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Wirtschaft

'Safer Sex' mit Condomi

Das deutsche Unternehmen Condomi könnte zu einem bevorzugten Kondom-Lieferanten der UN für deren weltweite Projekte werden. 120 Millionen Kondome könnte die Firma so im Kampf gegen AIDS jährlich absetzen.

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Condomi erschließt neue Vertriebswege

Mit einem jährlichen Vertrieb von 500 bis 600 Millionen Kondomen sind die Vereinten Nationen (UN) weltweit der größte Kunde für diese Form der Empfängnisverhütung. Als einer der bevorzugten UN-Lieferanten erhielte das Unternehmen Condomi eine garantierte Absatzmöglichkeit von 120 Millionen Kondomen im Jahr. Das ist das gegenwärtige Ziel des deutschen Herstellers.

Kölner Qualität

Das in Köln ansässige Kondom-Unternehmen hat sich im November 2001 mit Informationen zur Qualität und den Produktionsmethoden bei der UN beworben. Am Ende des Auswahlprozesses könnte die Unterzeichnung eines lukrativen und als eine Auszeichnung zu betrachtenden Vertrages mit den Vereinten Nationen stehen.

Der Vertrag würde Condomi mit einem Partner zusammenbringen, der nicht nur zur sozial ausgerichteten Unternehmensphilosophie passen würde. Vielmehr erhielte das Unternehmen auch einen Absatzmarkt für das ständig steigende Produktionsvolumen. Condomi verkaufte zu Jahresbeginn über 250 Millionen Kondome weltweit. Ende 2002 werden es schon 720 Millionen sein. Im Weltmarkt können solche Zahlen problematisch werden, wenn man sich allein auf das Markengeschäft verläßt.

Intensives Bewerbungsverfahren

Seit letztem Jahr informiert Condomi die UN mit Details zu seiner Produktionserfahrung, um zu beweisen, dass das Unternehmen zu den Besten der Welt gehört, wenn es um Kondome geht. Am 11. Dezember 2002 wird eine Gruppe technischer Experten nach Köln kommen, um die Informationen von Condomi zu überprüfen.

Unter der Führung von Anne Fabiani, der Chefin des UN-Amtes für Beschaffung, wird die Kommission die Condomi-Fabriken im polnischen Krakau und im ostdeutschen Erfurt besuchen. Dabei sollen durch Tests die Daten überprüft werden, die Condomi im Verlauf des letzten Jahres zur Verfügung gestellt hat. Nach Prüfung und Auswertung der Testergebnisse aller Bewerberfirmen wird die UN abhängig vom Niveau und der Qualität der Produktion vier bis fünf Unternehmen einen Vertrag anbieten.

Garantierter Umsatz - garantierter Gewinn

Frank Tillmanns, ein Sprecher der Condomi AG, erklärte im Gespräch mit DW-WORLD, dass der UN-Vertrag ein Riesencoup für die Firma wäre. Denn "die Zusammenarbeit mit den UN würde einen garantierten Umsatz pro Jahr bedeuten". Tillmanns erläutert die Vorteile einer Zusammenarbeit mit der UN: "In diesem Geschäft gibt es bei Ausschreibungen das Risiko, dass man nicht rechtzeitig bezahlt wird. Die UN sind aber zuverlässige Kunden."

Auf Condomi käme eine rege Geschäftstätigkeit zu, falls das Unternehmen als einer der bevorzugten Lieferanten ausgewählt würde. Die UN verteilen weltweit Kondome sowohl durch das UN-Rahmenprojekt als auch durch Projekte, die von anderen Institutionen mit Unterstützung durch die UN organisiert werden.

UN bereits jetzt Condomi-Kunde

Letztes Jahr belieferte Condomi die in Bonn beheimatete Freiwilligenorganisation der Vereinten Nationen (United Nations Volunteers, UNV) mit 100.000 Kondomen. Die Organisation verteilte die Kondome durch Projekte, die sich mit der HIV- und AIDS-Bekämpfung in afrikanischen Ländern beschäftigen. Seit der Gründung der Firma beteiligt sich Condomi am Kampf gegen AIDS und der Förderung von "Safer Sex". Das Unternehmen ist sowohl bei Projekten auf der ganzen Welt aktiv als auch in Deutschland als Sponsor und Partner der von der Regierung finanzierten Deutschen AIDS-Hilfe.

Condomi plant seine erste Fabrik in Südafrika Ende nächsten Jahres zu eröffnen. In Johannesburg wurde dazu schon eine Tochtergesellschaft gegründet. Condomi hofft, dass die Nähe zum weltweit größten AIDS-Zentrums die Verteilung beschleunigt und damit hilft, die HIV-Infektionen auf dem ganzen Kontinent zu verringern.