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Nachrichten

Samstag, 1. August 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEHERAN: Im Iran hat ein Prozess gegen etwa 100 regierungskritische Demonstranten begonnen. Die "Krawallmacher" müssten sich vor einem Revolutionsgericht in Teheran wegen Angriffen auf die nationale Sicherheit, Störung der öffentlichen Ordnung und Vandalismus verantworten, meldet die amtliche Nachrichtenagentur Irna. Zu den Angeklagten gehörten einflussreiche Persönlichkeiten des Reformlagers, berichtet die Nachrichtenagentur Fars. Bei den Protesten gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad Mitte Juni waren rund 2.000 Demonstranten festgenommen worden. Rund 250 von ihnen sind noch in Haft. Die deutsche Sektion von Amnesty International forderte die iranische Führung auf, für faire Verfahren zu sorgen und politische Gefangene freizulassen.

BRÜSSEL: Der frühere dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen übernimmt an diesem Samstag das Amt des NATO-Generalsekretärs von Jaap de Hoop Scheffer. Erster Arbeitstag des 56-Jährigen im NATO-Hauptquartier in Brüssel ist der kommende Montag. Am Dienstag wird er erstmals ein Treffen des Nordatlantikrats leiten. Als größte Aufgabe für Rasmussen gilt die Lastenteilung in Afghanistan. Der liberale Politiker wird sich auch dem Kampf gegen die Seeräuberei vor Somalia und dem Konflikt mit Russland um den angestrebten NATO-Beitritt der beiden ehemaligen Sowjetrepubliken Georgien und Ukraine widmen.

WARSCHAU: Mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen wird in Polen an den Warschauer Aufstand gegen die nationalsozialistischen Besatzer erinnert. An diesem Samstag vor 65 Jahren hatten sich etwa 40.000 Frauen und Männer der sogenannten Heimatarmee gegen die Nazis erhoben. Obwohl die Nationalsozialisten militärisch klar überlegen waren, gelang es ihnen nicht, den Aufstand schnell niederzuschlagen. Erst Anfang Oktober 1944 endete die Schlacht um Warschau mit der Kapitulation der Aufständischen und der weitgehenden Zerstörung der Stadt. Insgesamt starben während der zwei Monate mehr als 200.000 polnische Zivilisten und 17.000 Wehrmachtssoldaten.

BERLIN: Die Bundesregierung sieht nach dem Terroranschlag auf Mallorca keinen Anlass für Panik. Es gebe keinen Grund, von Reisen nach Spanien abzuraten, sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Hinsken, der "Passauer Neuen Presse". Allerdings sei von einer neuen Qualität des ETA-Terrors auszugehen. Vor Anschlägen auf touristische Ziele sei bisher immer gewarnt worden, wenn Gefahr für Unbeteiligte bestanden habe. Das sei diesmal nicht der Fall gewesen. Tausende Spanier demonstrierten am Freitagabend gegen den Terror der baskischen Untergrundorganisation ETA. Im mallorquinischen Badeort Palmanova, wo zwei Polizisten bei einem Bombenanschlag getötet worden waren, kamen rund 5.000 Menschen zu einer Anti-ETA-Kundgebung zusammen.

BRÜSSEL: Die Europäische Union rechnet mit einem dramatischen Anstieg der Schweinegrippe-Fälle im Herbst auf mindestens eine Million. Auch die Zahl der Toten werde deutlich zunehmen, sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Europäischen Parlaments, Jo Leinen, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Diese Schätzung sei sehr konservativ. Der SPD-Politiker fügte hinzu, kein Land in der EU werde verschont bleiben. Bereits jetzt sei in einigen spanischen Urlaubsregionen eine "regelrechte Seuche" ausgebrochen.

MANILA: Die ehemalige philippinische Präsidentin Corazon Aquino ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Sie erlag in Manila einem Krebsleiden, wie ihr Sohn mitteilte. Die vom Volk liebevoll "Tante Cory" genannte Aquino war von 1986 bis 1992 Präsidentin der Philippinen und galt als Symbolfigur der Demokratie. Nach einem Volksaufstand löste sie als erste Frau im Präsidentenamt Diktator Marcos ab und überstand in sechs Jahren im Amt sieben Putschversuche. Die jetzige Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo kündigte eine zehntägige Staatstrauer an.

WASHINGTON: Im Tauziehen um die geplante Gesundheitsreform ist US-Präsident Barack Obama einen Schritt weitergekommen. Der wichtige Kongressausschuss für Energie und Handel stimmte dem Entwurf zu und machte damit den Weg für eine Abstimmung im September im Repräsentantenhaus frei.

Die zerstrittenen Flügel von Obamas Demokratischer Partei hatten sich im Streit über das ehrgeizige Projekt am Mittwoch angenähert. Im Repräsentantenhaus gab die Fraktionsführung etlichen Forderungen des konservativen Parteiflügels nach. Der Umbau des Gesundheitssystems ist das wichtigste innenpolitische Reformwerk Obamas. Mehr als 46 Millionen Amerikaner haben keine Krankenversicherung.

ABUJA: Nach den schweren Kämpfen zwischen den Sicherheitskräften Nigerias und radikal-islamischen Rebellen haben die Behörden hunderte Todesopfer geborgen. Allein in den Straßen der nordnigerianischen Stadt Maiduguri seien 200 Leichen gefunden worden, teilte ein Sprecher des Roten Kreuzes mit. Insgesamt wurden bei den fast einwöchigen Kämpfen rund 600 Menschen getötet.

CARACAS: Die Regierung Venezuelas hat 34 Radiostationen die Sendelizenz entzogen. Der zuständige Behördenchef Diosdado Cabello sagte, die betroffenen Sender hätten rechtliche Anforderungen nicht erfüllt. Sie hätten ihre Zulassung nicht erneuert oder ihre Betreiber seien gestorben. Die freiwerdenden Lizenzen sollten nun an "Bürgerradios" vergeben werden. Insgesamt werden derzeit die Lizenzen von 240 Radiostationen überprüft. Die Organisation Human Rights Watch befürchtet eine ernsthafte Einschränkung der Meinungsfreiheit in Venezuela. Anhänger von Präsident Hugo Chavez verteidigen den Lizenzentzug als "Demokratisierung" der Medien, die bisher von wenigen Eigentümern kontrolliert worden seien.

SCHWERIN: Das Schweriner Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren für die Wadan-Werften eröffnet. Betroffen sind rund 2.500 Mitarbeiter in Wismar und Rostock-Warnemünde, die am gestrigen Freitag ihre vorerst letzte Schicht arbeiteten. Die durch eine massive Auftragsflaute im internationalen Schiffbau ins Taumeln geratene Werft hatte sich am 5. Juni für zahlungsunfähig erklärt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist freundlich mit Sonne und lockeren Wolken. Am Alpenrand und auch im Westen einzelne Schauer oder Gewitter. Tageshöchstwerte 23 bis 30 Grad.

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