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Nachrichten

Samstag, 1. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KINSHASA: Die Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila, und von Ruanda, Paul Kagame, haben ihre Teilnahme an einem Friedensgipfel zur Lösung des Konflikts in Ostafrika zugesagt. Wie der für Entwicklungspolitik zuständige EU-Kommissar Louis Michel dem britischen Sender BBC sagte, soll das Treffen in Kenias Hauptstadt Nairobi stattfinden. Tutsi-Rebellengeneral Laurent Nkunda sei noch nicht gefragt worden, ob er teilnehmen wolle. Unterdessen trafen die Außenminister Frankreichs und Großbritanniens, Bernard Kouchner und David Miliband, zu einem Krisenbesuch im Kongo ein. Kouchner beschrieb die Situation in der ostkongolesischen Krisenprovinz Nord-Kivu vor seiner Abreise als 'Ort des Massakers'. Dort sind nach heftigen Gefechten zwischen Regierungstruppen und Tutsi-Rebellen hunderttausende Menschen auf der Flucht. Der Kongo wirft Ruanda vor, die von Nkunda angeführten Rebellen zu unterstützen.

WASHINGTON: Libyen hat nach US-Angaben 1,5 Milliarden Dollar in einen Fonds eingezahlt, aus dem Angehörige der Opfer von Terror-Anschlägen mit libyscher Beteiligung entschädigt werden sollen. Konkret geht es um den Anschlag auf ein PanAm-Flugzeug über dem schottischen Lockerbie 1988 und den Anschlag auf die Berliner Discothek LaBelle 1986. Auf die Einrichtung des Fonds hatten sich die einst erbitterten Gegner USA und Libyen im August verständigt. Das Abkommen sieht zudem die Zahlung von 300 Millionen Dollar an Opfer von amerikanischen Vergeltungsschlägen vor.

WASHINGTON: In den USA ist eine weitere Bank infolge der Finanzkrise zusammengebrochen. Die in Florida ansässige 'Freedom Bank' ist bereits das 17. US-amerikanische Kreditinstitut, dass in diesem Jahr pleite geht. Das Geld der Kunden sei nicht in Gefahr, teilte die staatliche Einlagensicherung mit.

KIEW: Das Parlament der Ukraine hat ein Gesetzespaket für Wirtschaftsreformen verabschiedet und damit den Weg für einen Notkredit des Internationalen Währungsfonds frei gemacht. Der IWF hatte die Auszahlung des Kredits in Höhe von 16,5 Milliarden Dollar an einen Finanzplan geknüpft. Neben den Auswirkungen der internationalen Finanzkrise hat die frühere Sowjetrepublik auch mit einer hohen Inflationsrate und dem Verfall der Stahlpreise am Weltmarkt zu kämpfen.

REYKJAVIK: Das wegen der internationalen Finanzkrise vom Staatsbankrott bedrohte Island führt nach eigenen Angaben Gespräche mit der Europäischen Union über ein mögliches Darlehen. Die Entscheidung liege nun in den Händen der EU-Kommission, erklärte die Regierung in Reykjavik. Obwohl Island kein Mitglied der Europäischen Union sei, gehe man davon aus, dass die EU auch einigen ausgewählten Nachbarländern helfen werde.

FULDA: Die hessischen Sozialdemokraten stellen heute endgültig die Weichen für die Bildung einer rot-grünen Minderheitsregierung mit Duldung der Linkspartei. 350 Delegierte kamen zu einem Sonderparteitag in Fulda zusammen. SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti rechnet mit deutlicher Zustimmung zum Koalitionsvertrag. Am Dienstag will sich Ypsilanti im Landtag zur hessischen Ministerpräsidentin wählen lassen. Eine SPD-Abgeordnete hat angekündigt, gegen sie zu stimmen. Weitere Abweichler kann sich Ypsilanti nicht leisten.

FRANKFURT AM MAIN: Mit Ablauf der Friedenspflicht hat die IG Metall ihre Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie gestartet. In mehreren Bundesländern legten tausende Beschäftigte vorübergehend die Arbeit nieder, um ihrer Forderung nach acht Prozent mehr Geld Nachdruck zu verleihen. Bei der Audi AG in Ingolstadt begannen 4.000 Beschäftigte gleich um Mitternacht mit einer Protestaktion. Am Montag werden die Warnstreiks auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet, wie ein Gewerkschaftssprecher bekräftigte. Die Arbeitgeber bieten der Branche mit 3,6 Millionen Beschäftigten 2,1 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung von 0,8 Prozent. Die IG Metall wies das Angebot als völlig unzumutbar zurück.

BERLIN: Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee gerät im Streit um Bonuszahlungen für das Bahn-Management zunehmend unter Druck. Der Verkehrsausschuss des Bundestages will am Mittwoch den Minister anhören. Es geht um die Frage, ob der SPD-Politiker die vom Personalausschuss des Bahn-Aufsichtsrates im Juni beschlossene Sonderprämie für den Fall eines Börsengangs früher hätte verhindern können. FDP, Grüne und Linkspartei forderten den Rücktritt Tiefensees.

WIESBADEN: Immer mehr bedürftige Menschen in Deutschland kommen nur mit Hilfe vom Staat über die Runden. Im vergangenen Jahr bezogen rund 733.000 Bürger die sogenannte Grundsicherung. Das seien 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt mit. Verglichen mit Ende 2003 waren es sogar 67 Prozent mehr. Die Ausgaben für diese Leistungen haben sich in diesem Zeitraum fast verdreifacht: Sie stiegen auf 3,6 Milliarden Euro. Grundsicherung können Rentner bekommen oder Erwachsene, die dauerhaft nicht voll arbeitsfähig sind.

ROM: Eine Gruppe italienischer Investoren hat ein verbindliches Angebot für die Übernahme der angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia vorgelegt. Das Angebot sieht die Streichung von Arbeitsplätzen und Flugrouten, aber auch Investitionen von einer Milliarde Euro vor. Voraussetzung für die Umsetzung des Rettungsplanes sei, dass die EU-Kommission keinen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht feststelle, erklärte die Investorengruppe 'CAI'.

COLOMBO: Vor der Nordküste Sri Lankas ist es zu heftigen Seegefechten zwischen der Marine und Tamilenrebellen gekommen. Dabei wurden nach Angaben eines Marinesprechers 14 Rebellen getötet und vier ihrer Schiffe versenkt. Auf der Seite der Regierungsstreitkräfte seien fünf Matrosen verletzt worden. Die Armee versucht die von den Aufständischen kontrollierten Gebiete im Norden der Insel einzunehmen. Die Rebellen kämpfen seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Tamilenstaat in Sri Lanka.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Westhälfte wolkig mit Schauern. Im Osten örtlich etwas Sonne. Höchstwerte zwischen sechs und 13 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 5 Grad, leichter Regen;
Berlin: 5 Grad, bedeckt;
Dresden: 1 Grad, Nebel;
Köln/Bonn: 6 Grad, wolkenlos;
Frankfurt am Main: 7 Grad, wolkenlos und
München: 2 Grad, Nebelschwaden.

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