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Asien

Südkoreaner feiern die Absetzung von Park Geun Hye

Die Präsidentin ist endgültig von der Macht verbannt. Aber sie bewegt noch die Massen: Zehntausende wollen Park Geun Hye hinter Gittern sehen. Doch die gescheiterte Politikerin hat noch viele Anhänger.

Rund 50.000 Menschen haben bei einer Kundgebung in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul die Festnahme der entmachteten Präsidentin Park Geun Hye verlangt. "Das Volk hat gesiegt - nehmt Park fest", riefen die Demonstranten. Tausende Polizisten waren im Einsatz. Sie errichteten Barrikaden, um Anhänger und Kritiker Parks auseinanderzuhalten. Rund 20.000 Gegendemonstranten forderten, die einstimmige Entscheidung des Verfassungsgerichts zur endgültigen Amtsenthebung Parks müsse überprüft werden.

Die 65-jährige Politikerin nahm zu dem am Freitag bekanntgegebenen Beschluss nicht öffentlich Stellung. Park sei "offensichtlich fassungslos" gewesen, als sie von dem Richterspruch erfuhr, sagte einer ihrer Mitarbeiter laut Medienberichten. Sie habe "niedergeschlagen" gewirkt. Mit der Entscheidung der Verfassungsrichter verlor Park alle Vorrechte mit Ausnahme der besonderen Sicherheitsvorkehrungen, die ihr auch als ehemaliger Staatschefin zustehen.

Der dritte Tote

Zusätzlich zu den zwei Todesfällen, die im Zusammenhang mit den Demonstrationen vom Freitag gemeldet wurden, wurde am Samstag ein dritter Fall bekannt: Ein 74-jähriger Mann, der bei einer Kundgebung vor dem Verfassungsgericht einen Kollaps erlitten hatte, sei gestorben, berichtet die Nachrichtenagentur Yonhap.

Südkorea Amtsenthebung von Südkoreas Präsidentin Park - Befürworter (picture alliance/AP Photo/A. Young-joon)

Die Demonstranten wollen die abgesetzte Präsidentin vor dem Kadi sehen

Park hielt sich am Samstag weiter im Präsidentenpalast, dem Blauen Haus, auf. Ihre Mitarbeiter sagten, die abgesetzte Präsidentin warte darauf, dass ihr eigenes Haus im Süden der Hauptstadt hergerichtet sei, bevor sie den Palast verlassen wolle.

Die inzwischen inhaftierte Präsidentenfreundin Choi Soon Sil soll ihre Beziehungen zu Park genutzt haben, um Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich dabei persönlich zu bereichern. Außerdem soll sich Choi in die Regierungsgeschäfte eingemischt haben. Park muss wegen der Affäre mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen.

jj/sti (dpa, afp)

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