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Fokus Osteuropa

Südserbien: Albaner stellen sich politischer Verantwortung

Vier albanische politische Parteien aus Südserbien haben sich erstmals nach sechs Jahren bereit erklärt, an den Wahlen zum serbischen Parlament am 21. Januar 2007 teilzunehmen. Positive Resonanz darauf gab es aus Tirana.

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Werden die Wähler auch ihre Stimme abgeben?

In den vergangenen Jahren hatten die albanischen Parteien aus dem so genannten Presevo-Tal lediglich an Lokalwahlen teilgenommen und die Parlamentswahlen boykottiert. Eine Übereinkunft über die Teilnahme 2007 unterzeichneten die Parteiführer der Partei für Demokratisches Handeln, der Albanischen Demokratischen Partei, der Bewegung für Demokratischen Fortschritt und des Demokratischen Bundes des Presevo-Tals. Zwei andere Parteien, die Albanische Nationalbewegung und die Nationaldemokratische Partei, entschieden sich hingegen auch diesmal wieder für einen Boykott.

Angleichung der Positionen angestrebt

Nach Aussage von Shaip Kamberi, Vorstandsmitglied der Partei für Demokratisches Handeln, ist die Teilnahme an den Wahlen im Interesse der Albaner in Südserbien, weil sie nur so auf institutionellem Wege ihre Interessen verteidigen können. "Die Entscheidung der vier Parteien, an den Parlamentswahlen in Serbien teilzunehmen, ist zu begrüßen. Dies eröffnet neue institutionelle Wege, die es den Albanern ermöglichen, sich auf höchstem institutionellen Niveau zu engagieren", sagte Kamberi. "Dies wird uns ermöglichen, sowohl die individuellen Rechte als auch die kollektiven Rechte besser zu verteidigen." Insgesamt sei es also ein positiver Schritt. "Wir hoffen, dass es den Beginn einer Angleichung der Positionen aller albanischen Parteien in den großen Fragen markiert, die die Albaner in dieser Region betreffen."

Legitime Interessenvertreter der Albaner

Das Vorstandmitglied der Bewegung für Demokratischen Fortschritt, Sevdel Hyseini, betonte, dass die Entscheidung nach ausführlichen Konsultationen der Parteien mit internationalen Vertretern zustande gekommen sei. "Die Bewegung für Demokratischen Fortschritt hat es nach einer Reihe von Gesprächen mit Vertretern der internationalen Gemeinschaft aber auch mit relevanten albanischen Vertretern geschafft, sich mit diesen zusammenzuschließen, um an den Parlamentswahlen teilzunehmen", erläutert er. "Es ist im Interesse der Albaner des Presevo-Tals, legitime Repräsentanten im Parlament zu haben. So können wir erreichen, dass mehr Sensibilität für die Probleme der Albaner in dieser Region entsteht. Es ist ein bewusster Schritt." Den albanischen Parteien sei immer klar gewesen, dass sie in Kernfragen Einigkeit erreichen müssten. "So war es auch, als wir uns entschlossen, das Verfassungsreferendum zu boykottieren", sagt Hyseini.

Auch die albanische Regierung hatte den Parteien im Presevo-Tal zur Teilnahme an den Parlamentswahlen geraten. Kurz zuvor hatten sich Parteienvertreter in Tirana mit Premierminister Sali Berisha getroffen, der ihnen dies nahegelegt hatte. Berisha hatte auch vom Europarat und anderen internationalen Institutionen verlangt, dass diese die Entsendung von Wahlbeobachtern aus Albanien ins Presevo-Tal unterstützen und sie mit einem Mandat versehen.

Jeton Ismaili, Bujanovac
DW-RADIO/Albanisch, 6.12.2006, Fokus Ost-Südost

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