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Aktuell Afrika

Südsudan wirft Sudan Bombenangriff vor

Im Konflikt zwischen dem Sudan und seinem Nachbarn im Süden geht es um den Grenzverlauf und um Öl. Inmitten von Verhandlungen sollen sudanesische Truppen Bomben auf den Südsudan geworfen haben. Der Sudan bestreitet dies.

Sudanesische Flüchtlingskinder vor einem Zelt im Flüchtlingslager Jamam im Südsudan (Foto: Getty Images)

Sudan Südsudan Flüchtlinge

Flugzeuge des Nordens hätten acht Bomben auf die Region Rubaker im südsudanesischen Bundesstaat Nord-Bahr-El-Ghazal abgeworfen, sagte ein Sprecher der südsudanesischen Armee am Samstag. Bei dem Angriff am Vortag seien zwei Zivilisten verletzt worden. Es war der erste Bericht über einen Bombenangriff seit Anfang Mai.

Der Sudan wies die Anschuldigungen umgehend zurück. Rebellen aus der Krisenregion Darfur hätten vom Südsudan kommend versucht, den Sudan zu attackieren, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Suna unter Berufung auf einen Vertreter der Regierung in Khartum. Die sudanesische Armee habe den Angriff zurückgeschlagen, und zwar auf eigenem Territorium.

Südsudan will Verhandlungen aussetzen

Der Südsudan hatte sich Anfang Juli 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg vom Sudan abgespalten. Beide Staaten streiten seitdem um Ölvorkommen und den genauen Grenzverlauf. Ende März war der Konflikt eskaliert, als der Süden das Ölfeld Heglig besetzte und der Norden Ziele im Süden bombardierte. Erst unter internationalem Druck zog sich der Südsudan von dem zwischen beiden Staaten umstrittenen Ölfeld zurück.

Die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union (AU) haben beiden Staaten unter Androhung von Sanktionen eine Frist bis Anfang August gesetzt, die Konflikte um Öl und Grenzen zu lösen. Beide Seiten verhandeln unter Vermittlung der AU in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Der Südsudan kündigte am Samstag an, die direkten Gespräche mit dem Norden in Addis Abeba auszusetzen. "Wir können uns nicht mit ihnen zusammensetzen, um zu verhandeln, während sie uns bombardieren", sagte der Sprecher der südsudanesischen Delegation, Atif Kiir. Fortan werde nur noch über Mittelsmänner verhandelt. Der sudanesische Unterhändler Omar Dahab sagte dagegen, seine Seite wolle die direkten Verhandlungen fortsetzen.

gri/hf (afp, dapd)