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Nachrichten

Samstag, 1. April 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag.

DRESDEN: Die Hochwasserlage an der Elbe in Sachsen hat sich weiter verschärft. In der Landeshauptstadt Dresden läuft seit dem frühen Morgen Wasser über einen Damm in den niedrig gelegenen Stadtteil Gohlis. Zahlreiche Bewohner wurden in Sicherheit gebracht. Familien, die sich weigern, ihre Häuser zu verlassen, sollen zwangsevakuiert werden. Die Pegelstände steigen unaufhörlich weiter, derzeit allerdings nur noch um etwa einen Zentimeter pro Stunde. Die Landeshochwasserzentrale geht davon aus, dass der Scheitelpunkt des Hochwassers die Region am Sonntag erreichen wird. Für Teile Dresdens hatten die Behörden bereits am Freitag Katastrophenalarm ausgerufen.

BERLIN: Das umstrittene Engagement von Altkanzler Gerhard Schröder beim Bau der deutsch-russischen Ostsee-Pipeline sorgt weiter für Schlagzeilen. Nach übereinstimmenden Presse-Berichten gewährte die die Regierung Schröder dem russischen Energieversorger Gasprom eine Kreditbürgschaft von 900 Millionen Euro. Haushaltspolitiker sprachen von einem 'ungewöhnlichen Vorgang'. Schröder versicherte in einer schriftlichen Erklärung, dass er von der Kreditbürgschaft keinerlei Kenntnis hatte. Der Altkanzler ist seit Donnerstag Aufsichtsrats- Vorsitzender eines Gasprom-Tochterunternehmens, das die Ostsee- Pipeline betreiben wird.

LEIPZIG: Vor dem Energie-Gipfel bei Kanzlerin Angela Merkel am Montag drängt der Bundesverband der Deutschen Industrie auf eine Verlängerung der Laufzeiten für bestehende Atomkraftwerke. Längere Laufzeiten könnten Deutschland den Übergang in eine Phase ohne Kernenergie ökonomisch, aber vor allem ökologisch erleichtern, sagte Verbandspräsident Jürgen Thumann der 'Leipziger Volkszeitung'. Auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos warnte davor, beim Thema Atomenergie 'ideologische Barrieren' aufzubauen. Der Grünen- Vorsitzende Reinhard Bütikofer kritisierte, der Energiegipfel drohe zum -so wörtlich- 'Gipfel der Kurzsichtigkeit' zu werden.

BERLIN: In der Debatte um zunehmende Gewalt in den Schulen hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ein hartes Durchgreifen gefordert. Es dürfe keine Toleranz oder Resignation geben, betonte Schäuble. Vorgänge wie an der Berliner Rütli-Schule zeigten aber auch, dass gerade jungen Menschen mit Migrations-Hintergrund viel mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung angeboten werden müsse. Die Schule im Stadtteil Neukölln steht seit Freitag unter Polizeischutz, nachdem Lehrer einen dramatischen Hilfsappell an die Politik gerichtet hatten. Darin heißt es, angesichts der Gewalt unter Schülern und Drohungen gegen Lehrer sei ein geregelter Unterricht nicht mehr möglich.

PARIS: Nach der Rede von Präsident Jacques Chirac zur Reform des Arbeitsrechts sind in ganz Frankreich Tausende auf die Straße gegangen. Bei Protesten in Paris kam es zu kleineren Tumulten. Auch in Lyon, Bordeaux, Straßburg und Nancy fanden sich Schüler und Studenten zu spontanen Demonstrationen ein. Chirac hatte zuvor in einer Fernsehansprache der Neuregelung des Kündigungsschutzes für Berufsanfänger unter Bedingungen zugestimmt. Demnach soll die Probezeit für Berufseinsteiger nicht zwei Jahre, sondern höchstens ein Jahr betragen. Zudem müssten Arbeitgeber Kündigungen begründen. Kritiker der Reform lehnten Chiracs Entscheidung als grotesk und unverständlich ab. Sie planen für Dienstag einen weiteren landesweiten Aktionstag mit Streiks und Demonstrationen.

TEHERAN: Die schweren Erdbeben im Westen des Iran haben nach jüngsten Meldungen rund 15.000 Familien obdachlos gemacht. Es sei jetzt die dringendste Aufgabe, diesen Familien ein Dach über dem Kopf zu geben, erklärte das Innenministerium. Bei den Beben, die Stärken zwischen 4,7 und 6,0 erreichten, waren am Freitag 70 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 1.200 Menschen erlitten Verletzungen. Russland will an diesem Samstag zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern schicken. Die Vereinten Nationen kündigten an, Experten zu entsenden. Auch die US-Regierung bot dem Iran Hilfe für die Bebenopfer an.

MANAMA: Nach dem Schiffsunglück vor der Küste Bahrains haben die Behörden den Kapitän des Bootes festgenommen. Der Schiffsführer sei nur ein Seemann und nicht zur Führung des Schiffes ausgebildet gewesen, teilten die Behörden mit. Auch sein Assistent sei festgenommen worden. Zudem sei das traditionelle Holzboot überladen gewesen, als es für ein Firmenfest zur Fahrt auslief. An Bord der Dau hätten sich 126 Menschen befunden, die aber nur für 100 Personen zugelassen sei. Beim Kentern des Schiffes waren am Donnerstagabend mindestens 57 Menschen ums Leben gekommen, darunter 13 Briten und eine Deutsche.

RIO DE JANEIRO: In Brasilien ist ein Flugzeug mit 19 Insassen vermutlich abgestürzt. Die zweimotorige Maschine sei wenige Minuten nach dem Start in Macae östlich von Rio de Janeiro von den Radarschirmen verschwunden, teilte die Zivilluftfahrtbehörde mit. Das Flugzeug war auf dem Weg nach Rio de Janeiro.

MOSKAU: Ein russisches Sojus-Raumschiff hat erfolgreich an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Das automatisch gesteuerte Koppelmanöver sei ohne Probleme verlaufen, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. An Bord der Sojus-Kapsel sind die neue ISS-Langzeitbesatzung und der erste brasilianische Astronaut Marcos Pontes. Der russische Kommandant Pawel Winogradow und der US-Bordingenieur Jeffrey Williams werden ein halbes Jahr auf der Raumstation arbeiten. Dagegen soll Pontes nach nur einer Woche mit der bisherigen Besatzung zur Erde zurückfliegen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bis stark bewölkt, gelegentlich Regenschauer, örtlich auch Gewitter. Im Süden und Osten zunächst noch sonnige Abschnitte. Höchstwerte neun bis 18 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 9 Grad, wolkig;
Berlin und Dresden: 10 Grad, wolkig;
Köln/Bonn: 9 Grad, Regen;
Frankfurt am Main: 10 Grad, stark bewölkt und
München: 10 Grad, wolkig.

  • Datum 02.04.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8Blj
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