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Aktuell Afrika

Südsudanesische Armee nimmt Bentiu ein

Die Hoffnung auf eine Friedenslösung für den Südsudan hält nicht einmal zwei Tage. Dann rücken die Streitkräfte von Präsident Kiir weiter vor. Sie übernehmen die Kontrolle über mehrere Städte.

Den Konfliktparteien im Südsudan scheint an einer Vermittlungsmission des amerikanischen Außenministers John Kerry nicht viel gelegen zu sein. Am vergangenen Freitag hatte der Chefdiplomat in der südsudanesischen Hauptstadt Juba den Kriegskontrahenten - Präsident Salva Kiir sowie dessen Rivalen und früheren Stellvertreter Riek Machar - abgerungen, über die Bildung einer Übergangsregierung zu verhandeln.

Bentiu von Rebellen befreit

Jetzt jedoch schufen Kiir und seine Streikräfte erst einmal Fakten. Die südsudanesische Armee bestätigte die Einnahme der Stadt Bentiu. "Die Streitkräfte haben die volle Kontrolle über Bentiu", erklärte Militärsprecher Oberst Philip Aguer. Die Stadt in dem ölreichen Bundesstaat Unity war seit Mitte April in den Händen der Rebellen. Dabei verübten Machar-Kämpfer nach UN-Erkenntnissen Massaker an der Bevölkerung.

Überlebende des Massakers in Bentiu (Foto: UN)

Sie haben das Massaker im April in Bentiu überlebt

Im Bundesstaat Oberer Nil hätten die Truppen zudem nach massiven Bombenangriffen die Ortschaften Nasir und Aguer eingenommen, erklärte der Militärsprecher weiter. Die Region gilt als Hochburg der Rebellen um den ehemaligen Vizepräsidenten Machar. Die Aufständischen und Machar selbst seien in Richtung äthiopische Grenze geflohen, hieß es weiter.

Es droht ein Völkermord

Der US-Außenminister hatte am Freitag davor gewarnt, dass im Südsudan gar ein "Völkernmord" drohen könnte. Seit Ausbruch der ethnisch bedingten Kämpfe Mitte Dezember wurden nach Schätzungen bereits Tausende Menschen getötet.

Kiir, der zur Volksgruppe der Dinka gehört, warf seinem früheren Vize, der ein Nuer ist, damals vor, einen Putsch vorzubereiten. Machar hielt dagegen, dies sei nur ein Vorwand Kiirs, um seinen Rivalen zu beseitigen, und begann einen bewaffneten Aufstand. Mehr als eine Million Menschen sind seither auf der Flucht. Die Vereinten Nationen warnen seit Wochen vor der Gefahr einer Hungersnot in dem schwach entwickelten Staat.

se/det (afpe, dpa, rtr)

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