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Aktuell Welt

Südsudan-Friedensgespräche wieder gescheitert

Seit 14 Monaten tobt im Südsudan der Bürgerkrieg. Fast genauso lange ringen die Spitzenpolitiker des Landes um Lösungen. Auch ein neuer Anlauf blieb jetzt erfolglos.

Ungeachtet einer Sanktionsdrohung der Vereinten Nationen sind die Friedensverhandlungen für den Südsudan erneut gescheitert. Tagelange Gespräche zwischen Präsident Salva Kiir (Artikelbild links mit Hut) und seinem ehemaligen Stellvertreter und jetzigen Rivalen Riek Machar (rechts) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba führten zu keinem greifbaren Ergebnis.

Kritik an Konfliktparteien

Der als Vermittler tätige äthiopische Ministerpräsident und Vorsitzende der ostafrikanischen Staatengemeinschaft IGAD, Hailemariam Desalegn, wandte sich in einer Erklärung enttäuscht an die Bürger des Südsudans: "Ich muss leider bekanntgeben, dass bei den Gesprächen kein Durchbruch erzielt wurde. Während beide Seiten zu glauben scheinen, dass solche Friedensgespräche für immer andauern können, wisst ihr - das Volk Südsudans - dass der Frieden wiederhergestellt werden muss, und zwar jetzt."

Die IGAD-Staatengruppe versucht seit Monaten, in dem Konflikt zu vermitteln. Immer wieder gab es Vorwürfe, dass die Delegationen, die während der Gespräche in Luxushotels in Addis Abeba wohnen, keine Eile zeigen, um eine Vereinbarung zu erzielen. Bereits mehrmals hatten Kiir und Machar Abkommen über Waffenruhen unterzeichnet, die jedoch jedes Mal wieder gebrochen wurden.

Die IGAD hatte beiden Seiten zuletzt ein Ultimatum bis Ende dieser Woche gesetzt, um eine Einigung zu erzielen. Vor wenigen Tagen hatte der UN-Sicherheitsrat zudem eine Resolution mit Sanktionen gegen die Konfliktparteien verabschiedet. Kiir und Machar könnten nun mit Reiseverboten und Kontensperrungen belegt werden. Die USA drohen dem Südsudan zudem mit einem Waffenembargo.

Krieg seit Ende 2013

Im Südsudan herrscht Bürgerkrieg zwischen den Volksgruppen der Nuer und der Dinka, seit im Dezember 2013 der Machtkampf zwischen Kiir und Machar eskalierte. Seither wurden nach Angaben der Nichtregierungsorganisation International Crisis Group mindestens 50.000 Menschen getötet. Offizielle Zahlen liegen nicht vor.

Der erst 2011 unabhängig gewordene Südsudan gehört trotz großer Ölvorkommen zu den ärmsten Staaten der Welt. Der Krieg hat das Land vollends ins Chaos gestürzt.

wl/kle (dpa, afp, epd)