollten eine Umschuldung erleichtert und die Gesetze gegen Wucherzins-Kredite verschärft werden. Bush schloss gleichzeitig jedoch staatliche Hilfe für die Kreditwirtschaft aus. Notenbank-Chef Ben Bernanke deutete eine Senkung der Leitzinsen an. Die Bank werde das Nötige tun, um einen Schaden für die Volkswirtschaft abzuwenden. Die Immobilienkrise war entstanden, weil US-Banken Hypothekenkredite an weniger zahlungskräftige Kunden vergeben hatten. Diese kamen durch steigende Zinsen und sinkende Immobiliepreise in Finanznot und konnten die Kredite nicht mehr bedienen. Die Krise zog auch an US-Hypothekengeschäften indirekt beteiligte ausländische Banken mit, darunter auch die Sachsen LB.

WASHINGTON: Um den Chef-Posten des Internationalen Währungsfonds IWF bewerben sich zwei Kandidaten. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist am Freitag stehen der frühere französische Finanzminister Dominique Strauss-Kahn und der frühere tschechische Zentralbankchef Josef Tosovsky fest. Amtsinhaber Rodrigo Rato hatte im Juli plötzlich seinen Rücktritt angekündigt. Der IWF teilte mit, eine Entscheidung werde in den kommenden Wochen nach Prüfung beider Kandidaten gefällt. Traditionell wird der Chefposten des IWF von einem Europäer besetzt, der der Weltbank von einem US-Amerikaner. Schwellenländer wie Russland und China wollen angesichts ihrer wachsenden Wirtschaftsmacht eine Änderung dieser Praxis.

WARSCHAU: Einen Tag nach seiner Verhaftung im Rahmen einer Abhöraffäre ist der ehemalige polnische Innenminister Janusz Kaczmarek gegen Zahlung einer Kaution wieder freigekommen. Auch der ebenfalls verhaftete Ex-Polizeichef Konrad Kornatowski und der Vorstandschef einer Versicherungsgesellschaft seien wieder auf freiem Fuß, teilte die Staatsanwaltschaft in Warschau mit. Sie wirft den Männern unter anderem Behinderung der Justiz vor. Sie sollen im Juli den damaligen Landwirtschaftsminister Andrej Lepper vor einer Aktion der Antikorruptionsbehörde gegen ihn gewarnt haben. Kaczmarek bestreitet dies und beschuldigt seinerseits Polens Regierungschef Jaroslaw Kaczynski, er habe missliebige Politiker aus der früheren Regierungskoalition abhören lassen.

MOSKAU: Im nord-ossetischen Beslan ist der Opfer des Schulmassakers vor drei Jahren gedacht worden. Tschetschenische Separatisten hatten die Schule am 1. September 2004 überfallen und mehr als 1.000 Geiseln genommen. Zwei Tage später stürmte ein Sondereinsatzkommando der russischen Armee das Gebäude. Im Feuergefecht starben 332 Menschen, die meisten davon Kinder. Etwa 3.000 Trauernde versammelten sich vor der Schule und legten in der ausgebrannten Turnhalle, wo die Geiseln festgehalten wurden, Blumen nieder.

BERLIN: Die deutsche Wirtschaft verzeichnet zu Beginn des Ausbildungsjahres nach eigenen Angaben eine Rekordzahl an Ausbildungsverträgen. Nach Informationen der Zeitung "Bild am Sonntag" wurden in Industrie, Handel und im Handwerk bis Ende August 407.000 Verträge abgeschlossen. Das sind knapp zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Ludwig Georg Braun, sagte, er sehe gute Chancen, dass es erstmals seit 2001 zum Jahresende keine Lehrstellenlücke mehr geben werde. Noch Anfang August hatte die Bundesagentur für Arbeit gewarnt, die Lage am Lehrstellenmarkt sei zwar besser als im Vorjahr, es gebe aber noch keinen Durchbruch.

BERLIN: In Deutschland ist von diesem 1. September an das Rauchen in öffentlichen Verkehrsmitteln und den Gebäuden des Bundes verboten. Mit Inkrafttreten des 'Gesetzes zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens' ist es zudem Jugendlichen unter 18 Jahren verboten, Tabakwaren zu kaufen und in der Öffentlichkeit zu rauchen. Das Rauchverbot gilt für alle Züge, Bahnhöfe, Busse und Taxis. - Für Rauchverbote in Gaststätten sind die Länder zuständig.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend wechselhaft und wolkenreich. Maximal 15 bis 20 Grad Celsius.

Am Mittag meldeten:

Hamburg und
München: 15°, stark bewölkt;
Berlin: 16°, stark bewölkt;
Dresden: 15°, wolkig;
Köln/Bonn: 17°, bedeckt und
Frankfurt am Main: 18°, Regen.

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