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Aktuell Afrika

Südsudanesische Rebellen geben fast 300 Kindersoldaten frei

Insgesamt will die Rebellengruppe rund 3000 junge Kämpfer aus ihren zweifelhaften Diensten entlassen. Die Minderjährigen werden - zumindest psychisch - fürs Leben gezeichnet sein.

Südsudanesische Rebellen haben nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 280 Kindersoldaten in die Freiheit entlassen. Dies sei die erste Gruppe von insgesamt rund 3000 minderjährigen Kämpfern, die freigelassen werden sollten, teilte das UN-Kinderhilfswerk Unicef mit. Sie seien zwischen elf und 19 Jahre alt und hätten teilweise vier Jahre lang für die berüchtigte "South Sudan Democratic Army Cobra Faction" des unabhängigen Warlords David Yau Yau gekämpft. Dieser hatte im vergangenen Mai ein Friedensabkommen mit der Regierung geschlossen.

Allein 2014 rund 12.000 Kindersoldaten rekrutiert

"Diese Kinder wurden gezwungen, Dinge zu tun und mit anzusehen, die kein Kind je erleben sollte", sagte Jonathan Veitch, der Leiter von Unicef Südsudan. Sie würden nun mit Kleidung, Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten versorgt und auch psychologisch betreut. Die Wiedervereinigung mit ihren Familien könnte aber schwierig werden, da Millionen Menschen im Südsudan vertrieben wurden oder in den Nachbarländern Schutz gesucht haben.

Insgesamt seien im Südsudan allein im vergangenen Jahr 12.000 Kinder, zumeist Jungen, von Milizen als Kindersoldaten rekrutiert worden, so Unicef. Tausende Kinder kämpften also weiterhin in den Reihen der Aufständischen.

Südsudans Präsident Salva Kiir und sein Widersacher Riek Machar bei einem erneuten Friedenstreffen am 21. Januar in der tansanischen Stadt Arusha (Foto: AFP/Getty Images)

Südsudans Präsident Kiir (li.) und sein Widersacher Machar bei einem erneuten Friedenstreffen am 21. Januar in Tansania

50.000 Tote durch Machtkampf zwischen Kiir und Machar?

Das Land war erst 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg vom nördlichen Nachbarn Sudan unabhängig geworden. Jedoch versinkt es seit einer politischen Krise im Dezember 2013 erneut in vor allem ethnisch motivierter Gewalt. Damals war ein lange schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Der Konflikt zwischen den beiden Politikern, die rivalisierenden Volksgruppen angehören, weitete sich binnen Wochen zu einem Bürgerkrieg aus.

Weder die Regierung noch die Rebellen oder die UN legten bisher eine Opferzahl vor. Die Nichtregierungsorganisation "International Crisis Group" (ICG) schätzt die Zahl auf 50.000 Tote, sie könnte aber auch wesentlich höher liegen. Hunderttausende Menschen wurden vertrieben.

sti/kle (afp, dpa)

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