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Asien

Südostasiens meistgesuchter Terrorist getötet

Bei einem Anti-Terror-Einsatz der indonesischen Sicherheitskräfte auf der Hauptinsel Java wurde Noordin Mohammed Top getötet. Das ist mittlerweile auch offiziell durch Fingerabdrücke des Toten bestätigt.

Noordin Mohammed Top (Foto: AP)

Der meistgesuchte Terrorist Südostasiens wurde getötet

Nach jahrelanger Flucht ist der 41-jährige Moslem-Extremist von Polizeikräften am Donnerstag (17.09.2009) erschossen worden. Bei einer Razzia, die indonesische Sicherheitskräfte in Zentral-Java durchführten, kam es zu einer Schießerei mit einigen Terroristen, unter ihnen auch Noordin Mohammed Top. Außer ihm kamen noch drei weitere Menschen ums Leben, nach Angaben der Polizei enge Vertraute Tops.

Identität diesmal zweifelsfrei festgestellt

Mit der Verkündigung seines Todes wartete die oberste Polizeiführung diesmal etwas länger, bis die Identität Tops durch einen Abgleich der Fingerabdrücke zweifelsfrei festgestellt werden konnte. Danach präsentierte der indonesische Polizeichef Bambang Hendarso Danuri Fotos des Toten auf einer Pressekonferenz.

Bereits im August hatte die Polizeiführung schon einmal voreilig, nach einem Anti-Terror-Einsatz, den Tod des 41-jährigen verkündet, musste das aber später widerrufen. Gerichtsmedizinische Tests ergaben damals, dass es sich bei dem Toten um einen anderen Moslem-Extremisten gehandelt hatte.

Finanzier des Terrors

Trümmer nach Anschlag auf Bali

Auch für den Anschlag auf Bali mit 200 Toten im Jahr 2002 soll Noordin Top verantwortlich sein.

Noordin Mohammed Top galt als Anwerber und Geldbeschaffer der südostasiatischen islamistischen Terrorgruppe Jemaah Islamiyah. Ursprünglich stammt er aus Malaysia, aber sein Wirkungsfeld war über einige Staaten der Region verteilt. So soll er der Drahtzieher der verheerenden Bombenanschläge auf Luxushotels in Jakarta im Juli dieses Jahres und auf der Insel Bali im Jahr 2005 gewesen sein. Seine Terrorgruppe Jemaah Islamiya soll zudem enge Verbindungen zum Terrornetz Al-Kaida von Osama Bin Laden unterhalten.

Nach Angaben der US-Bundespolizei FBI war Noordin Top auch Spezialist für den Bau von Bomben, weil er militärisch ausgebildet war. Diese Ausbildung soll er bei muslimischen Rebellen im Süden der Philippinen erhalten haben. Ende der 1990er Jahre war er vermutlich in dem muslimisch-christlichen Konflikt auf der indonesischen Inselgruppe der Molluken aktiv. Und auch in das Blutbad auf Bali, bei dem im Oktober 2002 mehr als 200 Menschen getötet worden waren, soll er verwickelt gewesen sein.

Indonesische Polizei stand unter Erfolgsdruck

Angesichts des geplanten Besuchs von US-Präsident Barack Obama im November standen die indonesischen Sicherheitskräfte bei der Fahndung unter enormem Druck. Die Behörden hatten für die Ergreifung oder den Tod Noordin Mohammed Tops ein Kopfgeld von umgerechnet etwa 70.000 Euro ausgesetzt. Die amerikanischen Sicherheitsbehörden FBI und CIA hatten mit den indonesischen Sicherheitskräften im Hintergrund zusammen gearbeitet. (bu/mk/rtr/dpa/ap/afp)