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Politik

Saddam Hussein tritt in Hungerstreik

Im Irak ist ein weiterer Anwalt von Saddam Hussein ermordet worden. Der Ex-Diktator und weitere Mitangeklagte traten daraufhin in den Hungerstreik.

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Ermordet: Chamis al-Obeidi

Der Anwalt Chamis al-Obeidi sei von "Terroristen" getötet worden, meldete das staatliche irakischen Fernsehen. Hauptverteidiger Chalil al-Duleimi erklärte am Mittwoch (21.6.06), sein Kollege sei am Morgen von Männern in Polizeiuniformen aus seinem Haus verschleppt und später ermordet worden. Al-Duleimi machte das irakische Innenministerium verantwortlich, dessen Truppen erneut zugeschlagen hätten.

Saddam Hussein und 55 weitere inhaftierte frühere Mitglieder seiner Regierung traten daraufhin in den Hungerstreik. Sie nähmen seit Mittwoch keine Nahrung mehr zu sich, sagte Al-Duleimi. Die Hungerstreikenden wollten damit Garantien für die Sicherheit der restlichen Saddam-Anwälte erzwingen.

Umstände des Mordes unklar

Die Leiche des Anwalts sei mit Schusswunden auf einer Straße in der Nähe des schiitischen Stadtteils Sadr City gefunden worden, erklärte Polizeisprecher Thaer Mahmud.

Im Gegensatz zu Al-Duleimi, der in Jordanien lebt, wollte Al-Obeidi trotz der angespannten Sicherheitslage in Bagdad bleiben. Chefankläger Dschaafar al-Mussawi bestätigte den gewaltsamen Tod des Anwalts, nannte aber keine Einzelheiten.

Bereits der dritte Mord

Al-Obeidi ist bereits der dritte Verteidiger, der seit Beginn des Prozesses gegen Saddam und sieben weitere Funktionäre seines Regimes ermordet worden ist. Im Oktober und November 2005 hatten Unbekannte einen Anwalt von Ex-Vizepräsident Taha Jassin Ramadan und einen Verteidiger des früheren Richters Awad al-Bandar getötet. Ein weiterer Anwalt wurde verletzt.

Al-Obeidi und Al-Duleimi hatten die Sitzungen im Prozess wegen des Massakers von Dudschail im Februar 2006 aus Protest gegen den Vorsitzenden Richter Rauf Raschid Abdel Rahman vorübergehend boykottiert. Sie hatten dem Kurden, der unter dem Saddam-Regime inhaftiert worden war, vorgeworfen, er sei nicht neutral.

US-Soldaten wurden enthauptet

Die Leichen der zwei im Irak verschleppten US-Soldaten sind so stark verstümmelt aufgefunden worden, dass eine Identifizierung durch einen DNA-Test notwendig ist. Ein Militärsprecher erklärte am Dienstagabend in Bagdad, die Bergung der Leichen habe mehrere Stunden gedauert, weil diese von Sprengfallen umgeben gewesen seien.

Die Männer im Alter von 23 und 25 Jahren seien offenbar gefoltert und auf grausame Weise ermordet worden, sagte der irakische Generalmajor Abdul Asis Mohammed. Die Terrororganisation Mudschahedin-Schura-Rat erklärte auf einer Web-Site, der neue Führer von Al Kaida im Irak habe die Soldaten umgebracht. Abu Hamsa al-Muhajir, habe die beiden Geiseln eigenhändig enthauptet. (kas)

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