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Afrika

Sahara-Geiseln zurück in Europa

Die in Mali freigelassenen 14 Sahara-Geiseln sind zurück in Deutschland: Am Mittwochmorgen (20.08.2003) landeten sie mit einer Bundeswehrmaschine auf dem Flughafen Köln/Bonn.

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Ankunft der Ex-Geiseln in Köln

Der Leiter des Krisenstabs der Bundesregierung, Staatssekretär Jürgen Chrobog, sagte, die ehemaligen Geiseln seien gesund. Der Diplomat war mit den Touristen in der Nacht aus Mali zurückgeflogen. "Auch mental sind alle in guter Verfassung", sagte Chrobog. "Das war wohl die langwierigste und aufwendigste Rettungsaktion deutscher Touristen im Ausland, die wir bisher durchgeführt haben", fügte er hinzu. Die neun Deutschen, vier Schweizer und ein Niederländer waren laut Chrobog in der letzten Phase der sechsmonatigen Entführung alle gemeinsam an einem Ort im Nordwesten Malis.

Abstand nehmen von kritischen Fragen?

Ein großes Medienaufgebot verfolgte die Ankunft des Flugzeuges auf dem Luftwaffenstützpunkt Wahn. Die rund 500 Kilometer Autofahrt am Dienstag aus der entlegenen Wüstenregion in die Provinzstadt Gao sei für die Betroffenen wegen schlechter Pisten und schlechten Wetters "sehr strapaziös" gewesen, sagte der Staatssekretär. Zu den traumatischen Erlebnissen der vergangenen Monate zählte auch der Tod der 46 Jahre alten Michaela Spitzer. Auf der strapaziösen Flucht der Geiselnehmer von der algerischen Sahara in die Sand- und Steinwüsten Malis war sie der Hitze und dem Wassermangel nicht gewachsen. "Sie ist im Kreise der anderen Geiseln gestorben, was natürlich ein besonders schlimmes Erlebnis war auch für die Personen, die heute zurückgekommen sind", sagte Chrobog.

"Wir sollten jetzt einmal Abstand nehmen von allen kritischen Fragen und froh sein, dass es so ausgegangen ist", sagte Chrobog mit Blick auf die zu Wochenbeginn entbrannte Debatte um eine Kostenbeteiligung von Abenteuerurlaubern an ihrer Rettung. Zu Medienberichten über eine angebliche Lösegeldzahlung sagte der Staatssekretär: "Die deutsche Regierung kann nicht und wird nicht erpresst werden." Unbestätigten Berichten zufolge soll ein Lösegeld von rund 4,6 Millionen Euro geflossen sein.

Ende einer Wüsten-Odysee

Befreite Geiseln im Präsidentschaftspalast in Bamako, Mali

Empfang im Präsidentenpalast in Bamako, Mali (19.8.2003)

Am Dienstagabend war die Gruppe in der malischen Hauptstadt Bamako eingetroffen und dort von Präsident Amadou Touré in seinem Palast empfangen worden. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte sich bei den Regierungen von Algerien und Mali für die Unterstützung bedankt und beiden Ländern Hilfe bei der Verfolgung der Entführer und beim Kampf gegen den Terrorismus angeboten.

Im Frühjahr waren binnen weniger Wochen insgesamt 32 europäische Urlauber in der algerischen Sahara entführt worden. Im Mai wurden 17 Geiseln von der algerischen Armee befreit, unter ihnen sechs Deutsche. Um die Freilassung der übrigen Urlauber hatte sich neben Chrobog auch der Tuareg-Führer Iyad Ag Ghali als Vermittler bemüht. Für die Entführung werden islamistische Kämpfer der Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) verantwortlich gemacht.

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