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Asien

Südkorea und USA demonstrieren Stärke

Ungeachtet aller Warnungen aus Nordkorea haben Südkorea und die USA ein großangelegtes Marinemanöver im Gelben Meer gestartet. China bot unterdessen an, mit einer diplomatischen Initiative die Spannungen zu entschärfen.

Archivbild 'George Washington' (Foto: AP)

Seemanöver mit US-Unterstützung: Der Flugzeugträger "USS George Washington"

Das viertägige Seemanöver hat am Sonntagmorgen (28.11.2010) begonnen. An dem Manöver nimmt auch der Flugzeugträger "USS George Washington" mit einer Besatzung von mehr als 6000 Mann teil. Begleitet wird das Riesenschiff von vier weiteren Kriegsschiffen, wie die US-Streitkräfte mitteilten. Südkorea brachte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Yonhap drei Zerstörer sowie Fregatten und Flugzeuge zum Kampf gegen U-Boote für die Übung in Stellung.

Übung richtet sich nicht gegen China

Südkoreanische Demonstranten zerschneiden nordkoreanische Flagge (Foto: AP)

Angeheizte Gemüter: Südkoreanische Demonstranten zerschneiden nordkoreanische Flagge

Die USA hatten vor dem von der Regierung in Peking kritisierten Manöver bekräftigt, dass sich die Militärübung nicht gegen China richte. Das Manöver im Gelben Meer sei "defensiver Natur" und solle zur Abschreckung Nordkoreas dienen. Das Manöver war demnach bereits vor dem nordkoreanischen Artillerieangriff auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong geplant worden, bei dem am Dienstag vier Menschen getötet und 18 weitere verletzt worden waren.

Die Führung in Peking hatte die USA und Südkorea vor einem Eindringen in chinesische Gewässer gewarnt. Nordkorea erneuerte am Sonntag seine Drohungen und warnte vor "unvorhersehbaren Konsequenzen", sollten seine Seegrenzen verletzt wrden. Ein Sprecher von Südkoreas Präsident Lee Myung Bak sagte, Nordkorea könne während der geplanten Militärübung "unberechenbare Aktionen" ausführen.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte in Seoul, Nordkoreas Militär habe weitere Raketen nahe der umstrittenen Seegrenze an der Westküste aufgestellt. Neben Boden-Schiffraketen mit Reichweiten von über 90 Kilometern seien auch Boden-Luftraketen vom Typ SA- 2 mit einer Reichweite von bis zu 30 Kilometern an der Westküste startbereit gemacht worden.

China um Entspannung bemüht

Rauchwolken über Südkoreas Insel Yeonpyeong (Foto: AP)

Nordkorea hatte die südkoreanische Insel Yeonpyeong am Dienstag beschossen

Angesichts einer drohenden Eskalation auf der koreanischen Halbinsel regte China multilaterale Krisengespräche unter seiner Vermittlung vor. Dazu sollen die Chefunterhändler der Sechs-Parteien-Gespräche - das sind Süd- und Nordkorea, die USA, China, Japan und Russland - Anfang Dezember in Peking zusammenkommen, wie der Sondergesandte für die koreanische Halbinsel, Wu Dawei, vor Journalisten in Peking vorschlug.

Wu Dawei war zuvor mit dem obersten chinesischen Außenpolitiker, Staatsrat Dai Bingguo, von Gesprächen aus Seoul zurückgekehrt. Ob Nordkorea und die anderen Parteien im Sechser-Prozess zu den Krisengesprächen nach Peking kommen wollen, blieb offen.

Die chinesische Regierung unterstrich, dass die vorgeschlagenen Gespräche keine Wiederaufnahme der im April 2009 von Nordkorea einseitig abgebrochenen Sechser-Gespräche darstellten. In deren Mittelpunkt steht die Beendigung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms. China gilt als engster Verbündeter des kommunistischen Nordkoreas.

Südkorea reagierte zurückhaltend auf den Vorschlag aus Peking. Eine neue Runde der Sechs-Länder-Gespräche sollte "sehr vorsichtig" geprüft werden, erklärte das Außenministerium in Seoul. Die Provokationen Nordkoreas hätten sich auf die Bemühungen für neue Gespräche negativ ausgewirkt.

Journalisten sollen südkoreanische Insel verlassen

Unter dem Verweis auf die Spannungen mit Nordkorea hat Südkorea Journalisten aufgefordert, die Insel Yeonpyeong zu verlassen. Die Lage auf der Insel sei nicht gut, erklärte das Verteidigungsministerium nach dem Beginn des südkoreanisch-amerikanischen Manövers im Gelben Meer. Zuvor hatten die Streitkräfte Inselbewohner und Journalisten angewiesen, die Schutzräume aufzusuchen.

Autor: Marko Langer / Annamaria Sigrist (afp, dapd, rtr, dpa)
Redaktion: Ursula Kissel

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