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Aktuell Afrika

Südsudan: Alleine mit dem unsagbaren Grauen

Seit zwei Jahren tobt ein Bürgerkrieg im Südsudan, dem jüngsten Staat der Erde. Zehntausende sind tot und Millionen auf der Flucht. Wer die Gräuel überlebt, bleibt mit Traumata allein. Amnesty schlägt Alarm.

Der Bürgerkrieg im Südsudan hat auch für Überlebende verheerende Folgen. Tausende Menschen litten unter psychischer Belastung und Traumata, beklagt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Die unmittelbare Erfahrung von Vergewaltigungen, Massenmorden, Folter und Entführungen führe zu psychische Erkrankungen.

Der Amnesty-Bericht stützt sich auf Interviews mit Opfern, Psychologen sowie Mitarbeitern der Regierung und der Vereinten Nationen. Ein Überlebender schilderte demnach, wie er sich nach einem Massaker unter einem Berg Leichen versteckte. Anschließend sei er von Soldaten aufgefordert worden, das Blut der Toten zu trinken. Menschen sollen sogar gezwungen worden sein, das Fleisch von Leichen zu essen.

"Wichtig auch für den Wiederaufbau"

"Die seelischen Wunden werden leicht übersehen und vernachlässigt", warnte die Direktorin von Amnesty International in Kenia, Muthoni Wanyeki. Ihre schnelle und adäquate Behandlung sei aber ebenso wichtig wie ein umgehendes Ende von Folter, Vergewaltigung und Mord. Zeugen traumatischer Szenen litten unter Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen.

Wanyeki forderte die südsudanesische Regierung auf, für die nötigen Behandlungen zu sorgen. Zugleich müssten die Verantwortlichen für Folter und andere grausame Misshandlungen zur Rechenschaft gezogen und künftige Vorfälle dieser Art verhindert werden. "Sich um die psychischen Folgen zu kümmern, wird entscheidend dafür sein, dass die Südsudanesen ihr Land und ihre Gesellschaft wieder aufbauen können", sagte Wanyeki.

Im Südsudan herrscht seit Ende 2013 Bürgerkrieg. Mehreren Konfliktparteien, auch der südsudanesischen Armee, werden schwere Menschenrechtsverletzungen zur Last gelegt. Der Krieg hat Zehntausende Menschen das Leben gekostet und rund 2,5 Millionen in die Flucht getrieben. Vor fünf Jahren feierte die jüngste Nation der Welt ihre Unabhängigkeit. Heute drohen dem Land Hunger und die Staatspleite.

rb/stu (amnesty.de, dpa, epd)