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Filme

Saga "Planet der Affen": Überlebenskampf geht in die nächste Runde

Blockbuster-Sommer in den USA: Nach zahlreichen Superhelden-Filmen startet jetzt der neueste Teil der Planet-der-Affen-Reihe in den Kinos. "Planet der Affen: Survival" ist überraschend dramatisch und emotional.

Sind Affen die besseren Menschen? Oder, anders gefragt: Gibt es nicht in jeder Spezies die Guten und die Bösen, die Friedlichen und die Aggressiven? Schon der allererste "Planet der Affen"-Film stellt 1968 diese Fragen - Fragen nach Moral und Ethik, nach Menschlichkeit und vertretbaren Grenzen von Wissenschaft und Forschung.

Die Affen-Saga im Kino überzeugt mit Phantasie und Tiefe

Das war der Clou der Serie, die von Anfang an ja nicht als solche konzipiert worden war und nur fortgesetzt wurde, weil sich der erste Film an den Kinokassen als enorm erfolgreich erwies. Hollywood hat es schon immer verstanden, erfolgsversprechende Filmrezepte zu kopieren und zu wiederholen. Doch anders als in vielen Fortsetzungen von Blockbustern, die den Originalen nur wenig Neues hinzuzufügen, erwies sich die Planet-der-Affen-Reihe als vielschichtig und phantasievoll.

In einem Action- und Fantasy-Film wurden damals Fragen nach dem Sinn des Lebens gestellt, es wurde über die Zukunft nachgedacht, über das Verhältnis zwischen Mensch und Tier philosophiert. Dass dabei der Mensch im Vergleich zum Affen nicht unbedingt besser abschnitt, war nur eine von vielen überraschenden Erkenntnissen, die man als Zuschauer der Filme gewinnen konnte.

Eines der einprägsamsten Kinobilder der 1960er Jahre

Filmszene Planet der Affen 1967, Charlton Heston und Filmpartnerin Linda Harrison reiten am Strand entlang (Imago/United Archives)

Noch haben Taylor und Nova die Freiheitsstatue nicht entdeckt

Die Schlussszene am Ende des "Ur-Films" von 1968 hat sich bis heute tief in das Gedächtnis des (Kino-)Publikums eingegraben: Taylor (Charlton Heston) reitet mit dem kleinen Mädchen Nova an einem Strand entlang und stößt auf die Überreste der New Yorker Freiheitsstatue. Das Bewusstsein darüber, dass man sich eigentlich die ganze Zeit auf der von einem Atomkrieg zerstörten Erde befunden hat, ließ nicht nur Taylor den Atem stocken - auch die Zuschauern damals zuckten zusammen.

Das Überraschende ist, dass das Konzept der Filme bis heute frisch und aktuell geblieben ist und nur wenig von seinem Reiz eingebüßt hat. Auch der neunte Teil der Saga (der jetzt zunächst in einigen europäischen Ländern sowie in den USA startet), die auf den Roman des französischen Autors Pierre Boulle zurückgeht, schafft es, die Zuschauer mit einer wohl dosierten Mischung aus Philosophie und Action zu unterhalten, aber auch zum Nachdenken anzuregen.

Intelligentes Unterhaltungskino mit Tiefe

Anders als in vielen Blockbustern, die mit einem großen Produktionsbudget das Teenager-Publikum weltweit bei der Stange halten und oftmals nur mit schalen Wiederholungseffekten daherkommen, bietet die Planet-der-Affen-Saga auch was fürs Hirn. Und zwar ohne den berühmten moralischen Zeigefinger zu erheben.

Nicht zuletzt haben die Kameraprofis, Tricktechniker und Maskenbildner ganze Arbeit geleistet.

Film Still aus PLANET DER AFFEN: SURVIVAL mit einer großen Gruppe Soldaten und davor Affen (War For The Planet Of The Apes) (2017 Twentieth Century Fox)

Vor der Entscheidungsschlacht in "Planet der Affen: Survival"

Die Bilder sind grandios, die Effekte atemberaubend und die Affen, in denen ja zumeist Schauspieler stecken, stellen die Darsteller ohne Maske in den Schatten. Hauptdarsteller Andy Serkis, der schon reichlich Erfahrung als Mann im Tierkostüm sammeln konnte, als Gollum in "Herr der Ringe" und als Kong in "King Kong", überzeugt auch in "Planet der Affen: Survival" einmal mehr als leidenschaftlicher Affenchef Caesar.

Affe Caesar - ein vielschichtiger Filmcharakter

Film Still aus PLANET DER AFFEN: SURVIVAL mit verletztem Affe (War For The Planet Of The Apes) (2017 Twentieth Century Fox)

Caesar, der Held des neuen Films, ist schwer gezeichnet vom Kampf

Caesar steht im neuen Film ganz eindeutig im Zentrum der Erzählung: als ein Affe, der sich Gedanken macht. Zwischen Rachegelüsten und Friedenssehnsucht, zwischen Brutalität und Zärtlichkeit wird er hin- und hergerissen, ein von seinen Drehbuchautoren differenziert gestalteter Filmcharakter.

Der Brite Andy Serkis macht das ganz fantastisch. Dass der Zuschauer mit ihm leidet, zwischen Sympathie, Wut und Mitgefühl schwankt, ist so erstaunlich wie bemerkenswert - schließlich sehen wir nur das Antlitz eines Affen, denn die menschlichen Züge des Darstellers Serkin sind, von den Augen einmal abgesehen, vollkommen im Affenkostüm verschwunden.

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