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Nachrichten

Samstag, 1. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Der europäische Rüstungs- und Raumfahrtkonzern EADS hat mit seinem amerikanischen Partnerunternehmen Northrop den Zuschlag für einen milliardenschweren Auftrag der US-Luftwaffe erhalten. Dies teilte das Verteidigungsministerium in Washington mit. Der Mutterkonzern von Airbus und Northrop sollen von 2013 an für 35 Milliarden Dollar 179 Tankflugzeuge liefern. Damit setzte sich EADS gegen den US-Flugzeughersteller Boeing durch, der seit fast 50 Jahren ein Monopol für den Bau von Spezialmaschinen für die US-Luftwaffe hatte. - EADS will nach eigenen Angaben im US-Bundesstaat Alabama eine Fabrik errichten, in der Airbus-Maschinen vom Typ A330 zu Tankflugzeugen umgerüstet werden sollen.

BERLIN: Finanzminister Peer Steinbrück hat SPD-Chef Kurt Beck im Streit um den Beschluss zum Umgang mit der Linkspartei kritisiert. Loyalität zum Parteivorsitzenden sei zwar nötig, um eine Partei zu führen, sagte Steinbrück. Aber eine solche Entwicklung müsse intern besser kommuniziert und vorbereitet werden, sagte er der "Frankfurter Rundschau". Steinbrück wandte sich erneut gegen jede Art von Zusammenarbeit mit der Linken in Hessen. Den Vorstandsbeschluss der SPD zum weiteren Vorgehen bei der hessischen Regierungsbildung sieht er nicht als Schlusspunkt der Debatte. Der SPD-Vorstand hatte der Hessen-SPD freie Hand für eine Regierungsbildung auch mit Unterstützung der Linken gegeben.

HAMBURG: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat angekündigt, die Linkspartei auch in Zukunft vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Von Teilen der Linkspartei gehe eine klare extremistische Bedrohung aus, sagte Schäuble der 'Bild am Sonntag'. Die Linke habe Personen in Parlamente gebracht, von denen sich mancher den Stasi-Unterdrückungsapparat der DDR zurück wünsche, sagte er mit Blick auf die DKP-Politikerin Christel Wegner, die vor knapp zwei Wochen wegen einer umstritten Stasi-Äußerung aus der Linksfraktion in Niedersachsen ausgeschlossen worden war.

HANOI: Außenminister Frank Walter Steinmeier hat zum Abschluss seiner Südostasienreise die südvietnamesische Wirtschaftsmetropole Ho-Tschi-Minh-Stadt, das frühere Saigon, besucht. Dort ging es unter anderem um eine Bewerbung des Siemens-Konzerns für den Ausbau der geplanten U-Bahn. Steinmeier unterzeichnete auch ein Abkommen zur Aufnahme eines Rechtsstaatsdialogs, wie er vor Jahren auch mit China begonnen wurde. Außerdem soll mit maßgeblicher Hilfe Hessens in Ho-Tschi-Minh-Stadt eine vietnamesisch-deutsche Universität errichtet werden, die 2009 in Betrieb gehen soll. Der Besuch in Vietnam war Schlusspunkt seiner sechstägigen Asienreise, die den SPD-Politiker auch nach Indonesien und Singapur geführt hatte.

GAZA-STADT: Bei den schwersten Gefechten im Gazastreifen seit Wochen haben israelische Soldaten nach palästinensischen Angaben mehr als 20 Palästinenser getötet. Bei etwa der Hälfte der Getöteten handele es sich um Zivilisten, teilten Krankenhaus-Mitarbeiter und die den Gaza-Streifen kontrollierende radikal-islamische Hamas übereinstimmend mit. Augenzeugen zufolge brachen die Gefechte nach dem Vorrücken eines israelischen Stoßtrupps in den nördlichen Gazastreifen aus. Palästinensische Kämpfer hätten sich den Soldaten entgegengestellt, hieß es. Zudem hätten israelische Maschinen Luftangriffe geflogen. - Damit sind bei israelischen Militäreinsätzen im Gaza-Streifen in den vergangenen vier Tagen mehr als 50 Palästinenser getötet worden. Auslöser der Angriffe war die Tötung eines Israelis durch eine palästinensische Rakete am Mittwoch. Auch an diesem Samstag feuerten militante Palästinenser wieder Raketen auf israelisches Gebiet ab.

NEW YORK: Der UN-Sicherheitsrat hat die Abstimmung über eine Resolution mit weiteren Sanktionen gegen den Iran wegen des umstrittenen Atomprogramms des Landes auf kommende Woche verschoben. In New York teilten Diplomaten mit, in weiteren Gesprächen solle die Unterstützung möglichst aller nicht-ständigen Mitglieder des Rates für die Entschließung gewonnen werden. - Grundlage der diskutierten Resolution ist ein Papier, auf das sich die fünf ständigen Mitglieder des höchsten UN-Gremiums und Deutschland Ende Januar in Berlin geeinigt hatten. - Der Westen verdächtigt den Iran, insgeheim nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

WASHINGTON: NATO-Generalsekretär Japp de Hoop Scheffer hat Vorwürfe der USA kritisiert, einige Mitglieder des Bündnisses würden sich in Afghanistan nicht ausreichend engagieren. Er sei gegen gegenseitige Schuldzuweisungen, sagte de Hoop Scheffer in Washington. Es gebe auch die Wahrnehmung, dass einige NATO-Mitglieder in Afghanistan nicht ihr Gewicht einbrächten. - Die USA fordern von den Verbündeten seit Monaten mehr Unterstützung im Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban im Süden Afghanistans.

ROM: Papst Benedikt XVI. hat die umgehende Freilassung des in der nordirakischen Stadt Mossul entführten chaldäisch-katholischen Erzbischofs Paulos Faradsch Rahho gefordert. Er appelliere an die Vernunft und die Menschlichkeit der Entführer, erklärte der Papst in Rom. - Der Bischof war am Freitag beim Verlassen einer Kirche in Mossul von Bewaffneten überwältigt und verschleppt worden. Zwei Leibwächter und der Fahrer Rahhos wurden nach Angaben der irakischen Behörden bei der Entführung getötet.

ZUM SPORT: Im Freitagsspiel der 1. Fußball-Bundesliga schlug Hertha BSC Berlin den MSV Duisburg mit 2:0. Duisburg ist nun Tabellenletzter.

FRANKFURT AM MAIN: Die ersten Ausläufer des Orkantiefs "Emma" sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes schwächer ausgefallen als erwartet. Dennoch wütete der Sturm mit bis zu 150 Stundenkilometern und teils schweren Gewittern über Nord- und Mitteldeutschland. Zur Zeit zieht 'Emma' nach Süddeutschland weiter. An der Nordseeküste wurden bislang keine nennenswerten Schäden gemeldet. Bei der Deutschen Bahn mussten mehrere Strecken in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gesperrt werden, nachdem entwurzelte Bäume auf die Oberleitungen gefallen waren. - Bei dem Orkan 'Kyrill' im Januar vergangenen Jahres waren 13 Menschen ums Leben gekommen und etwa 50 Millionen Bäume entwurzelt worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Stürmischer Wind mit orkanartigen Böen. Dabei wechselhaft mit Regen- oder Graupelschauern. Höchstwerte sechs bis 13 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg und

Frankfurt am Main: 7 Grad nach Regen;

Berlin: 5 Grad, nach Regen;

Dresden: 3 Grad, Gewitter;

Köln/Bonn: 8 Grad, wolkig und

München: 11 Grad, etwas Regen.

Audio und Video zum Thema