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Aktuell Asien

Südkoreas Präsidentin Park glaubt an die Wiedervereinigung

"Wir sind das Volk" – die Worte, die Ost- und Westdeutsche vereinten, werden einmal auf der koreanischen Halbinsel erschallen, davon ist Südkoreas Präsidentin Park überzeugt. Über die Wege dahin sprach sie in Dresden.

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Vision einer neuen Einheit für Korea

Keine Trennung eines Volkes, keine zerrissenen Familien, kein geteiltes Land - Deutschland sei ein gutes Beispiel dafür, dass der Traum von der Wiedervereinigung Wirklichkeit werden könne, sagte Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye bei einem Besuch an der Technischen Universität Dresden. Sie nahm dort die Ehrendoktorwürde der juristischen Fakultät in Empfang.

In einer anschließenden Grundsatzrede stellte Park ihre Vision von einer Wiedervereinigung Koreas vor und unterbreitete dem kommunistischen Norden Vorschläge zur Zusammenarbeit.

Wiedervereinigung eine "historische Notwendigkeit"

Wenn das Regime in Pjöngjang von seinem Atomprogramm abrücke, sei Südkorea zu einer umfangreichen Zusammenarbeit bei der Lösung der humanitären Probleme und dem Ausbau der Infrastruktur im Norden bereit. Zudem seien gemeinsame Bemühungen um eine kulturelle Wiederannäherung notwendig. Deutschland sei ein gutes Beispiel und die Wiedervereinigung Koreas ebenso eine "historische Notwendigkeit".

"Deutsche und Koreaner sind krisenbeständig", sagte Park. Das habe die Geschichte gezeigt. Beide Länder hätten in der Folge des Zweiten Weltkriegs großes Leid durch Teilung erlebt. Während Deutschland dies überwunden habe, stehe die Wiedervereinigung Koreas noch aus. "Deshalb müssen Süd- und Nordkorea jetzt mehr denn je ihre Zusammenarbeit und ihren Austausch ausweiten", forderte die 62-jährige Staatspräsidentin.

Das Leid der getrennten Familien lindern

Derzeit werde Korea von Mauern der militärischen Konfrontation, des Misstrauens und einer soziokulturellen Mauer durchzogen, sagte Park. "Und dann ist da die Mauer der Isolation, errichtet durch das nordkoreanische Atomprogramm, das Nordkorea von der Gemeinschaft der Nationen abschneidet."

Zunächst müsse das Leid der in Nord und Süd getrennten Familien gelindert werden, sagte Park. Dabei erinnerte sie daran, dass es auch zwischen Westdeutschland und der DDR Möglichkeiten für Familienbesuche gegeben habe.

Die südkoreanische Präsidentin beendet an diesem Freitag ihren dreitägigen Staatsbesuch in Deutschland. In Berlin war sie von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck empfangen worden. Im Mittelpunkt des Besuchs stand der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit Südkoreas und Deutschlands.

Park Geun Hye ist die Tochter des 1979 ermordeten Militärdiktators Park Chung Hee. Sie steht seit Anfang vergangenen Jahres als erste Frau an der Staatsspitze Südkoreas.

cw/sc (dpa)

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