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Asien

Südkorea verbrüdert sich mit Japan gegen Nordkorea

Der gemeinsame Feind ist stärker als die historische Schande. So sehen es viele Südkoreaner, die zähneknirschend ein Abkommen mit dem ehemaligen Kolonialherrn akzeptieren - um vor Nordkorea sicher zu sein.

Im zweiten Anlauf haben Südkorea und Japan ein umstrittenes Militärabkommen unterzeichnet. Beide Staaten können dadurch geheimdienstliche Informationen über Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm austauschen, ohne wie bisher erst beim Verbündeten USA anzufragen.

Der Pakt zur allgemeinen Sicherheit militärischer Informationen (GSOMIA) wurde in Seoul vom südkoreanischen Verteidigungsminister Han Min Koo (Artikelbild rechts) und dem japanischen Botschafter Yasumasa Nagamine unterschrieben.

Zugriff auf Satellitenbilder

Vor vier Jahren war ein erster Anlauf gescheitert, da sich in Südkorea Widerstand regte. Die japanische Kolonialherrschaft über die koreanische Halbinsel von 1910 bis 1945 wird von vielen Koreanern noch heute als tiefe Schmach empfunden.

Auch diesmal gab es Bestrebungen, ein Abkommen mit Japan zu verhindern. So warfen die Oppositionsparteien der Regierung in Seoul vor, den GSOMIA-Pakt ohne Rücksprache mit ihnen bewilligt zu haben.

Die Regierung argumentierte, der Zugriff auf Daten japanischer Satelliten und anderer Beobachtungssysteme sei notwendig, um sich besser gegen Bedrohungen durch Nordkorea schützen zu können. Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye steht innenpolitisch gerade wegen einer Korruptionsaffäre stark unter Druck.

jj/kle (dpa, afp)