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Afrika

Sambia: Training vor den Wahlen

Es gibt noch kein offizielles Datum, doch die anstehenden Wahlen werden in Sambia bereits mit Spannung erwartet. DW Akademie-Trainer Guy Degen schildert seine Eindrücke von einem Workshop für Radiojournalisten in Lusaka.

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Noch vor Oktober 2011 sollen in Sambia Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattfinden. Doch schon jetzt berichten Radio-Talkshows über die Vorlieben der Wähler, sind die Zeitungen – ob staatlich oder privat –voll von Wahlversprechen der Politiker. Die Nachrichten des nationalen TV-Senders geben der Kampagne des amtierenden Präsidenten Rupiah Banda großzügig Raum, und bei jeder Unterhaltung mit Taxifahrern in der Hauptstadt Lusaka kommt unvermeidlich das Thema Politik zur Sprache, wird darüber debattiert, was wohl für die Menschen in Sambia das Beste sei.

In dieser Atmosphäre hat die DW Akademie in Lusaka einen Workshop für Radiojournalisten zum Thema "Interviews und Talkshows" durchgeführt. Es war also nicht verwunderlich, dass unsere Teilnehmer vor allem politische Themen besprechen, ihre Fähigkeiten, Politiker zu interviewen und politische Talkshows zu planen verbessern wollten.

Harte Fragen stellen

05.2011 DW-AKADEMIE Medienentwicklung Afrika Sambia Radiotraining Interview Talkshow 2

Unsere zehn Teilnehmer waren sehr unterschiedlich. Die Hälfte der Journalisten kam aus Lusaka und arbeitet dort bei lokalen Hörfunkstationen. Zwei Journalisten kamen von ländlichen Community-Radiosendern und drei weitere waren aus dem benachbarten Malawi angereist. Bei den Gruppendiskussionen über Interviews zeigten sich trotzdem ähnliche Probleme: "Es ist schwierig Politiker und mächtige Leute dazu zu kriegen, Fragen zu beantworten." "Manche Politiker wollen einen einschüchtern, wenn man hartnäckig Fragen stellt." "Es ist schwierig bei einem Interview die Kontrolle zu behalten, wenn Politiker einfach nicht aufhören zu reden."

Viele Journalisten kennen diese Probleme und haben sie auch schon selbst erlebt. Besonders schwierig kann es bei Live-Sendungen werden und wenn die Sitte, Journalisten einzuschüchtern, weit verbreitet ist.

Die Interview-Vorbereitung ist sehr wichtig, darin waren sich alle einig. Dazu gehört: Hintergründe recherchieren, das Ziel des Interviews bestimmen, die erste Frage festlegen und über die mögliche Interview-Struktur nachdenken. Natürlich wurde auch erwähnt, wie wichtig es ist, gut zuzuhören und Fragen im Interesse der Zuhörer zu stellen. Gemeinsam haben wir während des Workshops Interviews analysiert, verschiedene Fragetypen besprochen, Interview-Übungen mit Rollenspielen gemacht und Möglichkeiten diskutiert, wie man besonders wortreiche Interviewpartner höflich unterbrechen kann.

Schwache Journalisten oder schwache Politiker?

Unsere Teilnehmer haben sich außerdem mit führenden Journalisten aus Lusaka austauschen können, die sich für Interviews oder auch für unsere Übungs-Talkshow als Studiogäste zur Verfügung stellten.

Costa Mwansa, der Leiter der Nachrichtenprogramme des Privatsenders MUVI-TV, sagte dabei, manche Politiker verstünden die Rolle der Medien während eines Wahlkampfs nicht und fänden es somit unbequem, wenn sich Journalisten ihre Herkunft und ihre Politik genauer anschauten.


Guy Degen und Jasper Funck führten in Zusammenarbeit mit dem Zambia Institute of Mass Communication (ZAMCOM) einen sechstägigen Workshop in Sambia durch. Dieses Training war Teil eines regionalen DW Akademie Projekts zur lokalen Berichterstattung im südlichen Afrika, welches öffentlich-rechtliche, private und Community-Radiosender unterstützt.

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