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Nachrichten

Samstag, 08. April 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

GAZA-STADT: Bei einem israelischen Luftangriff auf das Übungsgelände einer palästinensischen Extremistengruppe sind im Gazastreifen mindestens sechs Menschen getötet worden. Ein israelisches Flugzeug habe drei Raketen in Rafah abgefeuert, teilten die örtlichen Behörden mit. Eine habe ein Auto getroffen, zwei weitere seien in einem Gebäude eingeschlagen. Unter den Toten seien der Anführer einer militanten Gruppe und auch ein Kind.

RAMALLAH: Um der drohenden Finanzkrise der palästinensischen Autonomiebehörde entgegenzuwirken, hat die neue Hamas-Regierung eine enge Zusammenarbeit mit Präsident Mahmud Abbas vereinbart. Trotz politischer Meinungsverschiedenheiten wollten beide Seiten engen Kontakt halten, sagte Ministerpräsident Ismail Hanija nach einem vierstündigen Krisentreffen mit dem Präsidenten. Zuvor hatten sowohl die USA als auch die Europäische Union weitere direkte Zahlungen an die palästinensische Selbstverwaltung gestoppt. Humanitäre Hilfe werde weiter geleistet, verlautete aus Brüssel und Washington. Der Grund sei die Weigerung der Hamas, auf Gewalt zu verzichten und Israel anzuerkennen. Die EU-Außenminister wollen am Montag über ihr weiteres Vorgehen beraten.

BAGDAD: Nach dem blutigen Anschlag in Bagdad hat UN-Generalsekretär Kofi Annan an die irakischen Politiker appelliert, sich rasch auf eine neue Regierung zu verständigen. Der Anschlag auf eine schiitische Moschee unterstreiche, wie dringlich es sei, dass sich die Führer der verschiedenen religiösen Gruppen im Interesse ihres Landes einigten. Schiiten, Sunniten und Kurden ist es seit der Parlamentswahl Mitte Dezember noch nicht gelungen, eine gemeinsame Regierung zu bilden. Am Freitag hatten sich in der Baratha-Moschee im Norden Bagdads mehrere Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. 80 Menschen kamen ums Leben. Mehr als 160 Personen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Der amerikanische Botschafter im Irak warnte vor einem Bürgerkrieg, falls die Bemühungen um eine Regierungsbildung ergebnislos verliefen.

KATHMANDU: Kurz vor einer geplanten Großkundgebung gegen König Gyanendra hat Nepals Regierung eine strenge Ausgangssperre für die Hauptstadt angeordnet. Die Behörden drohten bei Verstößen mit Schusswaffen-Gebrauch. Bewohner Kathmandus sagten, dass auch Mobilfunknetze und Internetverbindungen gezielt gestört worden seien. Die Großkundgebung wurde auf Sonntag verschoben. Nepals größte Parteien hatten zu den Protesten aufgerufen, um König Gyanendra zum Rücktritt zu bewegen. Dieser hatte 2005 in einem Staatsreich die Macht in Nepal übernommen und dies mit einem effektiveren Kampf gegen die maoistischen Rebellen im Land begründet. Diese lieferten sich im Südwesten Nepals weiter heftige Gefechte mit Regierungstruppen, bei denen zwölf Menschen getötet wurden.

KABUL: Ein Selbstmordattentäter hat vor einer NATO-Kaserne in Afghanistan zwei Menschen mit in den Tod gerissen. Sieben Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei im westafghanischen Herat mit. Der Täter habe in der Nähe des Eingangs eine Autobombe gezündet. Die Gewalt in Afghanistan hat in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Anhänger der im Jahr 2001 von US-geführten Truppen gestürzten radikal-islamischen Taliban kämpfen dafür, alle ausländischen Sicherheitskräfte zu vertreiben. Auch die deutsche Bundeswehr hat rund 2.500 Soldaten im Einsatz und hatte zuletzt die Verantwortung für weite Teile des Nordens übernommen. In Kundus waren am Donnerstag mehrere Bundeswehrsoldaten in einen Schusswechsel verwickelt und verletzt worden.

MÜNCHEN: In der Ausländerdebatte in Deutschland hat Bundesjustizministerin Brigitte Zypries Forderungen aus der Union zurückgewiesen, nicht integrationswillige Ausländer notfalls abzuschieben. Nach derzeitiger Rechtslage könne derjenige, der eine schwere Straftat begehe, ausgewiesen werden, sagte Zypries in einem Interview des Magazins 'Focus'. Aber einen Tatbestand zu schaffen nach dem Motto 'Wer nicht integriert ist, der wird ausgewiesen', halte sie nach rechtsstaatlichen Gesichtspunkten für nicht vorstellbar, so die SPD-Politikerin.

HAMBURG: Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie droht die Gewerkschaft mit einem Arbeitskampf. Das Angebot der Arbeitgeber von 1,2 Prozent mehr Lohn sei eine Provokation, sagte IG-Metall-Chef Jürgen Peters der 'Bild am Sonntag'. Wenn es dabei bleibe, werde nach den Osterfeiertagen über eine Urabstimmung entschieden. Die Streikbereitschaft unter den 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche sei hoch.

LÜNEBURG: In den Hochwassergebieten Norddeutschlands hat sich die Lage weiter verschärft. Teilweise überschritten die Pegel bereits die Marken der Jahrhundertflut von 2002. Die niedersächsische Stadt Hitzacker steht ebenso unter Wasser wie Teile der historischen Altstadt von Lauenburg in Schleswig-Holstein. In mehreren Landkreisen wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Mecklenburg-Vorpommern bereitet sich auf das größte Elbe-Hochwasser seit 1895 vor, in Brandenburg steigen zusätzlich die Pegel von Havel und Oder. In Sachsen und Sachsen-Anhalt geht das Hochwasser der Elbe weiter langsam zurück.

WASHINGTON: Zum zweiten Mal innerhalb von einer Woche ist über den Mittleren Westen und Süden der USA eine Serie von Tornados hinweggefegt. In der Gegend von Nashville im Bundesstaat Tennessee kamen nach Angaben der Behörden elf Menschen ums Leben. Die Stürme wirbelten Autos durch die Luft und knickten Bäume um. Mehrere Gebäude wurden schwer beschädigt. Erst am vergangenen Wochenende waren durch Stürme in den USA 28 Menschen ums Leben gekommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte und im Süden sonnig, im Norden Regen und vereinzelt Graupelschauer. Höchstwerte acht bis 14 Grad.

Am Vormittag meldeten bei zumeist nur leicht bewölktem Himmel:

Hamburg, Berlin, Dresden und Köln/Bonn: 7°, sowie Frankfurt am Main und München: 5°.