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Aktuell Asien

Südkorea schafft Küstenwache ab

Es ist das Eingeständnis eines kompletten Versagens: Als Konsequenz aus dem Fährunglück mit fast 300 Toten löst Südkoreas Präsidentin die Küstenwache auf. Deren Aufgaben soll eine neue Behörde übernehmen.

Für die Sicherheit vor den Küsten des Landes solle künftig ein neues Ministerium für nationale Sicherheit sorgen, sagte Staatspräsidentin Park Geun Hye in einer Fernsehansprache. Sie entschuldigte sich erneut für das Unglück und übernahm die Verantwortung für schlechtes Krisenmanagement: "Die endgültige Verantwortung für die schlechte Reaktion auf dieses Unglück liegt bei mir", sagte Park.

Am Wochenende hatten Tausende von Menschen in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul die anfängliche Reaktion der Behörden auf die Katastrophe kritisiert. Sie forderten bei einer von Bürgerorganisationen und Gewerkschaften organisierten Kundgebung, Präsidentin Park müsse die Verantwortung für das Unglück übernehmen. Insbesondere die Familien der Opfer beklagen, die Behörden hätten nicht genug für die Rettung der Insassen getan.

Mehr als 10.000 Demonstranten marschierten nach der Kundgebung in Richtung des Präsidentenpalastes. Sie wurden jedoch von Bereitschaftspolizisten aufgehalten. Park hatte sich bereits mehrmals für unzulängliches Krisenmanagement entschuldigt.

Die Fähre war am 16. April vor der Südwestküste des Landes gesunken. Zu diesem Zeitpunkt waren 476 Menschen an Bord, die meisten von ihnen Schulkinder auf einem Klassenausflug. Der Kapitän der Fähre und drei Besatzungsmitglieder sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe. Für Hinrichtungen gilt in Südkorea allerdings seit dem Jahr 1997 ein Moratorium.

rb/det (afp, ap, dpa)