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Sack

Ein Behältnis, kein Behälter – der Sack nimmt viel auf, aber nicht alles. Er kann schützen, voll sein, nass oder auch faul. Bei Kindern ist er zu bestimmten Anlässen sehr beliebt.

Wenn der Kindergeburtstag ansteht, ist das Um-die-Wette-Hüpfen mit Jute-Säcken ein Wunschspiel der Kleinen. Und zur Weihnachtszeit sind sie immer und überall, die Männer oder Frauen, die einen Sack mit Geschenken über der Schulter tragen. Damit ist klar, was ein Sack ist.

Flexibles Behältnis

Nämlich ein Behälter. Besser noch: Ein Behältnis. Denn dieses ändert je nach dem Grad seiner Füllung die Form. Ein voller Sack steht, ein leerer liegt zusammengefallen am Boden oder gefaltet im Regal.

Ein Behälter hingegen, nehmen wir einen Wassertank, ändert seine Form nicht. Egal ob leer oder voll. Das Behältnis Sack ist länglich, aus grobem Stoff, beispielsweise Sackleinen, starkem Papier oder Plastik und dient zur Aufbewahrung meist fester Stoffe. Da Definitionen eine trockene Angelegenheit sind, füllen wir die Definition vom Sack mit Inhalt.

Ein Sack, viele Säcke

Da haben wir den Mehlsack, den Kartoffelsack, den "Gelben Sack" aus Plastik, der hierzulande dazu dient, wieder verwendbare Wertstoffe zu sammeln. Es gibt Säcke gefüllt mit Zucker, Säcke mit Bohnen und Sandsäcke.

Letztere kommen hauptsächlich bei Hochwasser und Ölunfällen zum Einsatz. Weil wir gerade bei Flüssigkeiten sind: Tränensäcke heißen die wie Säckchen aussehenden Hautfalten unter den Augen. Sie enthalten aber keine Tränenflüssigkeit.

Redensarten

Auch Sprichwörter lieben den Sack. Wenn veranschaulicht werden soll, wie schwer etwas zu bewerkstelligen ist, kommt der "Sack voller Flöhe" ins Spiel. Wenn jemand sagt, "Ich hüte lieber einen Sack voller Flöhe als diese Kinder" wird damit klar zu Ausdruck gebracht, dass diese Kinder ihn mehr ärgern als beißende Flöhe.

Auch in übertragener Bedeutung wird der Sack oft verwendet. So ist ein voller Sack eben nicht nur ein Behältnis aus grobem Stoff, der gefüllt ist. Nein, als vollen Sack bezeichnet man auch einen sturzbetrunkenen Mann, der, wenn er endlich ins Bett gesunken oder wie ein Sack umgefallen ist, auch wie ein Sack schlafen wird. In sackdunkler Nacht.

Fauler Sack

Erwähnen sollten wir in diesem Zusammenhang noch den arbeitsscheuen Zeitgenossen, den "faulen Sack" wie er in der etwas derberen Alltagssprache gern genannt wird. Der menschliche Körper als Sack.

Schon bei Martin Luther heißt es – noch nicht in der Bedeutung als Schimpfwort – "Unser eigen Fleisch, der alte faule Sack". Wer sich fühlt wie ein nasser Sack, dem geht es schlecht, der ist matt und kraftlos.

Sack und Asche

Es gibt einen ganzen Sack voll bildhafter Ausdrücke und übertragener Bedeutungen. Aber wir sollten uns – bevor wir den Sack zumachen – noch einmal dem Sack als gegenständlichem Substantiv zuwenden. So war Sack nicht nur das Wort für ein Behältnis, sondern auch für ein grob geschnittenes Kleidungsstück, für einen Hüftschurz, für ein einfaches Gewand.

Der Ausdruck "In Sack und Asche gehen" geht zurück auf jemanden, der im Mittelalter für eine Untat oder eine Sünde Buße leisten musste. Der Büßer streute sich Asche aufs Haupt und bedeckte seinen Körper mit einem kratzigen Stück Sacktuch. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "Sack" geht zurück auf das assyrische šaќќu, die Bezeichnung für einen Sack, ein Büßergewand.

Sack und Tasche

Was nun unser oft erwähntes Behältnis angeht, so ist Sack bis ins 18. Jahrhundert in der Schriftsprache gleichbedeutend mit Tasche gewesen. Dann hat Tasche vor allem in zusammengesetzten Substantiven die Oberhand gewonnen.

Nur in den süddeutschen Mundarten haben sich Wörter wie Sacktuch für Taschentuch, Hosensack statt Hosentasche und Sackgeld anstelle von Taschengeld gehalten. Allerdings findet sich durchgängig Sackgasse – eine Gasse an deren Ende es nicht weitergeht – und nirgends Taschengasse.


Sackgasse

Und warum geht es dort nicht weiter? Eine Sackgasse war im 18. Jahrhundert eine andere Bezeichnung für den Sack. Und der hat bekanntlich nur an einem Ende eine Öffnung.

Fragen zum Text

Ein Sack wird … der Schulter getragen.

1. auf

2. über

3. mit

Ein fauler Sack ist jemand, der …

1. ungern arbeitet.

2. nach verfaultem Obst stinkt.

3. Säcke herstellt.

Vervollständigen Sie: In Sack und … gehen.

1. Tasche

2. Flasche

3. Asche

Arbeitsauftrag

Spielen Sie folgendes Spiel: "Ich packe in meinen Geschenkesack …": Ein Spieler fängt an und nennt einen Gegenstand, den er in seinen Geschenkesack packt. Zum Beispiel: "Ich packe in meinen Geschenkesack einen Stift". Der nächste Spieler fügt dann jeweils einen Gegenstand hinzu. Dabei nennt er aber auch den Gegenstand, den der andere Spieler in den Geschenkesack gepackt hat. Zum Beispiel: "Ich packe in meinen Geschenkesack einen Stift und eine Puppe". Spielen Sie das Spiel reihum, solange bis Sie sich keine weiteren Gegenstände mehr merken können.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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