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Nachrichten

Samstag, 1. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

CARACAS: Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat den USA mit einem Stopp der Öl-Exporte gedroht. Sollte Washington das Ergebnis des Referendums über eine Verfassungsreform in Venezuela nicht anerkennen, werde er den Ölhahn abdrehen, erklärte Chavez. Zugleich beschuldigte er die USA, sein Land destabilisieren zu wollen. Die Verfassungsreform, über die die Bürger am Sonntag abstimmen werden, sieht unter anderem vor, das der venezolanische Präsident künftig mehrfach wiedergewählt werden kann. Außerdem will Chavez die Autonomie der Notenbank abschaffen und einen so genannten 'Sozialismus des 21. Jahrhunderts' in der Verfassung verankern.

LONDON/PARIS: Auch nach den jüngsten Vermittlungsbemühungen der Europäischen Union ist der Iran nicht bereit, im Atomstreit einzulenken. Der iranische Atomunterhändler Said Dschalili erklärte, die Regierung in Teheran werde nicht von ihrem Atomprogramm abrücken. Die Forderung des Westens nach einer Aussetzung der Uran-Anreicherung sei inakzeptabel. EU-Chefdiplomat Javier Solana zeigte sich nach einem Treffen mit Dschalili in London enttäuscht. Er habe sich von dem Gespräch mehr erwartet. An diesem Samstag wollen die fünf UN-Vetomächte und Deutschland in Paris zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Vor allem die USA dringen auf eine Verschärfung der Sanktionen gegen den Iran, den sie verdächtigen, nach Atomwaffen zu streben.

PEKING: Die ehemaligen Kriegsgegner China und Japan sind entschlossen, ihre Beziehungen zu intensivieren. In der chinesischen Hauptstadt Peking kamen hochrangige Vertreter beider Länder zu Beratungen zusammen. Nach einem Treffen des japanischen Außenministers Masahiko Komura mit seinem chinesischen Kollegen Yang Jiechi hieß es, die Gesprächsatmosphäre sei besser geworden. Im Territorialstreit um Öl- und Gasvorkommen im Ostchinesischen Meer zeichnete sich allerdings noch keine Lösung ab.

KABUL: Das afghanische Verteidigungsministerium hat die Entscheidung der Regierung in Den Haag begrüßt, den Afghanistan-Einsatz der niederländischen Truppen bis 2010 zu verlängern. Ein Ministeriumssprecher in Kabul nannte den Beschluss einen 'positiven Schritt'. Als Teil der Nato-Einheiten sind derzeit etwa 1.600 niederländische Soldaten im umkämpften Süden Afghanistans stationiert. Ihre Zahl soll allerdings auf 1.300 verringert werden. Trotz des wachsenden Widerstands gegen den Afghanistan-Einsatz in der niederländischen Bevölkerung gilt eine Zustimmung des Parlaments als sicher.

BERLIN: Der stellvertretende SPD-Vorsitzende und Vize-Kanzler Frank-Walter Steinmeier hat die außenpolitischen Vorstellungen des Koalitionspartners CDU/CSU kritisiert. Der Deutschen Presseagentur sagte er, in der Union gebe es derzeit manche, die glaubten, mit -so wörtlich- Kraftmeierei gegenüber der Türkei, China und Russland in der Bevölkerung Punkte machen zu können. Das sei für Deutschland ein gefährlicher Weg. Die CDU-Festlegung einer privilegierten Partnerschaft der Türkei zur EU statt einer Mitgliedschaft sei ein schlimmer Vertrauensbruch, so Steinmeier. Konrad Adenauer und Helmut Kohl hätten der Türkei eine faire Chance auf einen Beitritt versprochen. Der Außenminister bekräftigte, die Bundesregierung halte, trotz anderslautender Positionen Einzelner, an der Ein-China-Politik fest. Wie die gesamte EU lehne man die für März geplante Volksabstimmung in Taiwan über eine UN-Mitgliedschaft ab.

BERLIN: SPD-Fraktionschef Peter Struck ist dafür, einen Mindestlohn in bis zu acht weiteren Branchen einzuführen. Den 'Stuttgarter Nachrichten' sagte er, nach der Einigung für Briefzusteller und für Gebäudereiniger könne er sich einen Mindestlohn etwa auch für den Gartenbau, die Zeitarbeit, das private Bewachungsgewerbe und die Fleischverarbeitung vorstellen. SPD-Chef Kurt Beck kündigte an, als nächstes werde man sich um die beiden letztgenannten Gewerbe kümmern. CDU-Vizechef Christian Wulff signalisierte seine Unterstützung für das SPD-Vorhaben, vorausgesetzt es handele sich um tarifliche Mindestlöhne. Bürger müssten von ihrer Arbeit leben können und nicht Hartz IV zur Aufstockung ihres Einkommens beantragen müssen, so Wulff wörtlich.

LONDON: Zwei muslimische Abgeordnete des britischen Oberhauses wollen sich im Sudan persönlich um die Freilassung der inhaftierten britischen Lehrerin Gillian Gibbons bemühen. Geplant sei an diesem Samstag auch ein Treffen mit Staatspräsident Omar al Baschir, hieß es aus London. Die 54-jährige Lehrerin war am Donnerstag zu 15 Tagen Haft verurteilt worden, weil sie es zugelassen hatte, dass ihre Schüler einem Teddybären den Namen des Propheten Mohammed gaben. Am Freitag waren tausende aufgebrachte Menschen in der sudanesischen Hauptstadt Khartum auf die Straße gegangen und hatten die Hinrichtung der Britin gefordert.

ADDIS ABEBA: Der Grenzstreit zwischen Äthiopien und Eritrea bleibt ungelöst. Eine Frist zur Beilegung des Konflikts verstrich, ohne dass eine einvernehmliche Lösung erzielt wurde. So erhebt Äthiopien weiterhin Anspruch auf die Stadt Badme, die nach der Entscheidung einer Grenzkommission auf eritreischem Territorium liegt. Beide Staaten haben Truppen in der Region stationiert. Während des Grenzkrieges zwischen Äthiopien und Eritrea in den Jahren 1998 bis 2000 waren zehntausende Menschen getötet worden.

WASHINGTON: Die USA wollen zusammen mit der Europäischen Union den Handel mit umweltfreundlichen Technologien erleichtern. Dafür sollten Zollschranken und andere Handelshindernisse für grüne Schlüsseltechnologien weltweit abgeschafft werden, erklärte die US-Handelsbeauftragte Susan Schwab. Ziel sei es, die Kosten für Produkte wie Windgeneratoren und Solarzellen zu senken. Über den Vorschlag soll nun in der Welthandelsorganisation beraten werden.

WASHINGTON/BERLIN: Der amerikanische Präsident George W. Bush will den weltweiten Kampf gegen Aids mit weiteren 30 Milliarden Dollar unterstützen. In einer Rede in Maryland zum heutigen Welt-Aids-Tag rief Bush den Kongress auf, diesen Betrag für die nächsten fünf Jahre freizugeben. Er kündigte zudem eine Afrika-Reise zu Beginn des kommenden Jahres an. In Deutschland warnten Politiker und Hilfsorganisationen vor zu großem Optimismus bei der Eindämmung der Immunschwächekrankheit. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul erklärte, Aids bedrohe in Afrika ganze Gesellschaften und Wirtschaftssysteme.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Fast überall Regen, im Tagesverlauf von Westen her einige Auflockerungen. Tageswerte zwischen fünf und elf Grad.

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