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Politik

Südossetisches Verwirrspiel

Erst kündigt Südossetiens Präsident an, Teil Russlands werden zu wollen, dann dementiert er dies mit den Worten "man habe ihn falsch verstanden".

Eduard Kokojty, Präsident Südossetiens (DPA)

Sorgt für Verwirrung: Eduard Kokojty, Präsident Südossetiens

Der Präsident des von Georgien abtrünnigen Südossetiens, Eduard Kokojty, sorgt für Verwirrung. Russischen Agenturmeldungen zufolge gab Kokojty am Donnerstag (11.09.2008) bekannt, dass er sich eine Vereinigung Südossetiens mit Nordossetien als Teil der Russischen Föderation wünsche.

Die russische Nachrichtenagentur Interfax zitiert Kokojty mit der Äußerung: "Ja, wir werden sicherlich ein Teil von Russland werden." Dies solle Kokojty laut Interfax auf einem außenpolitischen Expertentreffen in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi gesagt haben.

Wenig später dementierte Kokojty diese Aussage jedoch wieder. Er sei wohl falsch verstanden worden. Er habe nicht vor, die Unabhängigkeit Südossetiens aufzugeben, die auf Kosten riesiger Opfer erlangt worden sei.

Südossetien: Völkerrechtlich Teil Georgiens

russische und südosessetische Flaggen (AP)

Viele Südosseten zieht es nach Russland

Bei einem Besuch in Washington äußerte sich auch der russische Außenminister Sergej Lawrow: Südossetien wolle sich niemandem anschließen.

Etwas anders sehen das die Bürger auf den Straßen Südossetiens: Viele von ihnen wünschen sich eine Vereinigung mit Russland. Südossetien hatte sich in den 90er-Jahren von Georgien losgesagt. Im vergangenen Monat versuchte Georgien die Region einzunehmen, was durch eine groß angelegte russische Militäraktion verhindert wurde.

Von Moskau wurde das Gebiet am 26. August als unabhängig anerkannt. Neben Moskau ist Nicaragua das einzige Land, das Südossetien als unabhängigen Staat ansieht. Als eigenständiger Staat wäre es mit seinen etwa 70.000 Einwohnern jedoch nicht überlebensfähig und damit abhängig von Russland. Völkerrechtlich gehört Südossetien zudem zu Georgien.

Abchasien auch auf Russlandkurs

Das ebenfalls von Georgien abtrünnige Abchasien will dagegen mit Russland ein Abkommen über die Einrichtung von Militärstützpunkten schließen. Damit werde sich seine Region gegen Aggressionen schützen, sagte Abchasiens Präsident Sergej Bagapsch. Auch einen Beitritt zu der von Russland dominierten Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) schließe er nicht aus. (san)

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