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Korruptionsskandal in Südkorea

Südkorea: Freundin der Ex-Präsidentin verurteilt

Im Korruptionsskandal um Südkoreas Ex-Präsidentin Park Geun Hye ist eine erste Entscheidung gefallen: Ihre umstrittene Vertraute Choi Soon Sil ist zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Erstes Urteil im Korruptionsskandal um Südkoreas Ex-Präsidentin Park Geun Hye: Ihre umstrittene Vertraute Choi Soon Sil ist zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Das Seouler Bezirksgericht habe es als erwiesen angesehen, dass Choi dank der Beziehungen zu Park ihren Einfluss geltend gemacht habe, um ihrer Tochter auf illegale Weise Zugang zu einer Universität in Seoul zu verschaffen, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Choi ist die Schlüsselfigur in dem Skandal, der im März zur Amtsenthebung Parks als Staatschefin geführt hatte. Ihre langjährige Vertraute Choi soll sich unter anderem in die Regierungsgeschäfte eingemischt haben, obwohl sie kein öffentliches Amt innehatte.

Die abgesetzte Präsidentin Park steht ebenfalls vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft in Seoul wirft ihr unter anderem Bestechlichkeit, Nötigung, Amtsmissbrauch und die Verletzung von Staatsgeheimnissen vor. Park war im März wegen des Korruptionsskandals endgültig ihres Präsidentenamtes enthoben worden.

Samsung-Konzern unter Verdacht

Einem zentralen Vorwurf gegen Park zufolge soll sie südkoreanische Unternehmen wie Hyundai und Posco unter Druck gesetzt zu haben, insgesamt 77,4 Milliarden Won (rund 64 Millionen Euro) an zwei Stiftungen ihrer Jugendfreundin zu spenden. Ihr drohen mindestens zehn Jahre Gefängnis, womöglich sogar eine lebenslange Haftstrafe.

Auch der Samsung-Konzern ist in die weit verzweigte Affäre verwickelt. Der Erbe und inoffizielle Chef des Konzerns, Lee Jae Yong, wurde Ende Februar der Korruption angeklagt. Die Staatsanwaltschaft erhob auch Anklage gegen den Chef des südkoreanischen Einzelhandelsriesen Lotte. Konzernchef Shin Dong Bin wird verdächtigt, einer Sportstiftung von Choi gegen politische Gefälligkeiten hohe Beträge gespendet zu haben.

Die entmachtete Präsidentin muss sich auch dafür verantworten, ihrer Freundin eine Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, darunter die Ernennung von Diplomaten und Regierungsvertretern. Park wies mehrfach jedes Fehlverhalten zurück und warf ihrer Vertrauten vor, ihre Freundschaft ausgenutzt zu haben.

myk/bri (dpa, afp, rtre)