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Aktuell Amerika

Sambaschule Beija-Flor holt sich Rios Karnevalskrone

Die Sambaschule Beija-Flor hat in Brasilien zum 13. Mal die Karnevalskrone von Rio de Janeiro gewonnen. Der Auftritt der Gruppe war umstritten.

Die für ihre Kreativität bekannte Sambaschule aus dem Vorort Nilopolis überzeugte die Jury bei der diesjährigen Parade mit einer Hommage an ein "starkes, fröhliches und buntes Afrika" und holte nach Angaben vom Mittwoch 259,9 Punkte - nur 0,4 Punkte mehr als die zweitplatzierte Sambaschule Salgueiro, die bereits im vergangenen Jahr knapp am ersten Platz vorbeigeschrammt war. Auf dem dritten Platz landete die Sambaschule Portela, Vorjahressieger Unidos da Tijuca wurde Vierter.

Nach der Verkündung des Ergebnisses brachen die Unterstützer von Beija-Flor im berühmten Sambodrom, wo sich am Sonntag und Montag zwölf Schulen präsentiert hatten, in lautstarken Jubel aus. "Ich bin sehr emotional, sehr glücklich", sagte eine der Tänzerinnen der Gruppe, Rayssa Oliveira, dem Fernsehsender Globo.

Von einem Diktator finanziert?

Der Auftritt von Beija-Flor am Montag war von einer Kontroverse um die Finanzierung begleitet gewesen. Nach einem Bericht der Zeitung "O Globo" soll der autokratische Präsident von Äquatorialguinea, Teodoro Obiang, den diesjährigen Auftritt von Beija-Flor mit umgerechnet knapp 4,4 Millionen Euro unterstützt haben - ein Vorwurf, den Beija-Flor entschieden zurückwies. Ein Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, Beija-Flor habe von Äquatorial-Guinea lediglich "kulturelle Unterstützung" erhalten und Stoffe importiert. Beija-Flor-Präsident Farid Abraao hatte die Zuschüsse eingeräumt, aber keine Beträge genannt und auch die Kritik an der Unterstützung zurückgewiesen.

Die Jury vergibt bei den alljährlichen Karnevalsparaden in Rio de Janeiro Punkte für verschiedene Bereiche. Bewertet werden die Kostüme, die Dekoration der Wagen und die Choreographie, aber auch die Qualität der Trommler und die Synchronisation der rund 4000 Teilnehmer eines Auftritts. Die Tradition des Karnevals in Rio reicht bis ins Jahr 1723 zurück, die erste Sambaschule wurde aber erst 1928 gegründet.

Noch nicht alles vorbei

Anders als in Deutschland ist am Aschermittwoch in Rio allerdings noch lange nicht alles vorbei: Am Samstag ziehen die sechs bestplatzierten Sambaschulen erneut durchs rund 750 Meter lange Sambódromo. Bis dahin geht in vielen Stadtvierteln auch der Straßenkarneval noch weiter.

gmf/SC (afp, dpa)