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Aktuell Asien

Südkoreaner demonstrieren wieder gegen Präsidentin

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen fordern Demonstranten in Seoul den Rücktritt von Präsidentin Park Geun-hye. Diese versuchte noch, die Proteste zu verhindern.

Demonstranten mit Masken (Foto: picture alliance/AP Photo/L. Jin-man)

Mit halben Masken trotzen die Demonstranten einem geplanten Vermummungsverbot

Aufgerufen zu der Demonstration hatten Arbeiterorganisationen, Landwirte und zivilgesellschaftliche Gruppen. Ihre Anliegen sind sehr unterschiedlich, gemeinsam ist ihnen, dass sie die Präsidentin ihres Landes für die verschiedenen Missstände verantwortlich machen.

Den Arbeitern geht es um geplante Arbeitsrechtreformen, nach denen Frimen ihre Angestellte einfacher und schneller entlassen können. Die Landwirte kritisieren ein Freihandelsabkommen, das Südkorea mit China abgeschlossen hat. Sie befürchten steigende Einfuhren landwirtschaftlicher Produkte aus China. Park Geun-hye wird zudem vorgeworfen, die Geschichtsbücher umschreiben zu lassen, um die Rolle ihres Vaters, des früheren Generals und langjährigen Staatschefs zu beschönigen. Park Chung-hee putschte sich 1961 an die Macht und regierte das Land diktatorisch.

Gericht erlaubt Demo

Nach Polizeiangaben nahmen etwa 17.000 Menschen an den Protesten in Seoul teil, bei den Demonstrationen am 14. November waren es noch zwischen 60.000 und 70.000 Teilnehmer gewesen. Die heutige Kundgebung sollte zunächst untersagt werden, doch ein Gericht entschied, dass ein solches Verbot das Recht auf Versammlungsfreiheit verletze.

Viele Demonstranten trugen halbe Masken, um damit gegen den Versuch der Regierung zu protestieren, Masken auf solchen Veranstaltungen zukünftig zu verbieten. Justizminister Kim Hyun-woong hatte nach gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten bei den Protesten im November angekündigt, dass die Regierung alles tun würde, um gewaltsame Proteste zu verhindern. Präsidentin Park hatte die Teilnehmer in diesem Zusammenhang als "Terroristen" bezeichnet.

Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei war ein 69-jähriger Landwirt von einem Wasserwerfer so schwer verletzt worden, dass er seither im Koma liegt. Der Demoweg führte daher heute zum Krankenhaus.

fab/ml (ape, afpe)